Laschets Leute

Die meisten unserer Leser stammen vermutlich aus Nordrhein-Westfalen. Darum und aus eigenem Interesse bringen wir gern die Kurzbeschreibung unserer hiesigen Ruhr-Nachrichten zu den neuen Minister_innen im Kabinett Laschet.

Armin Laschet (56)
wuchs mit drei jüngeren Brüdern in einer katholisch geprägten Mittelschichtfamilie im Aachener Stadtteil Burtscheid auf. Sein Vater Heinz Laschet war Steiger auf der Zeche Anna in Alsdorf und wurde nach einer pädagogischen Umschulung (zum Mikätzchen) Leiter einer Aachener Grundschule. Als Gymnasiast war er sehr aktiv in der Pfarr- und Jugendarbeit von St. Michael in Aachen-Burtscheid. Nach seinem Abitur 1981 am Bischöflichen Pius-Gymnasium Aachen studierte Laschet Rechts- und Staatswissenschaften in München und Bonn und legte im Jahr 1987 das erste juristische Staatsexamen ab. Während seines Studiums wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindungen KDStV Aenania München und KDStV Ripuaria Bonn, beide im CV. Von 1986 bis 1988 absolvierte er eine journalistische Ausbildung und war von 1986 bis 1991 als Bonner Korrespondent bayerischer Rundfunksender (Charivari-Gruppe) und des Bayerischen Fernsehens (Report München) tätig. Parallel dazu fungierte er von 1987 bis 1994 als wissenschaftlicher Berater bei der Präsidentin des Deutschen Bundestages, Rita Süssmuth, in Bonn. Von 1991 bis 1994 war er Chefredakteur der KirchenZeitung Aachen und zwischen 1995 und 1999 arbeitete er als Verlagsleiter des Einhard-Verlags. Laschet ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Armin Laschet ist mit der Buchhändlerin Susanne Laschet (Tochter von Heinz Malangré) verheiratet, gemeinsam haben sie drei erwachsene Kinder. Er wohnt mit seiner Ehefrau in Aachen-Burtscheid und raucht Zigarillos.

Familienminister Joachim Stamp
Joachim Stamp (FDP, 47) wird nicht nur Minister für Kinder, Jugend, Familie, Flüchtlinge und Integration, sondern auch stellvertretender Ministerpräsident.
Der Politikwissenschaftler ist einer der zentralen Architekten der neuen Koalition. In der FDP-Landtagsfraktion ist er künftig die Nummer 2 hinter dem Vorsitzenden Christian Lindner.

Andreas Pinkwart
Andreas Pinkwart (FDP, 56) wird Minister für Wirtschaft, Energie, Digitales und Innovation. Der Wirtschaftswissenschaftler war von 2005 bis 2010 NRW-Wissenschaftsminister und Vize-Ministerpräsident. 2002 bis 2010 führte er den FDP-Landesverband durch schwieriges Fahrwasser, nachdem er den in Affären verstrickten Jürgen Möllemann abgelöst hatte.

Schulministerin Yvonne Gebauer
Yvonne Gebauer (FDP, 50) übernimmt als Schulministerin ein schwieriges Ressort und wird die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren Gymnasium verantworten.
Die FDP-Politikerin aus Köln war von 2004 bis 2012 Mitglied des Rates der Stadt Köln und sitzt seit 2012 im Düsseldorfer Landtag. Sie hat sich dort als besonnene, sachorientierte Politikerin profiliert.

Innenminister Herbert Reul
Herbert Reul (CDU, 64) kehrt als Innenminister zurück nach NRW. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament war 1991 bis 2003 Generalsekretär der NRW-CDU. Bis 2004 saß er im Düsseldorfer Landtag, bevor er nach Straßburg und Brüssel wechselte. Reul verfüge über große politische Erfahrung, lobte ihn der neue Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet.

Stephan Holthoff-Pförtner
Stephan Holthoff-Pförtner (CDU, 68) wird als Europaminister quasi der Außenminister der neuen Landesregierung. Der Öffentlichkeit ist er als Vertrauter und Anwalt des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers Helmut Kohl bekannt geworden. Holthoff-Pförtner ist Gesellschafter der Funke Mediengruppe, die in Nordrhein-Westfalen unter anderem die Westdeutsche Allgemeine Zeitung herausgibt.

Hendrik Wüst
Hendrik Wüst (CDU, 41), neuer Verkehrsminister, war zuletzt wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbands NRW. Vor der verlorenen Landtagswahl 2010 war er Generalsekretär der NRW-CDU. 2007 hatte er zusammen mit Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) ein Positionspapier Moderner bürgerlicher Konservatismus verfasst.

Isabel Pfeiffer-Poensgen
Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos, 63), neue Ministerin für Kultur und Wissenschaft, stammt aus Aachen. Seit November 2004 ist sie Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder. Die Stiftung unterstützt Museen, Bibliotheken und Archive beim Erwerb bedeutender Kunstwerke und Kulturgüter. Sie war Kanzlerin der Hochschule für Musik Köln und Beigeordnete für Kultur und Soziales in Aachen.

Justizminister Peter Biesenbach
Peter Biesenbach (CDU, 69) wird neuer Justizminister und gehört zu den langgedienten CDU-Politikern im Landtag. Der Rechtsanwalt aus dem Oberbergischen ist seit dem Jahr 2000 Abgeordneter. Seinen Wahlkreis hat er fünf Mal in Folge gewonnen. Biesenbach hat mehrere Parlamentarische Untersuchungsausschüsse geleitet, darunter den zu den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht.

Christina Schulze Föcking
Christina Schulze Föcking (CDU, 40) kennt als neue Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft ihr Ressort aus der Praxis sie ist Landwirtin. Die Mutter von zwei Kindern stammt aus dem Münsterland, wo sie im Wahlkreis Steinfurt 1 direkt in den Landtag gewählt wurde. Als CDU-Kreisvorsitzende hatte Schulze Föcking 2010 Karl-Josef Laumann beerbt, der das Amt zuvor 25 Jahre innehatte.

Bauministerin Ina Scharrenbach
Ina Scharrenbach (CDU, 40), die Vize-Landesvorsitzende und Chefin der NRW-Frauen-Union, gehört dem Kabinett nun als Chefin des neuen Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung an. Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Silvesternacht hatte sich die gelernte Bankkauffrau und Diplom-Betriebswirtschafterin als Chefanklägerin der rot-grünen Landesregierung profiliert.

Finanzminister Lutz Lienenkämper
Lutz Lienenkämper (CDU, 48) ist als Finanzminister künftig für die Landeskasse zuständig. Als Parlamentarischer Geschäftsführer hat er in der vergangenen Legislaturperiode die Arbeit der CDU im Landtag organisiert. Er bringt aber auch Regierungserfahrung in sein neues Amt mit: Der Jurist war von 2009 bis 2010 Verkehrsminister im Kabinett des damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU).

Laumann wird Arbeitsminister
Karl-Josef Laumann (CDU, 59), wird Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales; schon zum zweiten Mal nach 2005 bis 2010. Der Bundesvorsitzende des Arbeitnehmerflügels CDA gilt vielen in der CDU als soziales Gewissen. Als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion von 2010 bis 2014 war er in diesem Amt Vorgänger von Armin Laschet. Derzeit ist er Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter des Bundes.

Einschließlich des Chefs hat die dreizehnköpfige Mannschaft ein Durchschnittsalter von 53,9 Jahren. Neun Personenstellt die CDU, drei die FDP, eine ist parteilos. Nur vier Frauen sitzen mit neun Männern zusammen.

Quellen:
Ruhr-Nachrichten vom 30. Juni 2017

https://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Laschet#Herkunft.2C_Studium.2C_Berufliche_T.C3.A4tigkeit_und_Privates

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