Auf Knopfdruck piep!

Vor wenigen Wochen lasen wir in der Zeitung von einer ganz tollen Ampelanlage. Neu und modellhaft für Dortmund sollte sie sein. Das Grünsignal könne der Nutzer hier auch hören. Seit Mai 2016 ist diese besondere Ausrüstung an der Kreuzung Zillestraße und Am Hombruchsfeld eingebaut. Vom BPN beispielsweise erfolgte kein Hinweis. Ob wenigstens Mitglieder des örtlichen Blindenvereins informiert wurden, wissen wir nicht. Über die Verwaltungsratssitzung der Stadt Dortmund schaffte es die Meldung in die Ruhr-Nachrichten. Neugierig fuhren wir fast quer durch die Stadt. Die Reise von Scharnhorst dorthin dauert eine knappe Stunde.

Eine Weile lang fühlten wir uns ziemlich veräppelt. Die Zusatzgeräte an den Masten sehen aus wie immer. Schlimmer noch, der Grünpfeil vibriert nicht. Es konnte doch nicht sein, dass der an acht Ampelmasten defekt ist. Per Zufall fanden wir den Trick, den Du kennen musst. Der blinde oder sehbehinderte Nutzer soll nicht den großen Anforderungstaster benutzen, um eine Grünphase auf der Zillestraße auszulösen. Vielmehr drückt er von unten auf den Richtungspfeil, der gewöhnlich nur das Grünsignal vibrierend anzeigt. Wie beim großen Knopf erfolgt ein doppelter Bestätigungston. Nach Betätigen des richtigen Auslösers funktioniert die Ampel blindengerecht. Bei Grün vibriert der Pfeil unten am Zusatzgerät. Aber nicht nur das! Es erklingt während der Grünphase ein helles Piepen zusätzlich zum klackernden Auffindeton. Sehr deutlich sind beide akustischen Signale voneinander zu unterscheiden. Das ist das Neue an diesem Zusatzgerät. Nicht nur die Finger, sondern auch die Ohren können das Grünsignal wahrnehmen. Für die Querung Am Hombruchsfeld gibt es keinen großen Anforderungstaster. Dies ist die nachrangige Straße und die Fußgänger haben häufig grün. Trotzdem muss der blinde Nutzer auch hier auf den Vibrationspfeil drücken. Erst dann schaltet sich die Zusatzfunktion ein. Der Pfeil vibriert und das Piepen ertönt, solange grün ist. Von der Handhabung dieses neuen Gerätes war in keinem Artikel etwas zu lesen. Der Nutznießer soll offenbar selber hinter das Geheimnis kommen. Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Solch eine geänderte Handhabung muss natürlich publik gemacht werden. Es hilft die beste Technik nichts, wenn sie niemand bedienen kann. Bitte geben Sie Ihr frisch erworbenes Wissen an alle weiter, denen es helfen kann.

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