Niedersachsen

Das heutige Land Niedersachsen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vereinigung des Landes Hannover mit den Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe nach maßgeblichen Initiativen von Kurt Finkenwirth, Syndikus der Industrie- und Handelskammer Hannover und lange Zeit Sprecher der Selbstorganisation der niedersächsischen Wirtschaft. Es wurde am 1. November 1946 gegründet und hat aktuell knapp acht Millionen Einwohner. In der Fußball-Bundesliga spielen derzeit Hannover 96 (Aufsteiger) und der VFL Wolfsburg (Meister 2009). In Braunschweig wurde ich 2001 mit dem BSSV Dortmund deutscher Torballmeister, in Laazen 1989 deutscher Blindenschachjugendmeister. Zwei Lebensgefährtinnen stammen aus diesem Bundesland, eine dritte hat einen großen Teil ihres Lebens dort gelebt. So habe ich wohl nach NRW und Hessen die drittlängste Zeit meines Lebens in Niedersachsen verbracht.

Den Wechsel der Elke Twesten von den Blassen zur CDU haben wir im August nicht sehr thematisiert. Was die gute Frau antrieb, wissen wir nicht genau. Es schien, als spiele Zwist in der eigenen Partei eine große Rolle. Das witterten die Christen und machten ihr gewiss unter der Hand ein Angebot. Ob Frau Twesten nicht noch bis zur regulären Wahl im Januar durchhalten hätte können, ist bestimmt eine berechtigte Frage. Von Bedeutung ist ihr Wechsel nur deshalb, weil damit die Mehrheit im Parlament von Rotgrün zu Schwarzgelb wechselte. Nach Twestens Wechsel besetzt die CDU 55, die SPD 49, die Blassen 19 und die FDP 14 Stühle. Dem liegt folgendes Ergebnis vom 20.01.2013 zugrunde: CDU 36 %, SPD 32,6 %, Grüne 13,7 %, FDP 9,9 %, Linke 3,1 % und Andere 4,6 %. Wieder einmal sagen die Demoskopen ein enges Rennen voraus. Stephan Weil genießt ein gewisses Ansehen im Land. Im Zusammenhang mit VW erlebten wir ihn als sehr wirtschaftsfreundlich. Obwohl der grüne Landesverband als links gilt, hat Weil eine wirksame Beschränkung der Großmastbetriebe verhindert. Die CDU schickt mit Herrn Althusmann einen ihrer unbekanntesten Vertreter ins Rennen. Das hat jedoch in Schleswig-Holstein auch keine Rolle gespielt. Neu in den Landtag wird die AfD einziehen. Sie liegt laut Umfragen etwas hinter Grünen und FDP zurück. Die Linke kämpft um den Einzug. Wenn es denn so kommt, ist entweder eine große Koalition (in Niedersachsen können wir noch davon sprechen) oder eine Ampel möglich.

Eine Volksgruppe der Niedersachsen gibt es nicht. Vor allem aus ehemaligen deutschen Ostgebieten sind viele Menschen eingewandert. Zuletzt die sog. Russlanddeutschen. Der Industriegürtel Hannover – Wolfsburg – Salzgitter holte in den 60er-Jahren viele Südeuropäer und Türken ins Land. Im ganzen Deutschland bekannt ist aber die Volksgruppe der Ostfriesen. Sie leben im Nordwesten Niedersachsens. Ich durfte während einiger Aurich-Aufenthalte einige Exemplare kennenlernen. Neben Schnaps sind Witze wohl ihre wichtigsten Exportartikel. Hier nur eine kleine Auswahl:

Ein Ostfriese lehnt an einer Mauer. Die Mauer fällt um. Warum? – Der Klügere gibt nach!

Warum sind ostfriesische Busse stets 9 Meter breit, aber nur 3 Meter lang? – Weil immer alle vorn sitzen wollen.

Ein Ostfriese klagt seinem Psychiater: „Meine Frau wird von Tag zu Tag kindischer. Gestern, als ich in der Badewanne saß, hat sie alle meine Papierschiffchen versenkt!“

Wie kam es, dass die Ostfriesen an einem einzigen Tag ihre ganze U-Bootflotte verloren haben? – Es war „Tag der offenen Tür“.

Warum schauen die Ostfriesen im Herbst immer in die Lampen? – Sie wollen nachsehen, ob die Birnen schon reif sind.

Ein Ostfriese nimmt ein Maßband und klettert an einer offenen Bahnschranke hoch, um sie zu vermessen. Ein Passant fragt: „Warum warten Sie denn nicht, bis die Schranke geschlossen ist?“ Da antwortet der Ostfriese: „Sie Schlaumeier! Weil ich die Höhe messen soll und nicht die Breite!“

Wem das noch nicht reicht, darf den Text des Niedersachsen-Liedes lesen.

  1. Von der Weser bis zur Elbe,
    Von dem Harz bis an das Meer
    Stehen Niedersachsens Söhne,
    Eine feste Burg und Wehr
    Fest wie unsre Eichen halten alle Zeit wir stand,
    Wenn Stürme brausen Übers deutsche Vaterland.
    Wir sind die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!
    Wir sind die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!
  2. Wo fiel’n die römischen Schergen?
    Wo versank die welsche Brut?
    In Niedersachsens Bergen,
    An Niedersachsens Wut
    Wer warf den römischen Adler
    Nieder in den Sand?
    Wer hielt die Freiheit hoch
    Im deutschen Vaterland?
    Das war’n die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!
    Das war’n die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!
  3. Auf blühend roter Heide
    Starben einst vieltausend Mann
    Für Niedersachsens Treue
    Traf sie des Franken Bann.
    Viel tausend Brüder fielen
    Von des Henkers Hand.
    Viele tausend Brüder
    Für ihr Niedersachsenland.
    Das war’n die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!
    Das war’n die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!
  4. Aus der Väter Blut und Wunden
    Wächst der Söhne Heldenmut.
    Niedersachsen soll’s bekunden:
    Für die Freiheit Gut und Blut.
    Fest wie unsre Eichen halten
    Allezeit wir stand,
    Wenn Stürme brausen
    Über’s deutsche Vaterland.
    Wir sind die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!
    Wir sind die Niedersachsen,
    Sturmfest und erdverwachsen,
    Heil Herzog Widukinds Stamm!

Wie bei vielen Hymnen finden wir auch bei diesem Lied den Text widerlich und abstoßend. Militaristischer, gewalttätiger und blutrünstiger geht es nicht. „Sturmfest und erdverwachsen“ ist das netteste Zitat, das wir im Text finden können. Als standhaft bis zur Sturheit sind vor allem die Friesen bekannt. Aber längst nicht nur sie. Nun wollen wir noch aufklären, wer denn dieser Widukind war. Es überrascht niemanden, dass es sich um einen Feldherrn aus uralter Zeit handelt.

Widukind (auch Wittekind) stammte aus einem westfälischen Adelsgeschlecht und führte als dux Saxonum, also als „Herzog“ der Sachsen, in den Jahren 777 bis 785 den Widerstand gegen Karl den Großen in den Sachsenkriegen. Die Sachsen unterlagen letztlich den militärisch überlegenen Franken. So wurde der heutige Nordwesten Deutschlands dem Karolingerreich einverleibt und schließlich auch christianisiert.

Widukind wurde 777 anlässlich des Reichstags von Paderborn erstmals erwähnt. Nach seiner Taufe in der Königspfalz Attigny (785) fehlen gesicherte Informationen über sein weiteres Schicksal, während seine Gestalt ins Mythische wuchs und teilweise kultisch verehrt wurde.

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Niedersachsen
http://www.spitzenwitze.de/witze/ostfriesen/page/4/
https://de.wikipedia.org/wiki/Niedersachsenlied#Text
https://de.wikipedia.org/wiki/Widukind_(Sachsen)

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