Brief an die CSU-Wähler

Liebe CSU-Wähler,

ich weiß, dass es Euch heute nicht gut geht. Das tut mir sehr leid und deshalb will ich Euch gern schreiben. Vor einem halben Jahr haben wir noch gerätselt, was Euer großer Vorsitzender mit seinen diversen Äußerungen meint. Seit gestern sind wir ein gehöriges Stück schlauer. Der Seehofer Horst macht weiter! In jeder Hinsicht. Es bleibt Euch und uns nichts erspart. Die Rente mit 67 – nichts für solch ein gestandenes Mannsbild. Wir hätten sie ihm gegönnt. Er will noch einmal die Landtagswahl gewinnen. Nächstes Jahr. Und deshalb möchte er auch Parteivorsitzender bleiben. Die Aigner Ilse ist also noch nicht dran. Mit 53 Jahren ist sie noch etwas grün hinter den Ohren. Und überhaupt – eine Frau kommt an den Stammtischen Eures schönen Landes nur gut an, wenn sie ein paar Bierkrüge trägt. So ein bisschen Ministerin spielen, das darf sie. Aber sonst haltet Ihr es mit den Frauen wie die katholische Kirche. Der Söder Markus ist noch ein jüngerer Hüpfer. Mit seinen 50 Jahren darf er im Wirtshaus neuerdings am Tisch der Männer sitzen. Mitreden aber nur ganz vorsichtig, eher nicht. Der hat noch Zeit, bis er dereinst vielleicht den Horst beerben darf. Ein bayerischer Bauernhof wird auch nicht zu früh übergeben. Die Ministerhanseln da in Berlin nimmt dahoam eh keiner ernst. Müller, Schmidt und Dobrinth – naja. Die taugen nicht einmal für den Spitzenplatz im Bundestagswahlkampf. Da habt Ihr ja noch den Herrmann Joachim. Mit 61 ist der immerhin im heiratsfähigen Alter – wie man so sagt. Außerdem ist er ausgewiesener Experte für innere Sicherheit. Das hat jedenfalls die Ilse gesagt. Letzten Sommer durften wir das erleben, als in Eurem schönen Land drei Attentate verübt wurden. Leider nur zwei von IS-Leuten. Herrmann erfand für sie eigens den Begriff der Turboradikalisierung. Also binnen weniger Tage via Internet vom Flüchtling zum IS-Kämpfer. Ansonsten liefert sich Herrmann ein enges Rennen mit Bundesinnenscharfmacher de Maiziere um die markigsten Sprüche und härtesten Vorschläge. Die Mindest-Ausweisequote, die die AfD am Wochenende forderte, könnte von Herrmann sein. Also personell ist seit gestern alles tutti bei Euch.

Inhaltlich fehlt es Euch noch an einer schönen Forderung. Das haben wir schon vor einem halben Jahr bedauert. Die Maut hat es am Ende der Legislaturperiode tatsächlich durch den Bundestag geschafft. Ob sie jemals eingeführt wird, ist offen. Viel mehr interessiert Euch der neue Länderfinanzausgleich, der ab 2020 gelten wird. In dessen Kielwasser werden die Bundesautobahnen privatisiert und aus dem Haushalt ausgelagert. Nebeneffekte, die Ihr bei Eurer Bierzeltidee damals selber nicht ahnen konntet.

Die Abgasaffäre hat der Dobrinth Alexander eigentlich prima ausgesessen. Da stehen ihm in der Autoindustrie oder deren Verbänden künftig Tür und Tor offen. Das ist jetzt aber auch nichts für die Wähler, weil die als Autokäufer ja die Gelackmeierten sind. So müssen wir auf politische Ideen wohl bis Juli warten, wenn auch die christlich-unionierten Demokraten soweit sind. Da wagen wir mal einen Tip, wie das Wahlprogramm aussehen wird. Ihr einigt Euch auf ein klares Weiter So! In diesem Sinne sind wir alle begeistert von der Entscheidung Eures Seehofer Horsts.

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