Und wenn man denkt, es geht nicht schlimmer….

Auf den inneren Zustand der SPD sind wir schon einige Male eingegangen. Eigentlich öden uns die SPD und ihr „Spitzenpersonal“ inzwischen an. Aber am Freitag veröffentlichten die Nachdenkseiten eine Meldung, die so unglaublich ist, dass wir das Thema leider noch nicht fallenlassen können. Ein Leser hatte Martin Schulz in einer Mail auf einen Beitrag der Nachdenkseiten hingewiesen und bekam folgende Antwort. Hier ein verkürztes Zitat (den Gesamttext finden Sie am Ende des Beitrags):

„Diese sogenannten „Nachdenkseiten“ verbreiten radikales und demokratiefeindliches Gedankengut, von daher werde ich dieser Seite keinen Click geben und den Artikel nicht öffnen.“…….
Mit freundlichen Grüßen aus dem Willy-Brandt-Haus
Dimitrios Papoulias, SPD-Parteivorstand, Direktkommunikation
Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstraße 141, 10963 Berlin

Dies ist eine bösartige, durch nichts belegte Unterstellung. Hier wird ein Blog, der – wie sein Titel schon sagt – zum Nachdenken anregt, weil er dankenswerterweise nicht denselben einseitigen Mist der öffentlich-rechtlichen Medien wiederkäut, auf übelste Weise diffamiert. Wenn der SPD-Vorstand dermaßen um sich schlägt, muss es um die Gemütslage bei und um Martin Schulz denkbar schlecht bestellt sein. Das könnte man eigentlich mit einem mitleidigen Achselzucken abtun, wenn diese Handlungsweise nicht Methode hätte. Eine Gefahr für die Demokratie sind gewiss nicht Albrecht Müller und Jens Berger mit ihren Nachdenkseiten. Eine Gefahr für die Demokratie geht von Menschen aus, die jegliche abweichende Meinung als „demokratiefeindliches Gedankengut“ definieren. Das erinnert mich an längst vergangen geglaubte DDR-Zeiten, wo kritischen Stimmen sofort das Etikett „Antisozialistisches Gedankengut“ verpasst wurde. Was bildet sich dieser SPD-Kanzlerkandidat ein? Wie kommt er dazu, die Definitionsmacht für sich in Anspruch zu nehmen? Überheblicher und selbstgerechter geht es nicht.

Einige rein praktische Fragen stellen sich außerdem:

Hat der SPD-Vorstand eine schwarze Liste von unliebsamen Blogs und Webseiten? Die Antwort von Herrn Papoulias legt diese Vermutung nahe.

Wer hat diese Liste zusammengestellt?

Und nach welchen Kriterien? Sind da nur SPD-kritische Seiten vertreten oder befindet sich auf der Liste vielleicht auch die Bild online wegen permanenter Bemühungen um Massenverblödung?

In der Redaktion waren wir so empört über die Diffamierung der Nachdenkseiten, dass wir  Informationen zu diesem Vorgang an etliche Zeitungen und Bundestagsabgeordnete weitergeleitet haben. Über die Reaktionen (falls es denn welche gibt) werden wir dann gern berichten.

Parteien sind kein Selbstzweck. Die Aufgabe der Parteien sollte ursprünglich sein, an der politischen Willensbildung mitzuwirken (Artikel 21 GG), indem sie die unterschiedlichen politischen Vorstellungen und Interessen in der Gesellschaft artikulieren, sie zu politischen Konzepten und Programmen bündeln. In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass nicht die Bürger, sondern die Parteien die Richtung vorgeben. Und damit wir auch schön in die richtige Richtung denken, müssen unliebsame Medien eliminiert werden. Das alles hat mit Demokratie nichts mehr zu tun. Wenn man die Vorwürfe gegenüber den Nachdenkseiten ernst nähme, müsste man sich zwangsläufig die Frage stellen, „Wie kann eine Demokratie bedroht werden, die keine mehr ist?“

Anlage
Mail SPD Parteivorstand an Herrn Lang

Gesendet: Mittwoch, 10. Mai 2017 um 17:52 Uhr

Betreff: Nachricht via Kontaktformular von Helmut Lang (Ticket: SPD-162218)

Sehr geehrter Herr Lang,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die uns am 09. Mai 2017 erreicht hat. Sicherlich haben Sie Verständnis dafür, dass der SPD-Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz nicht alle an ihn gerichteten Zuschriften persönlich beantworten kann. Ich antworte Ihnen in seinem Auftrag.

Diese sogenannten „Nachdenkseiten“ verbreiten radikales und demokratiefeindliches Gedankengut, von daher werde ich dieser Seite keinen Click geben und den Artikel nicht öffnen.

Allerdings antworte ich Ihnen sehr gerne auf Ihre Vermutung.

Einer der Sätze, den Martin Schulz am öftesten während des bisherigen Wahlkampfes wiederholt hat, ist, dass er Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden will. Lautstark, deutlich und unmissverständlich wiederholt er den Satz aus voller Überzeugung und mit ganzem Herzem.

Wir wollen das Land voranbringen, nicht als Juniorpartner der CDU, sondern als stärkste Kraft im Parlament. Dafür brauchen wir jede einzelne Stimme!

Mit freundlichen Grüßen aus dem Willy-Brandt-Haus
Dimitrios Papoulias

SPD-Parteivorstand
Direktkommunikation
Willy-Brandt-Haus
Wilhelmstraße 141
10963 Berlin

Quelle:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=38271

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