Gewaltlosigkeit ist die einzige Option

Heute vor 50 Jahren, am 4.4.1968, wurde Martin Luther King ermordet. Abgeknallt auf einem Hotelbalkon in Memphis, Tennessee. Überflüssig zu erwähnen, dass die Hintergründe seiner Ermordung nie aufgeklärt wurden. Sicherlich war King zu einflussreich, zu mächtig geworden.

Unermüdlich engagierte er sich für die Abschaffung der Rassentrennung in den USA und das Wahlrecht der Schwarzen, aber ebenso – das wird seltener erwähnt – für soziale Gerechtigkeit. Vor seinem Tod 1968 plante er einen „Marsch der Armut“. Über Rassengrenzen hinweg sollten sich die Armen und Benachteiligten des Landes auf den Weg nach Washington machen, um die Regierung zu zwingen, Geld in Projekte gegen die Armut zu stecken, statt es in sinnlosen menschenverachtenden Kriegen im wahrsten Sinne des Wortes zu verpulvern.

Kings „Waffen“. im Kampf gegen die herrschende Ungerechtigkeit waren ziviler Ungehorsam und Gewaltlosigkeit. Damit unterschied er sich deutlich von den Machthabern, die in der Wahl ihrer Mittel von keinerlei Skrupeln geplagt wurden. Sie gingen mit brutalsten Methoden gegen friedliche Demonstranten vor. Hunde wurden auf Fliehende gehetzt, Wasserwerfer auf Kinder gerichtet, man schlug wahllos auf Unbewaffnete ein, um „Recht und Ordnung“ wiederherzustellen. King selbst überlebte zwei Bombenanschläge und mehrere tätliche Angriffe.

Er jedoch war von den Idealen Gandhis geprägt. Er mobilisierte die Massen, indem er sie zu Sitzstreiks, Märschen und Boykotts aufrief. Oberstes Credo war immer die Gewaltlosigkeit. Das war seine Stärke. Dagegen konnte Polizeigewalt nichts ausrichten. Im Gegenteil, sie entlarvte sich im Angesicht unerschütterlich friedlich marschierender Menschen als das, was sie war: staatlicher Terror, der nur ein Ziel verfolgte, nämlich den Status quo einer privilegierten weißen Oberschicht aufrechtzuerhalten.

Am heutigen Jahrestag wird sicher in vielen Medien des charismatischen Pfarrers und Nobelpreisträgers gedacht. Sein Einfluss auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in den USA kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Aber was hat er uns heute, hier in Deutschland zu sagen?
Etwas sehr Wichtiges. Er hat eine zentrale Botschaft, die zeitlos ist und ganz unabhängig von den jeweils politischen Gegebenheiten. Das ist der gewaltlose Widerstand.
Gewaltlosigkeit wird oft belächelt als eine Idee von naiven Träumern oder ewig gestrigen Spinnern. Gewalt kann man nur mit Gegengewalt bekämpfen, ist die vorherrschende Meinung.

Seit einigen Jahren wird uns von unserer Regierung und deren Sprachrohren in Presse und Fernsehen wieder weisgemacht, dass man Frieden schaffen kann mit Soldaten, mit Kanonen, Drohnen und Gewehren. Deshalb sind deutsche Soldaten auch wieder fleißig dabei, im Rest der Welt rumzuballern. Verantwortung übernehmen, heißt das auf Neudeutsch. Militäreinsätze sind nötig, um Kriege zu beenden, wird uns erzählt. Das ist genauso unmoralisch wie unmenschlich und unlogisch.

Mit Mitteln der Gewalt kann man keinen Frieden schaffen.
Ich habe dazu ein sehr aufschlussreiches Zitat von Martin Luther King gefunden. Es ist so aktuell wie eh und je. Wann immer uns jemand erzählt, böse Mittel für einen guten Zweck einsetzen zu müssen, sollten wir uns an die folgenden Worte erinnern:

„Wir werden niemals Frieden in der Welt haben, bevor die Menschen überall anerkennen, dass Mittel und Zweck nicht voneinander zu trennen sind; denn die Mittel verkörpern das Ideal im Werden, das Ziel im Entstehen, und schließlich kann man gute Zwecke nicht durch böse Mittel erreichen, weil die Mittel den Samen und der Zweck den Baum darstellen.“

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