Fronleichnam

In der Redaktion haben wir eine solide katholische Grundbildung. Das haben wir in „Herr, erbarme Dich“ bereits erzählt. So kennen wir uns mit den Anlässen zu unseren gesetzlichen Feiertagen gut aus. Bei Fronleichnam finden wir allerdings eine Lücke. Bevor wir jedoch dazu kommen, hier mal kurz ein Jahresüberblick.

Neujahr: Da sind alle von der Knallerei und dem schlechten Sekt noch ganz bematscht.

Heilige Drei Könige: Die Könige kommen zwei Wochen zu spät zur Geburt und bringen blöde Geschenke wie Gold, Weihrauch und Myrre. Außerdem trifft sich die FDP zu einer vorgezogenen Karnevalsveranstaltung.

Valentinstag: Ohne Anlass. Wurde erfunden, um die notleidende Blumen- und Pralinenindustrie zu fördern.

Karneval: Die Kölner dürfen sich einmal im Jahr zeigen, wie sie von Natur aus sind.

Karfreitag: So ein Sektenführer namens Jesus machte eine Bergtour mit Kreuz. Dort wurde er dann zusammen mit zwei Verbrechern hingerichtet.

Ostern: Irgendwer guckte in die Grabhöhle des toten Jesus und der war weg.

Ostermontag: Einfach, um noch einen Tag länger frei zu haben. Vielleicht suchen manche auch den verschwundenen Heiland.

Muttertag: Ohne Anlass. Vermutlich nur, weil Vati einmal im Jahr den Frühstückstisch decken will. Wenn Mutti Glück hat, bekommt sie nach dem Valentinstag zum zweiten Mal Blumen oder Pralinen.

Christi Himmelfahrt: Besagter Jesus kehrte nach Hause zurück. Um das nachzuahmen, laufen die Männer mit Bollerwagen voller Bier umher. Wenn sie Glück haben, finden sie auch nach Hause zurück. Wenn sie Pech haben, wartet dort eine wenig amüsierte Frau.

Pfingsten: Die Jünger Jesu saßen orientierungslos in so einer Kaschemme herum. Es senkte sich der Heilige Geist auf sie herab. Nun wussten sie, was zu tun ist. Vielleicht wäre dies mal eine Chance für unsere Regentin und ihr Kabinett.

Pfingstmontag: Womöglich kam der Geist nicht nur von oben, sondern auch aus der Flasche. So mussten sich die Jünger erstmal ausschlafen, ehe sie die Frohe Botschaft verkünden konnten.

  1. Oktober: Die DDR wurde der BRD angegliedert. Fortan hatten die Ossis Bananen und Kohl.

Reformationstag: Wissen wir als Katholiken nicht so genau. Muss irgendwas mit Luther zu tun haben.

Allerheiligen: Wir Katholiken zünden Kerzen auf den Gräbern an und gedenken unserer Ahnen. Besonders gern, wenn wir was geerbt haben.

Buß- und Bettag: Wurde wegen der Pflegeversicherung von Kohl – siehe oben – abgeschafft.

Advent: Sozusagen der vorgeburtliche Mutterschutz. Vier Wochen freuen wir uns auf die Niederkunft. Viele Menschen essen besonders viel. Vermutlich, um Marias Zustand nachfühlen zu können. Nacheinander zünden wir vier Kerzen an. Manche auch gleich den ganzen Kranz und damit ihre Wohnung.

Heilig Abend: Maria und Josef finden Unterschlupf im Stall. Darüber postiert sich der Stern. Dennoch kommen die Könige erst zwei Wochen später. Letzte Gelegenheit zum Kauf und Aufstellen eines Baums.

Weihnachtstag Nr. 1: Das Baby kommt zur Welt. Wir feiern das mit Bergen von Geschenken und Essen.

Weihnachtstag Nr. 2: Alle sind völlig fertig. Trotzdem müssen auch noch die ungeliebten Verwandten besucht und beschenkt werden. Väter basteln verzweifelt an den technischen Geschenken, die nicht funktionieren. Mütter sind froh, dass es vorüber ist.

Allen Feiertagen gemeinsam sind fortdauerndes Glockengebimmel und ein mieses Fernsehprogramm mit den denkbar ältesten Schinken.

Zwischen Pfingstmontag und 3. Oktober fehlt natürlich Fronleichnam. Das erklären wir jetzt so seriös, wie es Wikipedia zulässt. “ Das Fronleichnamsfest oder Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi (lateinisch Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi) ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.“ Hier finden wir einen Unterschied zwischen katholischer und evangelischer Kirche. Für Katholiken ist die Hostie tatsächlich ein Stück Fleisch des Herrn, während sie für Protestanten nur symbolisch für ein solches steht. Beides ist dämlich und interessiert vermutlich nur obere Kirchenfuzzis. „Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi in der Eucharistie wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. durch die Bulle Transiturus de hoc mundo zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Auslöser dieser Entscheidung war das Blutwunder von Bolsena, das von ihm im Jahre 1263 als echtes Wunder anerkannt wurde. Unter anderem schrieb Urban IV.: „Wir haben es daher, um den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen, für recht und billig gehalten, zu verordnen, dass außer dem täglichen Andenken, das die Kirche diesem heiligen Sakrament bezeigt, alle Jahre auf einen gewissen Tag noch ein besonderes Fest, nämlich auf den fünften Wochentag nach der Pfingstoktav, gefeiert werde, an welchem Tag das fromme Volk sich beeifern wird, in großer Menge in unsere Kirchen zu eilen, wo von den Geistlichen und Laien voll heiliger Freude Lobgesänge erschallen“. (…) In Deutschland ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie in einigen Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung.“ Bei Prozessionen zu Fronleichnam kommt häufig eine Monstranz zum Einsatz. Deshalb wollen wir schnell auch noch sagen, was das ist. „Eine Monstranz (lat. monstrare „zeigen“) ist ein kostbares, mit Gold und oft auch mit Edelsteinen gestaltetes liturgisches Schaugerät mit einem Fensterbereich, in dem eine konsekrierte Hostie zur Verehrung und Anbetung feierlich gezeigt wird. (…) Die katholische Kirche benutzt die Monstranz bei Sakramentsprozessionen, vor allem an Fronleichnam, bei der eucharistischen Anbetung und zur Segensandacht.“

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fronleichnam#Deutschland
https://de.wikipedia.org/wiki/Monstranz#Verwendung

 

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