Einfach genial

Dies ist eine fiktive Geschichte. Sie spielt auf dem Anwesen der von der Leyens in der Gegend um Hannover.

Das Ehepaar vdL ist allein. Die sieben Kinder sind auf ihren diversen Nobelinternaten oder Elite-Universitäten untergebracht. Man genießt den Abend vor dem Kamin, auf dem runden Beistelltischchen stehen zwei Gläser mit einen trockenen Rotwein vom befreundeten französischen Winzer. Ursula legt gemütlich die Beine auf einen Hocker und seufzt entspannt auf, ein leises Lächeln auf den Lippen.

Er: „Dass du so locker bist und noch lächeln kannst. Bei DER Presse….“
Sie: „Was meinst du?“
Er: „Na, die machen dich gerade fertig. Als Nestbeschmutzerin, als eine Profilneurotikerin, die Fehler in der Amtsführung mit aller Gewalt vertuschen will und ihrer Truppe dabei in den Rücken fällt.“
Sie lacht: „Das hätte ich nicht gedacht. Du bist doch sonst so ein Schlaumeier. Dass auch du darauf reinfällst. Ha, ha…“
Er: „Ursula, lass das. Ich habe einen anstrengenden Tag hinter mir. Also, wenn du mir etwas sagen möchtest, dann tue es bitte und lasse diese kryptischen Andeutungen“.
Sie: „Schon gut, reg dich doch nicht gleich auf. Ich freue mich einfach so, dass der Plan funktioniert hat. Sei so gut und hol uns doch noch einen Schluck von diesem edlen Tröpfchen. Dann erkläre ich dir ganz ausführlich, was ich meine“.

Gesagt, getan. Ein paar Minuten später sitzen die beiden wieder zusammen vor dem Kaminfeuer und er schaut seine Ursula gespannt an. Diese schmunzelt und setzt das Märchen-Gesicht auf, mit dem sie früher ihren Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt hat.

„Ja, das war so, mein Lieber“, hier folgt eine kleine Kunstpause, um die Spannung zu erhöhen. Aber als Ursula das genervte Gesicht ihres Gatten betrachtet, redet sie schnell weiter.

„Als diese fürchterliche Franco A.-Geschichte in die Medien kam, hatten wir nichts zu lachen, der Thomas und ich. Spott und Häme wurden über uns ausgeschüttet, denn sowohl seine Bamf-Behörde als auch meine Truppe hatten auf ganzer Linie versagt. Wie peinlich. Thomas und ich standen als die ahnungslosen Deppen da. Die Skandale häuften sich leider ein wenig in der letzten Zeit.“

Der Gatte nickt verständnisvoll. Er erinnert sich mit Schrecken an die Schlagzeilen der vergangenen Woche.
„Stimmt“, meint er. „Aber vom Bamf wird kaum noch gesprochen“.
„Genau das ist es doch“, antwortet Ursula mit Verschwörer-Miene. „Der Thomas ist zwar eine Niete in seinem Job, aber er ist ein schlauer Karrierist. Kannst du dich noch an die Weinprobe auf dem Gut der Fulbach von Lohringshofen erinnern? Im letzten Sommer?“

Der Gatte signalisiert Zustimmung.

„Bei dieser Gelegenheit hatte Thomas ein wenig tief ins Glas geschaut“, fährt Ursula fort. „Und er verriet mir, dass er für Notfälle immer ein paar Thesenpapiere in seiner Schreibtischschublade hat. Dabei geht es um so Aufreger-Themen wie Fußball, Autobahnen oder Islamisierung. In einer kritischen Situation sucht er sich ein passendes Thema aus und wirft es der Pressemeute hin. Die springt jedes Mal drauf an.“

„So langsam komme ich dahinter“. Herr vdL freut sich. „Diese Woche war es die Leitkultur, nicht wahr“?

„Ja sicher. Versuch es auch mal, Ursula, sagte Thomas damals zu mir. Du musst nur das richtige Stöckchen hinhalten und die Pressemeute hüpft drüber – genauso wie du es gern hättest. Die sind zu blöd. Und wenn einer nicht blöd genug ist, dann bringt ihn sein Chefredakteur schon auf Linie“.

Ursula lehnt sich zurück und blickt sinnend in das Kaminfeuer.

„Siehst du, mein Lieber, es funktionierte beim Thomas prima. Seit letzten Sonntag fällt sein Name ausschließlich im Zusammenhang mit dem Leitkultur-Papier. Das wird landauf, landab in allen Medien diskutiert. Dass er der verantwortliche Chef des Bamf ist, wird höchst selten erwähnt. Folglich musste ich mir auch ein passendes Stöckchen suchen.“

Der Gatte nickt nachdenklich.

„Was sollte ich machen? Es war ja klar, was man von mir erwartete. Ich musste empört sein, ich musste mit brutalst möglicher Aufklärung drohen. Ich musste so tun, als wenn Kameraden mit brauner Gesinnung völlig unvorstellbar für mich wären.

Also dachte ich mir folgendes aus: wenn ich all diese Erwartungen erfülle, aber übers Ziel hinausschieße mit meiner Truppen-Kritik, kann ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

1. Ich wirke so, als wenn ich mich um das Problem kümmere. Man kann mir nicht unterstellen, dass ich etwas vertuschen oder bagatellisieren möchte.
2. Meine harsche Kritik wird von ein paar befreundeten Offizieren aufs Schärfste verurteilt werden und schon wird man sich hauptsächlich mit mir und meinem Verhältnis zur Truppe beschäftigen“.

Ursula strahlt ihren Gatten an. „Siehst du, und genau so ist es gekommen. Klar stehe ich gerade im Kreuzfeuer der Kritik, aber das wird sich schon wieder legen. Wichtig ist, dass erstmal nicht zu viel darüber spekuliert wird, was wirklich in der Bundeswehr los ist. Stell dir mal vor, was alles zutage kommen könnte. Nicht auszudenken.

Um es auf den Punkt zu bringen: indem ich nach außen hin meine Truppe verurteile, stelle ich mich in Wahrheit hinter sie und sorge dafür, dass erstmal ein bisschen Gras über die Sache wächst, verstehst du? Ist das nicht genial?“

 

 

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