Nordrhein-Westfalen

Dies ist ein Land im Westen der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf, die einwohnerreichste Stadt ist Köln. Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden und Nordosten an Niedersachsen, im Südosten an Hessen, im Süden an Rheinland-Pfalz sowie im Westen an Belgien und die Niederlande. Mit rund 17,9 Millionen Einwohnern ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste, flächenbezogen mit rund 34.100 Quadratkilometern das viertgrößte deutsche Land. 29 der 79 deutschen Großstädte liegen in seinem stark urbanisierten Gebiet. Die Metropolregion Rhein-Ruhr im Zentrum des Landes ist mit rund zehn Millionen Bewohnern einer der 30 größten Ballungsräume der Welt und zentraler Teil der am stärksten verdichteten Region Europas, der „Blauen Banane“. Den nördlichen Teil des Ballungsraums Rhein-Ruhr bildet das stark verstädterte Ruhrgebiet mit den Zentren Dortmund, Essen, Duisburg und Bochum. Dessen wirtschaftlicher Aufstieg basierte im frühen 19. Jahrhundert auf der Industrialisierung und der Montanindustrie, insbesondere dem Erz- und Kohlebergbau. Seit dem Rückgang des Bergbaus ab den 1960er Jahren vollzieht sich ein bis heute andauernder Strukturwandel hin zu einer Dienstleistungs- und Technologiewirtschaft, welcher durch subventionierte Großprojekte wie RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas begleitet wird. Bis heute ist die Wirtschaftsstruktur Nordrhein-Westfalens durch altindustrielle Schlüsselindustrien geprägt, jedoch existiert im Ganzen eine diversifizierte Wirtschaft. Mit einem Anteil von rund 22 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt ist Nordrhein-Westfalen das Land mit der höchsten Wirtschaftsleistung.

Das Land Nordrhein-Westfalen wurde 1946 von der britischen Besatzungsmacht aus der preußischen Provinz Westfalen und dem Nordteil der ebenfalls preußischen Rheinprovinz (Nordrhein) errichtet und 1947 um das Land Lippe erweitert. Seit 1949 ist es ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Bis 1999 war Bonn Regierungssitz der Bundesrepublik. Die Bundesministerien behielten Dienstsitze in Bonn.

Kulturell ist Nordrhein-Westfalen kein einheitlicher Raum; besonders zwischen dem Landesteil Rheinland einerseits und den Landesteilen Westfalen und Lippe andererseits bestehen deutliche Unterschiede. Bedeutende Bildungs- und Forschungsstätten im Land sind etwa die RWTH Aachen, die Universitäten Bonn und Münster, das Forschungszentrum Jülich, die NRW Graduate Schools und die deutsche Raumfahrtagentur DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt).

Wikipedia ist schlau und für einen nüchternen Überblick genau das Richtige. Wir beiden Autoren stammen aus unterschiedlichen Regionen dieses großen Landes. Ich bin in Ostwestfalen auf dem flachen und dünn besiedelten Land aufgewachsen. Salzkotten liegt im Kreis Paderborn. Meine beiden Eltern stammen vom Bauernhof. Ihr Geld verdienten sie aber im Büro. Wir wohnten in einer Anfang der 70er-Jahre gebauten Eigenheimsiedlung. Niemand war reich, sondern alle stotterten den Kredit mühsam ab. Wir hatten als Kinder viel Platz und wenig Autoverkehr. Schon relativ früh verfolgte ich die Nachrichten. Mich störte es, dass meine Heimat so gut wie nie vorkam. Immer Köln oder das Ruhrgebiet. Auch als kleiner Fußballfan konntest Du in Ostwestfalen nichts finden. Arminia Bielefeld war schon weit weg. TuS Schloss-Neuhaus schaffte es mal in Liga zwei. Mit etwa neun Jahren gab ich Schalke auf und wurde Bremenfan. Als ich elf war, rückte Bielefeld in den Fokus. Dort ging ich zur nächstgelegenen Sehbehindertenschule. Das war eine tägliche Fahrzeit von rund zweieinhalb Stunden. Im Winter bedauerte ich es oft sehr, auf dem flachen Land zu wohnen. Wenn bei uns richtig Schnee lag, erstickten Sauer- und Rheinland schon darunter. Das war ungerecht. Paderborn war damals für mich  eine große Stadt. Dort gab es zum Beispiel Rolltreppen. Ampeln gab es in meinem Heimatdorf keine. Die Installation von Straßenlaternen habe ich noch miterlebt. Nach drei Jahren Bielefeld-Fahrerei verließ ich dann für acht Jahre NRW Richtung Hessen.

Ich lebte als Kind und Jugendliche in Dortmund, genauer gesagt in Huckarde, ein absolut Bergbau-geprägter Vorort. Meine Großväter, mein Vater, die Onkel – sie alle arbeiteten auf dem „Pütt“ oder auf der Kokerei. Meine Eltern waren politisch und gewerkschaftlich sehr engagiert und so wurde auch mein Interesse an Politik schon früh geweckt. Identifizieren kann ich mich mit Nordrhein-Westfalen kaum. Vielleicht liegt es daran, dass dies eine künstlich zusammengestoppelte Region ist. Mit dem Ruhrgebiet ist es da anders. Ich mag die Menschen hier – besonders ihre Art, Klartext zu reden. Von der NRW-Regierung wünsche ich mir dringend, dass sie die Belange ihrer Bürger im Bund energischer vertritt. Gefühlt kommt NRW in den Berichten der Medien und in Diskussionen der Bundespolitiker kaum vor. Was mir überhaupt nicht gefällt in dieser Region ist die Fußballbesessenheit, die schon absurde Züge annimmt. Aber so etwas zu sagen, ist in Dortmund fast schon Blasphemie.

Ich finde auch, dass NRW in der Bundespolitik zu selten vorkommt. Meist dann, wenn es um schlechte Statistiken geht. Das liegt mindestens zum Teil an der Primitivität der Darstellung. In absoluten Zahlen muss NRW vor vielen anderen Bundesländern rangieren, weil hier 18mal so viele Menschen wie im Saarland oder gut sechsmal so viele wie in Schleswig-Holstein leben. Bei Wohnungseinbrüchen zum Beispiel muss die Relation pro 100.000 Einwohner gewählt werden. Erst dann hat eine Studie eine Aussage. Doch Studien haben immer zuerst ein Motiv samt zugehöriger Aussage und dann ein Ergebnis. Hannelore Kraft hatte gute Chancen, ihre Stimme im Bund einzubringen. 2012 diskutierten die Sozis, ob sie Kanzlerkandidatin werden solle. Weil Kraft 39,1 % geholt hatte. Sie wollte Landesmutti bleiben. Schauen wir uns ihr Verhalten während der letzten fünf Jahre an, war das besser so. Mehr als eine brave Parteisoldatin ist sie nicht. Erst treu zu Sigmar, dann wendig wie er und nun brave Genossin des Lokführers Martin. Sie soll keine Hampelfrau sein wie Horst Seehofer oder sein Vortanzclown Scheuer. Aber wo waren die Impulse aus dem größten SPD-Landesverband? Wo setzte sich Kraft für die klammen Ruhrkommunen ein? Wofür sie sich einsetzt, ist Kohle. So wird im Rheinland weiter abgebaut und Natur zerstört und so laufen die Kohlekraftwerke wie eh und je. Die Energiewende mag Hannelore nicht. Und hier komme ich zu einem Thema, das mich seit 30 Jahren nervt. Die Zeit von Kohle und Stahl ist lange vorüber. Besonders die Sozis an Rhein und Ruhr subventionierten sie bis zum geht nicht mehr weiter. Sie hielten einen toten Industriezweig jahrelang mit Infusionen am Leben. Die Menschen mussten lange Zeit nicht umdenken. Der Sohn folgte zu lange dem Vater und Opa auf den Pütt. Erinnerungen an die 50er- und 60er-Jahre hören sich meist an wie die pure Nostalgie. Wer heute unter den damaligen Bedingungen leben und arbeiten müsste, würde sich bedanken. Die Lebenserwartung lag dank der Staublunge 20 Jahre niedriger als heute. Reich wurde niemand außer den Zechenfürsten oder Stahlbaronen. Heute pflegt jede Stadt olle Brachflächen als Industriemuseen. Nichts gegen Denkmäler, aber zwei Zechen und zwei Kokereien reichen fürs gesamte Ruhrgebiet. Hannelores Stimme fehlte auch während der Monate hoher Flüchtlingszahlen. Erstens haben wir im Ruhrgebiet bereits Millionen Menschen integriert und zweitens verhielten sich die Einheimischen vorbildlich gegenüber den Flüchtlingen. Dank vieler privater Initiativen klappte alles ziemlich gut. Die Bayern tönten und die Menschen hier packten an. Das zeichnet sie aus. Ich habe meine Entscheidung, von Hessen ins Ruhrgebiet zu ziehen, nie bereut.

Die Wahlbeteiligung am 13. Mai 2012 lag bei schwachen 59,6 %. Nur jeder dritte Nordrhein-Westfale ging zur Urne. Die Parteien schnitten wie folgt ab: SPD 39,1 %, CDU 26,3 %, Grüne 11,3 %, FDP 8,6 %, Die Linke 2,5 %, Piraten 7,8 % und Sonstige 4,4 %. Für eine rotgrüne Landesregierung unter Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann ergab das eine Mehrheit von 128 zu 109 Sitzen im Landtag. Was zwei Jahre zuvor als Minderheitsregierung begann, konnte nun mit klarer Mehrheit regieren. Das tat dem Land nicht unbedingt gut. Zu Zeiten fehlender Mehrheit orientierten sich die Parteien tatsächlich eher an Sach- denn an Machtfragen. Das war sicher ein Grund dafür, dass die Sozis unter Kraft fast an alte NRW-Zeiten anknüpfen konnten. Ein anderer Grund war der schwache CDU-Kandidat Norbert Röttgen, der als Umweltminister aus Berlin entsandt wurde. Ihm wurde u.a. angekreidet, dass er sich nicht klar äußere, wo er nach der Wahl seine Aufgabe findet. Nach der Pleite war er auch nicht mehr lange Umweltminister. Heute gilt Röttgen als außenpolitischer und vor allem US-Experte bei der Union. Christian Lindner macht es sich leichter als Röttgen. Er sagt gleich, dass er nach Berlin geht, wenn die FDP im Bund wieder ins Parlament kommt. Unbekümmert spielt Christian den Spitzenmann, obgleich wir es voraussichtlich mit Herrn Stamp zu tun haben werden. Wie, den kennen Sie gar nicht? Auf Plakaten soll er zu sehen sein. Lindner schafft es in der jüngsten Umfrage dennoch auf sagenhafte 13 % mit seiner FDP. Krafts SPD liegt demnach mit 32 % knapp vor Armin Laschets CDU mit 31 %. Die Piraten kommen in Umfragen nicht mehr vor. Dafür die AfD. Markus Pretzel kann aktuell 8 % erwarten. Manche meinen mehr, da sich AfD-Wähler ungern outen. Löhrmanns Grüne liegen leicht erholt bei 7 %. Für die Linke unter Özlem Demirel wird es knapp – aktuell 5 %. Wird die Umfrage Realität, hat das Regierungslager satte elf Punkte verloren. Der riesige Vorsprung der Sozis wäre fast auf null geschmolzen. Vom Schulz-Effekt oder dem gleichnamigen Zug weit und breit nichts zu sehen. Als Zweierbündnis gäbe es nur Rotschwarz oder umgekehrt. Niemand will mit der AfD. Lindner will nicht mit den Sozis und hat auch die Grünen nicht gern. Hannelore wiederum will nicht mit den Linken. Grün oder FDP ist ihr egal. Der liebe Laschet würde gern mit dem Lindner-Stamp. Das wird kaum klappen. Wir sind ja mittlerweile den Demoskopen gegenüber sehr skeptisch. Wer am Ende die Nase vorn hat, ist schwer zu sagen. Dass sich die Frage überhaupt stellt, ist für Kraft ein Debakel. Fast 13 Prozentpunkte Vorsprung hat sie wegregiert. Und dabei ist ihr Herausforderer kein Strahlemann. Das ist eindeutig Christian Lindner, der dem Land aber nicht erhalten bleibt. Das scheint den Umfragen nach egal. Wir glauben, dass die Wähler das berücksichtigen. Sagen wir mal, SPD und CDU bei jeweils 31 Prozent. Die FDP sehen wir gleich auf mit der AfD bei 10 %. Die Linke kommt mit 5,5 % rein, wobei auch der Wunsch ein wenig Vater des Gedankens ist. Die Grünen werden fast halbiert und enden bei mageren 6 Prozent. So würde es für eine echte oder schwarze Ampel knapp reichen. Die Mehrheit wäre hauchdünn. Vieles spräche für eine große Koalition. Da wird wichtig sein, wer ein paar Zehntel Prozent mehr hat. Denn der stellt den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin. Hannelore wird kaum unter Armin regieren wollen.

Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Nordrhein-Westfalen
http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2012/aktuell/a0lw1200.html

 

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