Wir können vor Stabilität nicht mehr laufen

Als kleiner Bundesbürger wird mir gerade ganz mulmig, wenn ich höre, welch große Bedeutung unser Land für Europa und die Welt hat. Macron wartet auf uns, um die EU zu reformieren. Oder zumindest den Euroraum. Er hatte wohl mit Angela verabredet, dass sie dann ab kurz vor Weihnachten mitmacht beim weiteren Auspressen der Rest-EU unter Verschonen der Franzosen. Die wollen jetzt nämlich mitauspressen. Dummerweise klappt das alles nicht. Es sei denn, sie macht einfach als geschäftsführende Kanzlerin mit. So wie ihr Kollege Schmidt von der CSU gestern. Nach langem Ringen entschied er für Deutschland für den fortgesetzten Einsatz von Glyphosat. Gegen die Stimme der Umweltbarbara von den Sozis.
Wie wir jetzt hören, gab es auch noch die Rückkehrgarantie von Teil- auf Vollzeit sowie eine Solidarrente. Klingt nett und stand im Koalitionsvertrag. Die unionierte Christenheit weigerte sich vier Jahre lang, das umzusetzen. Mit den schlappen Sozis können sie es offenbar machen. Die stimmten bis zum Frühsommer immer brav koalitionstreu. Doch zurück zum Anfang. Nehmen wir an, Angela kann das nicht machen, weil sie nur Amtierende ist und Steini die Sozis noch nicht weichgeklopft hat. Ist es nicht toll, wie wichtig Deutschland plötzlich ist? Von großen Erneuerungen in der EU ist die Rede. Die Eurozone soll ausgebaut werden. Alle sollen mitmachen. Einen Finanzminister soll es geben mit eigenem Eurobudget zum Verteilen. Macrons gemeinsame Armee haben sie schon beschlossen. Alles so Sachen, die die deutsche Regierung bislang ziemlich doof fand. Aber da kamen die Vorschläge ja auch nicht von Macron.
Die Achse Paris-Berlin ist wegen Hollandes Gurkigkeit viel zu lange ausgefallen. Jetzt darf das Rad Angela keinen Platten haben. Außerdem gibt’s da noch den Brexit. Und weltweit den Donald. Das sind alles sehr furchtbar unsichere Zeiten. So trötet es ein großer Teil unserer Medien. Da kann der Planet auf den Stabilitätsanker Angela nicht verzichten. Da riet uns die Kutte noch, wir sollten mehr Verantwortung übernehmen. Hör mal, alter Ex-Präsident, wir haben sie schon! Sagen jedenfalls die Medien. Und der Gauck-Nachfolger sagt das auch. Der ist ja plötzlich ungeheuer wichtig. Die Kutte ärgert sich schon, dass er das nicht mehr sein darf. Selbst schuld. Unser Steini darf Mahnen, Einladen und Beauftragen. Am Donnerstag trifft er sich mit dem wankelmütigen Lokführer, der Christenführerin, die nur noch da ist, weil kein anderer sich traut, und dem Bayernkönig, der längst keiner mehr ist.
Das wird wahrhaft staatstragend im Schloss. Selbst die Gespenster erblassen vor Ehrfurcht. Am Nebeneingang kratzt Cem und weint, weil er nicht mitmachen darf. Wegen seines Freundes Christian. Die SPD kann sich ihrer staatspolitischen Verantwortung nun wirklich nicht entziehen. Die Umlaufbahn des Planeten wird bereits instabil. So unruhig sind die Zeiten. Entschuldigen Sie die ständige Wiederholung solcher Plattheiten. Wir geben nur wieder, was wir allerorten hören und lesen. Union und die Medien möchten, dass alles so weitergeht. Das war ja auch das Wahlprogramm. Dieser Käse da mit Jamaika war so ein bisschen Schauspiel für die Restdemokraten und für Cem. Jetzt fallen den Sozis plötzlich so Forderungen ein wie Bürgerversicherung oder Rückkehrrecht auf Vollzeit. So konkret sind sie doch während des gesamten Wahlkampfs nicht geworden. Darüber hört unsere Regentin in ihrer stoischen Art einfach hinweg. Weil Deutschland so wichtig ist, sind unsere Parteien jetzt staatstragend. Weil sie so staatstragend sind, können sie sich nicht um die Belange der Leute kümmern. Wenn die Leute am 25. kein Geld mehr haben, müssen sie das global sehen. Vor vier weiteren Jahren Stillstand können uns nur noch die Mitglieder der SPD bewahren. Glauben Sie, die tun das? Nein nein, das haben sie schon vor vier Jahren nicht gemacht. Nochmal hoffen wir nicht auf diese roten Socken.

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