Edler Tropfen auf den heißen Stein

Mit der U49 „Hacheney“ erreichen wir die Haltestelle „Rombergpark. Auf dem Bahnsteig empfangen uns sofort Rippen. Nach rechts führen sie zum Bahnsteigende, durch ein Noppenfeld und ein Gitter gesichert. Der optische Kontrast ist gut, der taktile weniger. Die Rippenplatten sind niedriger als ihre Umgebung, sodass die Rippengipfel weniger hoch hinausragen.

Bei Laub oder Streu im Winter wird das schwierig. Als uns ein Noppenfeld aufhält, denken wir an die bekannte NI-Säule. Richtig! Sie sagt auf beiden Seiten jeweils beide Richtungen an. Vor der Treppe fangen uns wieder Noppen auf. Die erste und letzte Stufe der Treppenabsätze sind jeweils deutlich gekennzeichnet. Neben der Treppe betreten wir einen schmalen Gang – links eine Glaswand zum Gleis hin und oben ein Dach. Hier kommen wir zum Fahrstuhl.

Dieser ist beschriftet und spricht. Alles prima. Unten finden wir die Rippen wieder. So geht es abwärts durch den Tunnel. Die Rampen sind lang, aber nicht sehr steil. Ob Ruhepodeste hätten eingebaut werden müssen, können wir freihändig nicht beurteilen. Mehr als 6 % Neigung sind es keinesfalls. Ein Geländer gibt auch im Tunnel zusätzlichen Halt. Zwei Treppen zweigen rechts ab. Vor ihnen warnen uns Noppen. Unten angelangt müssten wir nach rechts der Straße folgen, um zur Bushaltestelle Richtung Hörde zu kommen. Die Straße können wir mit einer einwandfrei barrierefreien Ampel überqueren.

Alles funktioniert. Hier können wir Richtung Barop fahren. Gehen wir von der Ampel aus gegen die Fahrtrichtung, queren wir eine noch nicht existente Straße mit einer Ampel. Dann geht es links in den Rombergpark. In der Nähe des Parkeingangs gibt es noch eine Bedarfsampel zur Querung der Straße. Auch sie ist einwandfrei. Hier geht es zur jüngst gebauten Johanniter-Klinik. Wollen wir von dieser Klinik zum Bus gen Barop, helfen uns Ampeln über die Auf- und Abfahrt zur B54. Hier gab es früher nur einen Zebrastreifen. Ein immenser Gewinn an Sicherheit. Wir finden am Rombergpark eine rundum gelungene Haltestelle. Leider scheint es Usus zu sein, abgesenkte Rippenplatten zu verlegen. Das ist auch an der Allerstraße so. Durch den Kopf geht uns allerdings, dass diese Haltestelle etwa eineinhalb Jahre zu spät fertig wurde. Vor allem aber, dass sie ausdrücklich gefeiert worden ist. Die Leiterin des Tiefbauamtes, Frau Uehlendahl, und der Bezirksbürgermeister Semmler waren zur Einweihung erschienen. Wir meinen, im Jahr 2017 müsste die Fertigstellung barrierefreier Haltestellen wöchentliche Praxis sein. Denn bis 2022 sollen alle Haltestellen von Bus und Bahn, und das sind Hunderte, umgestaltet sein. Traurig stimmt uns, dass die Barrierefreiheit im behindertenpolitischen Netzwerk kaum noch Thema ist. So liegt zum Beispiel das neue Tastmodell jenseits jeden Leitsystems. Dortmund bräuchte einen Schub an Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit. Doch es wird nach wie vor nur gekleckert. Sie sind hier stolz auf 28 gastronomische und andere Betriebe (Gaststätten, Hotels, Museen usw.), die auf Barrierefreiheit im Sinne des Tourismus geprüft sind. 28 von wieviel hundert? Und eine Prüfung heißt noch lange nicht, dass dort Barrierefreiheit herrscht. Es gibt viel zu tun. Machen wir eine Arbeitsgruppe.

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