Europäischer Behindertenausweis

Gern und – wie wir finden – zurecht kritisieren wir die EU. Zum Beispiel der gerade geschlossene Vertrag zur Europäischen Verteidigungsunion bietet wieder viel Anlass dazu. Manchmal beschert uns die Gemeinschaft aber auch Fortschritte. In diesem Fall geht es darum, dass der Schwerbehindertenausweis eines Landes in den jeweils anderen der EU anerkannt wird. Gleichgültig, welche Voraussetzungen zu dessen Erwerb im jeweiligen Land zugrunde liegen. Die Vergünstigungen des Herkunftslandes werden jedoch nicht mitgenommen. Dies wird von einzelnen Betroffenen gefordert oder besser gesagt – erträumt. Würde es doch zur Ungleichbehandlung behinderter Menschen innerhalb eines Landes führen, wenn diese eine unterschiedliche Herkunft und deren Ausweis haben. Es gelten jeweils die Vergünstigungen des Landes, in dem Sie sich aufhalten. Das Reisen wird Schwerbehinderten innerhalb der EU sicherlich erleichtert. Wir finden es spannend, die jeweiligen Regeln mit ihren Vor- und Nachteilen kennenzulernen. Als EU-Kritiker müssen wir einwerfen, dass es diesen Apparat sicher nicht braucht, um eine solche Vereinbarung zu treffen. Auch fehlt ein zeitlicher Fahrplan, ab wann es in der gesamten EU losgehen kann. Hier die Meldung:

„Der neue einheitliche Ausweis soll vor allem in den Bereichen Kultur, Freizeit, Sport und Verkehrsmittel Anwendung finden.

Die Europäische Union arbeitet jetzt daran, einen Behindertenausweis zu entwickeln, der in allen teilnehmenden EU-Ländern anerkannt werden soll.

Der neue Ausweis soll gleichberechtigten Zugang zu Vergünstigungen versichern, ob man sich im Heimatland oder in einem anderen teilnehmenden Land befindet.

Zur Zeit gibt es in EU-Ländern keine gegenseitige Anerkennung der verschiedenen einzelstaatlichen Behindertenausweise. Es kann also immer noch vorkommen, dass behinderte Reisende auf Situationen stoßen, wobei ihre Behindertenausweise nicht anerkannt werden.

Der neue einheitliche Ausweis soll vor allem in den Bereichen Kultur, Freizeit, Sport und Verkehrsmittel Anwendung finden.

Anfang 2016 wurde das Projekt in geringerem Maße als Pilotversuch in den folgenden acht EU-Ländern eingeleitet: Belgien, Estland, Finnland, Italien, Malta, Rumänien, Slowenien und Zypern. Die daraus gewonnenen Informationen sind für die spätere Ausweitung auf weitere Länder nützlich.

Mit diesem Ausweis kommen keine gezwungenen Änderungen der nationalen Kriterien oder Regelungen in den teilnehmenden Ländern. Jedes Land wird weiterhin über ihre Definition von “Behinderung” entscheiden dürfen. Das heißt: die Länder werden weiterhin entscheiden, wer Anspruch auf einen Behindertenausweis hat. Was sich mit dem EU-Behindertenausweis ändern wird, ist lediglich, dass er auch im Ausland anerkannt werden muss.

Link zum Originalbericht auf Taubenschlag.de:

http://www.taubenschlag.de/2017/11/europaweiter-behindertenausweis/

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