Moskau sichert vorerst den Frieden

Vorgestern mussten wir vom Raketenangriff der US-Navy auf einen syrischen Militärflughafen berichten. Seither sind 36 Stunden vergangen. Der Krieg ist nicht weiter eskaliert. Moskau hat militärisch nicht reagiert. Einzig die Absprachen über Flugbewegungen im syrischen Luftraum wurden unterbrochen. Ein Faktum, dass Zwischenfälle verursachen kann. Wir haben unsere gleichgeschalteten Medien sehr genau beobachtet. Aus dem „mutmaßlich syrischen Giftgasangriff“ ist das „mutmaßlich“ verschwunden. Trumps Vergeltungsschlag beweist sozusagen Assads Schuld. Erinnern Sie sich noch an Saddam Hussein? Dem ging es ähnlich. Allerdings mussten sich die Amis seinerzeit etwas mehr Mühe geben und der UN falsche Beweise für Massenvernichtungswaffen vorlegen. Ein Trump agiert da sehr viel eigenmächtiger. Mag sein, dass er durch vorzeitiges Informieren der Russen Opfer auf deren Seite verhindert hat. Aus Berlin und anderen Hauptstädten ist mehr oder weniger lautes Zustimmen zu vernehmen. Dabei wird klar, wie gleichgültig Trump im Zweifel die NATO ist. Er kann davon ausgehen, dass ihm die führenden NATO-Partner sowieso folgen. Und sie tun es. Auch unsere Kanzlerin und ihr Außenminister. Der lobhudelt gerade die deutschen Soldaten in Mali. Unsere Medien sind mit Erklärungen rasch bei der Hand. Da wird Putin nicht etwa wegen seiner besonnenen Haltung gelobt. Vielmehr sehen sie ihn tief beeindruckt von Amerikas Stärke und auf dem Weg zur westlichen Position gegen Assad. Schauen Sie mal in den Ruhr-Nachrichten von heute (8. April):

„… Doch könnten Trumps PR-Marschflugkörper auch die Assad-Verbündeten in Moskau und Teheran beeindrucken und Bewegung in das Ringen um Frieden bringen.

Obama war es mit seiner Zurückhaltung sechs Jahre lang nicht gelungen, den Konflikt zu stoppen. Russlands Präsident Wladimir Putin sah sich schon fast am Ziel einer militärischen Lösung, die Assads Verbleib an der Macht gesichert hätte. Nun hat Trump den Giftgasangriff zum Anlass für einen Kurswechsel genommen, dem sich Putin anschließen könnte: Ein Machthaber, der sein Volk mit Giftgas töten lässt, ist schwer als Stabilitätsfaktor zu akzeptieren. Und Putin setzt auf bessere Beziehungen zu den USA, scheut deswegen vor Eskalation zurück.

Damit Trump mit seinem Überraschungsschlag mehr erreicht als Verwirrung zu stiften, muss er den Raketen rasch eine klare Strategie folgen lassen und das Gespräch mit Putin suchen. Die Bundesregierung scheint darauf zu setzen, heißt Trumps Alleingang gut und gibt sich plötzlich überzeugt, dass wirklich Assad hinter der Giftgasattacke steckt. Für Kanzlerin Angela Merkel gilt es jetzt, auf eine geschlossene europäische Haltung hinzuarbeiten und gemeinsam mit Trump Druck auf Moskau auszuüben, endlich von Assad abzulassen und nicht länger eine Friedenslösung ohne den brutalen Machthaber zu blockieren. Tobias Schmidt“

Wie widerwärtig ist es, todbringende Raketen als PR-Marschflugkörper zu verharmlosen? Gerade noch auf dem hohen moralischen Ross sitzend wegen der Kritik am Giftgas, stirbt dem Autor ob solcher Formulierungen dieser Gaul namens Moral doch unterm Hintern weg. Ein tiefer Fall hinab vom eigenen Anspruch auf den harten Boden des eigenen Seins. Für richtig dargestellt halten wir den Hinweis auf die US-Innenpolitik. Hier ist Trump sowohl mit seinen Dekreten gegen islamische Einreisende als auch mit seinem Gesetz gegen Obamas Krankenversicherung gescheitert. Was kommt da gelegener, als ein äußerer Feind? Wir Zusammenhangdeuter halten den Giftgas-Einsatz aber nicht nur für eine „gute Gelegenheit“ für Trump. Fragen wir mal, wem er nutzt? Dann haben wir oft auch den Täter. Assad oder den Russen nutzt das nicht. Nutznießer sind die USA und ihre Verbündeten. Wie gestern gesagt, sieht es bei den Untersuchungen des Giftgaseinsatzes vor dreieinhalb Jahren auch stark nach Rebellen und Türken als Urheber aus. Dass Rebellen an dieses Zeug rankommen, steht außer Frage. Wir glauben nicht, dass die USA irgendwelche Skrupel plagen! Sie warfen Atombomben auf Japan und Dioxin auf Vietnam. Nun wünscht sich der Autor eine Strategie des US-Präsidenten. Noch haben wir kein Weihnachten, wo manchmal Wünsche in Erfüllung gehen. Aber nur wer an das Christkind glaubt, kann an einen Plan der USA glauben. Den hatten sie weder in Afghanistan, im Irak oder in Libyen. Drei kaputte Staaten voller Leid für die Bevölkerung. Für Syrien sehen wir ebenfalls kein Ende der Gewalt. Im Gegenteil. Würden Russland und der Iran so impulsiv reagieren wie Trump, wäre in Syrien schnell die Hölle los. Unser RN-Autor hört aber noch nicht auf zu träumen. Er glaubt, Putin müsse nun auf die westliche Linie gegen Assad umschwenken. Schließlich hat ihn Trump ja aus allen Machtphantasien in Syrien rausgeschossen. Hier sind wir dann endgültig auf dem kleingeistigen Niveau des US-Präsidenten angekommen. Und wohlgemerkt: Unsere Regierung aus CDU/CSU und SPD im Verein mit den Grünen und der FDP sind sich einig in ihrer Anti-Assad-Haltung. Auch sie alle haben keinen Plan für die Zeit danach. Bedenken Sie dies bitte bei künftigen Wahlentscheidungen aufmerksam!

Abschließend möchten wir den Postillon zitieren. Die Autoren dort bringen die Ereignisse treffend auf den Punkt. Das ist nichts für schwache Gemüter oder Restgläubige an „unsere Werte“. Schonungslos bezeichnen sie sämtliche Beteiligte als das, was sie sind.

„Freitag, 7. April 2017   Mörder ermordet mehrere Menschen, um Mörder zu bestrafen Washington (dpo) – Ein Mörder aus Washington hat in der Nacht von  Donnerstag auf Freitag nach aktuellen Angaben mehrere Menschen durch  Raketenbeschuss ermorden lassen, um einen Mörder aus Damaskus für den  mutmaßlichen Mord an Dutzenden Zivilisten durch Giftgas zu bestrafen. „Das soll ihm eine Lehre sein“, erklärte der Mörder  aus Washington, der allein im März 2017 im Irak und in Syrien für den  Mord an mindestens 1000 Zivilisten verantwortlich ist. Mehrere Mörder an der Spitze anderer Länder, die ebenfalls in Syrien morden, begrüßten die Maßnahme des Mörders aus Washington. Beobachter bezweifeln jedoch, dass die überraschende Mordaktion das  Morden in Syrien langfristig beenden kann. „Klar, dem einen Mörder hat  er jetzt einen kleinen Denkzettel verpasst“, erklärt Nahostexperte Ernst  Pekel. „Aber dadurch werden andere Gruppen von Mördern, wie etwa  IS-Mörder und Mörder der sogenannten Rebellen gestärkt.“ Außerdem könne es durch diese völkerrechtswidrigen Morde zu Verwerfungen  mit dem Mörder aus Russland kommen, was langfristig einen Weltkrieg  auslösen könnte, bei dem noch viel mehr gemordet würde. Ob eines dieser Szenarien tatsächlich eintritt, bleibt abzuwarten. Derzeit befinden sich alle Mörder auf freiem Fuß.“

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