Kriegseinsatz versandet

Militär ist dann am besten, wenn es gar nicht existiert. Wenn wir es aber leider haben, ist es dann akzeptabel, wenn es nicht funktioniert. Deshalb freut uns die heutige Meldung aus Mali ganz besonders. Bekanntlich sind dort mittlerweile 1.000 Bundeswehrsoldaten im Einsatz gegen sog. Terroristen. Das Ganze läuft im Rahmen der UN-Mission Minusma. Die deutschen lösten dort holländische Soldaten ab. Sie hätten die Holländer ja mal fragen können, was in Mali für Bedingungen herrschen. Wenn sie es schon nicht selber wissen, unsere hochdekorierten Offiziere bei der Bundeswehr. Von ihrer kampfwütigen Ministerin hätten sie es vielleicht auch erfahren können. So aber wird mindestens der halbe Fahrzeugpark stillgelegt. Es ist zu heiß und staubig, die Straßen sind zu schlecht. Ab und zu werden die Soldaten sogar beschossen. Wenn sie denn mal in den einsatzbereiten Fahrzeugen auf Patrouille gehen. Die Hubschrauber, die Transporte in den Norden Malis sichern sollen, dürfen nicht aufsteigen. Nur bis zu 43 Grad Celsius sind sie zugelassen. Aktuell läuft der Antrag auf Sonderzulassung bis 48 Grad. Wer weiß, ob die erteilt werden darf. Sollte es in Mali wirklich Feinde der Bundeswehr geben, können die sich freuen. Sonderlich gefährlich wirkt diese Armee nicht. Und das finden wir gut so. Wie gesagt, besser wäre gar keine. Und erst recht nicht in fremden Ländern. Gern würden wir eine Stellungnahme unserer Kriegstreiberministerin hören. Denn neben der Hitze laufen auch Ersatzteillieferung aus Deutschland sowie die Wartung vor Ort nicht gut. Was ist denn da los, meine lieben Herren Generäle? Schlendrian in der Truppe! 5.000 Beschaffer in Koblenz mal wieder überfordert? Brauchen wir externen Sachverstand? Mit diesem Wissen empfinden wir das massive Erhöhen des Kriegsetats erst recht als Geldverbrennen. Unfähige Politiker geben einem Militär unnötige Aufträge und dieses Militär ist unfähig, sie auszuführen. Es ist auch bei weitem nicht die erste Panne, die bekannt wird. Aus dem ganzen Wahnsinn kann doch nur folgen, dass wir den Laden dicht machen. Null plus null bleibt eben null. Wenn wir den Wehretat – wie geplant – bis 2024 verdoppeln, hilft das auch nicht. Zweimalnull ist – na Sie wissen schon. Wir wollen nicht missverstanden werden. Übers Militär, das zum Töten da ist, in leichtem Ton zu schreiben, fällt schwer. Andererseits ist seine Existenz ein Faktum, an dem wir nicht vorbei kommen. Betrachten Sie unsere humoristische Einschätzung der Lage bitte vor diesem Hintergrund.

Denn zum Schluss müssen wir von einer weiteren militärischen Posse berichten. Vor einigen Tagen drohte Trump den Nordkoreanern mit dem Entsenden eines Flugzeugträger-Verbandes. Der sei auf dem Weg in koreanische Gewässer. Heute wird gemeldet, das stimmt gar nicht. Der war auf dem Weg entgegen gesetzt in Richtung Indischer Ozean. Dort soll er am Manöver teilnehmen. Wohlmeinend könnten wir sagen, das war ein prima Bluff von Trump. So recht daran glauben können wir nicht. Die Lage in Korea ist für Bluffs eindeutig zu heikel. Und auch dem US-Militär trauen wir zu, dass der eine nicht weiß, was der andere macht. So ist es möglich, dass besagter Flugzeugträger nun Kurs Korea fährt. Es wäre gut, wenn er im Ernstfall so wenig funktioniert wie die Bundeswehr-Fahrzeuge.

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