Herr, erbarme Dich

Vorab möchten wir sagen, dass wir in der Redaktion eine tiefgehende katholische Grundbildung haben. Kommunion und Firmung wurde uns zuteil. Dazu katholischer Religionsunterricht. Auch schon im Kindergarten, wie das damals hieß. Vor der Kommunion kam der örtliche Pastor als Lehrer in die Schule. Des Weiteren gab es Gruppen bei freiwilligen Müttern zu Hause, in denen wir vorbereitet wurden. Wohlgemerkt im zarten Alter von neun Jahren. Will heißen, wir haben viele Geschichten über Jesus und sein Wirken gehört. Dass wir hier über einen evangelischen Kirchentag schreiben, kann vernachlässigt werden. Denn auf Jesus beziehen sich beide Konfessionen gleichermaßen.

 

So einen Kirchentag haben wir uns immer als eine große Versammlung junger Leute vorgestellt. Vorzugsweise engagierte Christen. Entweder aus ganz Deutschland oder aus aller Herren Länder. Die unterhalten sich dort über theologische und gesellschaftliche Fragen. Sie singen, beten und essen. Was man halt so macht. Die Kirchenoberen sind auch da. Sie tun zumindest so, als hörten sie ihren Schäfchen zu und würden eventuell Anregungen mitnehmen. Ansonsten suchen sie den Kontakt zu den Gläubigen. Nach ein paar Tagen ist der Rummel zu Ende und alle gehen beseelt nach Hause, in ihrem Glauben erfrischt und gestärkt. Nichts dagegen zu sagen, weil ja einfache Christen in ihren Gemeinden durchaus viel Gutes tun. Die Feier in Berlin wirkte nun ganz anders.

 

Statt Kirchentag vielleicht church event. Herr Bedford-Strohm empfing u.a. Angela Merkel, Barack Obama und Frank-Walter Steinmeier. Klarer Fall, diese Leute sollten öffentliche Aufmerksamkeit auf die Veranstaltung lenken. Barack zieht noch immer und auch Angys Popularitätswerte steigen. Es ging eben darum, gesehen zu werden. So landeten sie am Donnerstag auf einer Bühne. Ein Massenmörder, der es sich gerade bei Milliardärsfreunden in der Südsee hat gut gehen lassen. Eine seiner treuesten Gefolgsleutinnen, die schon beim Irakkrieg George W.’s mitmachen wollte. Jetzt kann sie und tut es überall. Auch eine Massenmörderin, obgleich sie keine Todeslisten unterschreibt. Doch sie stützt dieses Vorgehen in vielfältiger Weise. Daneben Heinrich Bedford-Strohm, sozusagen HBS himself. Diese Leute sollten uns was über Demokratie oder so erzählen. Was hätte der Jesus, den wir kennen, wohl dazu gesagt? „Hohe Herren haben bei solch einer Veranstaltung keine herausgehobene Position. Sie dürfen sich als Gläubige gern überall beteiligen. Ob sie singen, tanzen oder mitreden wollen.“ Zu einem Mordbuben wie Barack wäre er gegangen und hätte versucht, ihn vom Morden abzubringen. Kein Argument Baracks hätte Jesus überzeugt. Auch nicht, dass ein böser IS-Mann jederzeit eine Bombe in der Menge zünden würde. Jesus hätte ihn vielleicht an die Bombe erinnert, die seine Drohne auf eine Hochzeitsgesellschaft geworfen hat. Nicht deswegen, um Morden zu rechtfertigen. Sondern um dem armen Barack das Barbarische klarzumachen. Er hätte Barack aufgefordert, umzukehren und zu bereuen. Ehrlich zu bereuen. Denn dann können Sünden vergeben werden. Bei den Katholiken funktioniert das mit der Beichte. Bei den Evangelen muss es irgendwas ähnliches geben. Dann hätte sich Jesus Angela zugewandt. Er hätte sie aufgefordert, alles zu unterlassen, das dieses Morden fördert. „Schließe Ramstein und alle anderen Stützpunkte. Ziehe die Bundeswehr sofort zurück! Tritt ein für eine friedliche Koexistenz aller Länder. Und bereue auch Du ehrlich. Denn Du bist nicht weniger schuld als Barack.“ Zuletzt hätte er sich HBS zugewandt. Kirchenobere mochte er nie so besonders. Ihm hätte er gesagt, solch eine Show sei nicht in seinem Namen. Es gehe dem Christen nicht darum, populär zu werden. Das ist eitel. HBS möge doch zu seiner Aufgabe als Seelsorger zurückkehren und ablassen von diesem Großmannstun.

Einen Tag später wäre er zu Frank-Walter gegangen und hätte ihm gesagt, „auch Du gehe in Dich. Wie Barack und Angela hast Du mit Deinem Tun als Außenminister die Konfrontation mit Moskau und anderen befördert. Natürlich bist Du an den Kriegen des Westens maßgeblich schuld. Als oberster Diplomat der BRD war es Deine Aufgabe, Dialoge zu suchen und zu schaffen. Statt Nähe hast Du Fronten geschaffen. Auch Du, lieber Frank-Walter, hast hier nicht zu reden als einer, der was weiß. Dein Wirken hat Leben genommen und so kannst Du kein Vorbild sein für Christen. Bereue auch Du und wir nehmen Dich natürlich wieder auf.

 

Das klingt in Ihren abgeklärten Ohren vielleicht ganz niedlich und aus der Grundschule. Man bedenke doch die Weltlage, die ja viel komplexer ist denn je. Bitte sehr. Aber an Ihrer Weltlage hätte sich Jesus nicht gestört. Er hatte seine Grundsätze und die gelten bis heute. Moses schrieb sie, soweit wir wissen, am brennenden Dornbusch auf zwei Tafeln. Aus unserer Sicht haben Mörder, ihre Vasallen und ruhmsüchtige Kirchenobere auf keiner Bühne etwas zu suchen. Denn sie haben uns nichts mitzuteilen. Erst recht nicht auf einem Kirchentag.

 

Auch noch ein Wort zur guten Margot Käßmann. Sie hat da wohl mit 5.000 Menschen Bibelarbeit gemacht. Wie auch immer das funktionieren soll. Da hat sie dann die bekannten Sätze über deutsche Eltern und Großeltern gesagt. Wir glauben nicht, dass Margot allen Deutschen mit solchen Vorfahren Nazitum unterstellen will. Bestimmt nicht. Gleichermaßen halten wir das Getue um die AfD für großen Mist. Jesus hat nie jemanden von vornherein ausgeschlossen. Das hätte er auch mit der AfD nicht getan. Deshalb ist es natürlich richtig, Parteimitglieder in der Kirche zu belassen. Alles andere ist billige, miese Hetze. Der AfD solche Gedanken an deutsches Blut etc. zu unterstellen, führt nicht weiter. Margot muss sich schon die Mühe machen und mit den Menschen aus der AfD auf Augenhöhe reden. Dann mag sie beim einzelnen mit rein deutschen Vorfahren Nazitum diagnostizieren. Das ist keinesfalls übertragbar auf eine ganze Partei. Dieses Abgrenzen wirkt so selbstgefällig! Genau wie diese Keule der Rechtgläubigen, die Margot hier schwang.

 

Aus eigener Neugirde gucken wir mal etwas auf HBS. Wikipedia weiß bescheid: „Heinrich Bedford-Strohm (30. März 1960 in Memmingen als Heinrich Strohm geboren) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer systematischer Theologe mit dem Schwerpunkt Sozialethik. Seit dem 30. Oktober 2011 ist er Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und seit dem 11. November 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. (…)Er wurde 1992 mit der Arbeit „Vorrang für die Armen. Auf dem Weg zu einer theologischen Theorie der Gerechtigkeit“ promoviert. Von 1992 bis 1994 war er Vikar in Heddesheim.

Heinrich Strohm heiratete 1985 die Psychotherapeutin Deborah Bedford aus Boston (USA). Seither führt das Ehepaar den Namen Bedford-Strohm. Es hat drei Söhne. Bedford-Strohm ist Mitglied der SPD. (…) Von 1997 bis 1999 und von 2001 bis 2004 war Bedford-Strohm Pfarrer an der Coburger Moritzkirche. Seine Erfahrung aus der Seelsorge in der Gemeinde St. Moritz war auch eine wichtige Basis für seine Arbeit als Sozialethiker. (…)Am 4. April 2011 wurde Heinrich Bedford-Strohm als Nachfolger von Johannes Friedrich zum neuen Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt. Er wurde am 30. Oktober 2011 in sein Amt eingeführt.

Von 2010 bis 2013 war Bedford-Strohm Stellvertretender Vorsitzender der Sozialkammer der EKD. Seit November 2013 ist er Mitglied im Rat der EKD. Am 11. November 2014 wurde er von der Synode der EKD (7. Tagung der 11. Synode) mit 106 von 125 Stimmen als Ratsvorsitzender der EKD gewählt, zunächst für ein Jahr, nachdem sein Vorgänger Nikolaus Schneider sein Amt ein Jahr vor Ende der Wahlperiode aufgegeben hatte. Im November 2015 wurde er im Amt bestätigt und amtiert sechs Jahre.“

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Bedford-Strohm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Zeitgeschehen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s