Nächste Pleite der Sozis

Schön ist das Land. Büsche, Bäume, Felder und Wälder. Im Sonnenschein liegt alles hitzeflimmernd da. Die Natur schläft und schweigt. An diesem würdigen Ort nahe der holländischen Grenze. Im hohen Gras glitzert etwas. Der Betrachter kommt näher und erkennt. Ein Gleis verläuft hier. Überwuchert von allerlei Grünzeug. Doch wir können die stählernen Stränge noch erkennen und folgen ihnen. Hier und dort gucken uns ein paar Kühe verwundert nach. Ein alter Mann kreuzt unseren Weg, den wir fragen. Erstaunt antwortet er: „Das ist aber schön, dass sich mal jemand für dieses alte Abstellgleis interessiert. Seit zehn Jahren fährt hier kein Zug mehr.“ Wir wandern weiter. Ein paar Vögel singen, in der Ferne ein Bauernhof. Nicht mehr lange, da erspähen wir ihn in der Ferne. Rote Fähnchen und Ballons schmücken die Waggons. Irgendein Kopf guckt aus allen Fenstern. Bald können wir ihn erkennen. Es ist Martin Schulz, der da klebt. Als wir noch zehn Meter entfernt sind, erwischt uns wohl so ein wachsamer Bewegungsmelder. Aus der Lok steigt lustig Rauch auf. Emma, oder Martin, schnauft vernehmlich. Und es erklingt im schönsten Dolby Surround das Lied vom Schulzzug. Hier steht er also, der berühmteste Zug der Republik. Auf einem längst stillgelegten Abstellgleis nahe Würselen.

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. So geht es heute mal wieder den Sozialdemokraten im Land. Denn die Schleswig-Holsteiner wählten gestern so:

Wahlbeteiligung: 64,2 %

CDU 32,0 % +1,2 –  25 von 73 Sitzen
SPD 27,2 % -3,2 –  21 Sitze
Grüne 12,9 % -0,3 –  10 Sitze
FDP 11,5 % +3,3 –  9 Sitze
AfD 5,9 % +5,9 –  5 Sitze
SSW 3,3 % -1,3 –  3 Sitze
Linke 3,8 % +1,5
Piraten 1,2 % -7,0

Nach der Saarlandwahl erklärten uns die Sozis, das Ergebnis sei vom Amtsbonus der Ministerpräsidentin geprägt. Es stehe erst 1:0 für die Kanzlerin. Es kämen zwei Landtagswahlen, wo die SPD die Regierung führe. Wir sollten mal abwarten. Machten wir. Martin Schulz wohl auch. Denn fortan war von ihm nichts mehr zu hören. Weder zum türkischen Referendum, zu Syrien oder Nordkorea oder was die Mediennation sonst so bewegte. Auch der Schulz-Effekt kam kaum mehr vor. Die bundesweiten Umfragewerte traten den Sinkflug an. Nach der gestrigen Wahl müssen wir sagen, es steht 2:0 für die Union. Ein völlig unbekannter Kandidat namens Daniel Günter hat den Amtsinhaber Torsten Albig geschlagen. Sehr deutlich sogar. War hier womöglich ein Amtsmalus am Werk? Denn Umfragen sagten, die Menschen seien mit der Regierung zufrieden. Aha, Umfragen sagten das. Die meinten auch, es gäbe ein enges Rennen. Jetzt liegen fünf Punkte zwischen CDU und SPD. Eng ist anders. Über die Fehleinschätzung der Demoskopen verliert niemand mehr ein Wort. Das ist wohl Alltag geworden. Es gab da so ein wirklich dämliches Boulevard-Interview des Ministerpräsidenten mit seiner neuen Freundin. Wir glauben kaum, dass so etwas derart wirkt. Vielmehr wird den Sozis nichts mehr zugetraut. Ihre Personalrochaden im Bund waren ja auch allerliebst. Und so toll haben sie vielleicht doch nicht regiert. Trotz ihres Helden Robert Habek haben auch die Grünen leicht verloren. Der SSW auch. Natürlich hat diese Wahl Signalwirkung für NRW am kommenden Sonntag. Für die Regierungsbildung in Kiel gibt es zwei Varianten: CDU – Grüne – FDP oder SPD – Grüne – FDP. Die Grünen wollen gern mit den Sozis. Die FDP lieber mit der CDU. Wir dürfen gespannt sein, wer zwischen Nord- und Ostsee regieren wird. Für NRW wird wieder ein enges Rennen prognostiziert. Wir dürfen also getrost mit 5 Punkten Abstand zwischen den großen Parteien rechnen. Kraft wirkt ähnlich lahm wie Albig. Armin Laschet könnte davon profitieren und mit dem Rückenwind das 3:0 machen. Wir Bürger werden von einem Regierungswechsel nichts haben. Den Sozis aber geschieht es recht, wenn ihnen ihr eventartiger Politikstil – „Weder sozial noch demokratisch“ – um die Ohren fliegt. Noch werden Wahlen nicht auf dem Jahrmarkt ausgetragen.

Quelle:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article164333863/Alle-Ergebnisse-und-Grafiken-der-Landtagswahl-im-Ueberblick.html

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