Andrea Nahles, die neue Lokführerin?

Zum Abschluss der Koalitionsverhandlungen landet die SPD noch einen Personalcoup. Martin Schulz wirft das Handtuch und kürt Andrea Nahles als zukünftige Parteivorsitzende. Tja, der Martin ist sich wahrlich für nichts zu schade! Dass er erst im Dezember mit 81% der Delegiertenstimmen bestätigt wurde, interessiert ihn doch diese Woche nicht mehr. Da haben sich kurzfristig wieder die Prioritäten geändert.

Nach dem letzten SPD-Parteitag im Januar feierte die Journaille Andrea Nahles Redebeitrag als fulminant und mitreißend. Wir wissen beim besten Willen nicht, was die Journalisten da gehört haben. In der Live-Übertragung auf Phoenix brüllte die gute Andrea mit sich überschlagender Stimme so hysterisch ins Mikro, als wenn man Argumente durch Lautstärke ersetzen könne. Überzeugend war sie an keiner Stelle.

Wie dem auch sei. Liest man heute die Zeitungen, wird sie von Mainstream-Journalisten tatsächlich als Erneuerungsfigur gehandelt. Hier ein Zitat von Stephan Detjen (Deutschlandfung): „Schulz und Nahles lösen mit ihrer Rochade gegenüber der eigenen Partei das Versprechen ein, dass Regierungsbeteiligung und Erneuerung der SPD vereinbar sind. Andrea Nahles ist wie schon lange niemand mehr dafür prädestiniert, die SPD in die Zukunft zu führen.“
(http://www.deutschlandfunk.de/andrea-nahles-als-spd-parteichefin-zur-rechten-zeit-am.720.de.html?dram:article_id=410239)

Man traut seinen Ohren kaum. Andrea Nahles steht also für die Neuausrichtung der SPD? Dass uns die Parteibonzen solchen Unsinn verkaufen wollen, liegt in der Natur der Sache. Aber Journalisten der „Qualitätsmedien“? Nun gut, man könnte sagen, es kommt darauf an, wie man sich die Zukunft vorstellt, in die Andrea die Partei führen soll. Eine Zukunft, in der das „S“ in dem Parteinamen wieder an Bedeutung gewinnt, kann das sicher nicht sein.

Ich möchte beispielgebend zwei Positionen aufzeigen, für die Andrea Nahles steht. Nach anfänglicher Ablehnung von Schröders Agenda 2010 wurde Nahles im Laufe der Zeit eine Anhängerin derselben. „Der Streit um Hartz IV und Agenda 2010 sei letztendlich konstruktiv gewesen und habe gute Ergebnisse erbracht – für die Stabilität der Sozialsysteme, aber auch für die Betroffenen“, äußerte sie des öfteren. Mit dem Tarifeinheitsgesetz von 2015, für das sie als Arbeitsministerin verantwortlich zeichnete, wurden die Stellung der kleineren Gewerkschaften maßgeblich geschwächt.
Will die SPD mit solchen Positionen die Partei erneuern?

Ausgerechnet Andrea Nahles! Die immer wieder gut ist für dumme Sprüche, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Vielleicht glaubt sie, sich mit ihrem primitiven Jargon dem Niveau des sog. einfachen Bürgers anpassen zu müssen. Das sagt eine Menge darüber aus, wie sie uns Wähler so einschätzt. Möglicherweise ist es aber auch viel simpler. Sie nutzt diese Art Sprache nicht als Stilmittel, sondern sie ist einfach ein Proll.

Ich wundere mich, dass ihr „In die Fresse kriegen“ so hohe Wellen schlug. Sie kann es noch viel besser:
Bei einem Auftritt auf der Internetkonferenz von re:publica im Mai 2017 antwortete sie einem Fragesteller wörtlich „Ich glaube einfach Ihre verkackte Grundthese nicht“! Es ging übrigens um das bedingungslose Grundeinkommen. Wer eine solch unverschämte Reaktion eines hochbezahlten Polit-Profis nicht glauben kann, möge es bitte hier nachhören (ab Minute 1:40).
https://video.tagesspiegel.de/nahles-auf-der-republica-glaube-an-ihre-verkackte-grundthese-nicht.html

Das ist also die Sprache der neuen Sozi-Heilsbringerin. Herzlichen Glückwunsch kann ich da nur sagen!

Die Art und Weise, wie Andrea zu noch mehr Amt und Würden kommen soll, stellt nach dem S auch noch das D im Parteinamen in Frage. Schon Fraktionschefin wurde sie kurz nach der Bundestagswahl auf Zuruf. Irgendwie wohl nicht so ganz mit Zustimmung von Martin. Die neue, kleinere Bundestags-Fraktion durfte sie dann noch wählen. Damit alles seine Ordnung hat. Jetzt haben die beiden möglicherweise einmal zu viel gekungelt. Immerhin startet der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow eine parteiinterne Petition mit dem Ziel, den Parteivorsitzenden künftig per Urwahl zu bestimmen. Wir wollen hoffen, dass es nun auch dem verschnarchtesten Sozi aus dem hinterletzten Ortsverein klar ist, wie weit sich die Partei-Oberen vom Fußvolk entfernt haben. Um Regierung und Partei getrennt zu halten, hätte Schulz einfach nicht Minister werden dürfen. Fertig. So aber soll die Krakeelerin aus der Eifel eine Parteimacht kriegen wie selten jemand zuvor. Partei- und Fraktionsvorsitz in einer Hand und dann noch Erneuerung. Sie müssen große Personalnot haben, um so etwas zu konstruieren. Genossinnen und Genossen, stoppt diese machtgierige Prollfrau!

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