Qualitätsmedien

Heute möchten wir Ihnen anhand zweier Artikel vorführen, wie tendenziös unsere heutigen Medien arbeiten. Als Beispiel haben wir die in Dortmund erscheinenden Ruhr-Nachrichten ausgewählt. Sie erscheinen mit einer täglichen Auflage von etwa 130.000 im Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG. Die erste Ausgabe der RN erschien im März 1949. Das Medienhaus Lensing-Wolff gehört zu den größten Zeitungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern des Unternehmens gehören: Deutscher Bundeswehrverband (DBwV), der Wettbewerber Funke Mediengruppe und der an der Börse notierte Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund. Vermarktet werden die Lensing-Titel wie auch der Hellweger Anzeiger und die Recklinghäuser Zeitung von der Mediakombi NRW, an deren Spitze der Kooperationspartner Funke Mediengruppe steht. Zu den wichtigsten Kunden im Segment Fachzeitschriften gehört der Deutsche Bundeswehrverband (DBwV), für den das Medienhaus die Fachzeitschrift Die Bundeswehr produziert. Geschäftsführer des Verlags ist Lambert Lensing-Wolff, ein Enkel des Verlagsgründers Lambert Lensing (1870). Der Unternehmer erlangte bundesweite Bekanntheit, indem er diverse Lokalredaktionen schloss, die Fotografen zu Selbständigen erklärte und sich geschmeidig an den Konkurrenten Funke-Mediengruppe anpasste. Wir finden all diese Informationen als Hintergrundwissen fürs Verständnis der folgenden zwei Artikel wichtig.

 

Im ersten Beitrag geht es um die Bomben der US-geführten Anti IS-Koalition auf etwa 30 Zivilisten. Für den Angriff sollen Fotos der deutschen Tornados genutzt worden sein. Zunächst einmal bringt der Autor diesen Vorfall mit dem Angriff auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan 2009 in Verbindung. Das suggeriert, dass es sich jeweils um Einzelfälle handelt. In den acht Jahren dazwischen ist sowas nicht passiert. Dann warnt der Autor vor vorschnellen Schuldzuweisungen. Es solle geprüft werden, ob deutsche Offiziere IS-Kämpfer auf den Bildern erkannt haben wollen. Als ob sie das könnten. Aus unserer Sicht vermittelt uns der Autor eine irgendwie niedlich-kindliche Sicht auf den Krieg in Syrien. Die liebe Bundeswehr macht nur Fotos. Die gibt sie nur dann weiter, wenn darauf der böse IS zu erkennen ist. Sonst nicht. Und natürlich werden von den Flugzeugen der Freunde, die nach diesen Fotos fliegen, nur böse IS-Leute getroffen. Möge dem Autor dieser Kinderglaube erhalten bleiben. In Wahrheit nimmt Deutschland einfach am Krieg teil. Die Bundeswehr liefert Zielfotos für Bombardements. Bomben töten hauptsächlich Zivilisten. Das liegt in der Natur ihrer Wirkung. Weiterhin zerstören sie Gebäude jedweder Nutzung. Bis hin zu Krankenhäusern. So ist Krieg. Und die Bundeswehr nimmt am Krieg teil. Seriöse Journalisten können es nur so und nicht anders darstellen.

 

„Nicht voreilig urteilen

Erinnerungen an die Tragödie von Kunduz werden wach. Damals hatte ein Bundeswehr-Oberst einen US-Angriff auf zwei Tanklaster angefordert, bei dem hundert Menschen getötet worden waren.

Hat es nun im Kampf gegen den IS in Syrien einen zweiten Fall Kunduz gegeben? Ist die Bundeswehr mitverantwortlich für den Tod von 33 Zivilisten, die laut Aktivisten bei der Bombardierung einer Schule getötet worden waren? Wer das nun wie die Linkspartei behauptet, zieht voreilige Schlüsse und muss sich den Vorwurf vorhalten lassen, billigen Wahlkampf zu betreiben. Anders als im Fall Kunduz ordnete die Bundeswehr den Angriff in Syrien nicht an, sondern lieferte Aufklärungsbilder des Zieles. Es könnte sich indes auch als voreilig herausstellen, Fehler der Bundeswehr schon auszuschließen: Die Bilder der Tornado-Aufklärungsflieger dürfen nur dann an die Verbündeten weitergegeben werden, wenn es Hinweise gibt, dass die Ziele dem Kampf gegen den IS dienen. Nun geht es um Aufklärung: Noch sind die getöteten Zivilisten nicht bestätigt. Sollte es Erkenntnisse dazu geben, muss ans Licht gebracht werden, warum die Bundeswehroffiziere nicht erkannten, dass mit Hilfe ihrer Aufnahmen keine IS-Ziele bombardiert werden würden. Tobias Schmidt“

Artikel vom 31.03.17

 

Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit der Maut. Eine Woche nach der Zustimmung des Bundestages war nun der Bundesrat bereit, aufs Anrufen des Vermittlungsausschusses zu verzichten. Damit ist die Maut erstmal beschlossen. Der Autor lobt Minister Dobrinth für sein Stehvermögen. Kann er machen. Nur sollte bei der Beurteilung Dobrinths auch die Arbeit mit einbezogen werden, die er sonst so machte – Beispiel Abgas-Affäre. Anschließend stellt sich der Autor auf die Seite der geschröpften Autofahrer. Sehr beliebt in unserem Land. Böse Ahnungen von Maut-Erhöhungen in der Zukunft treiben ihn um. Dabei denkt er an die marode Verkehrsinfrastruktur. Doch dafür haben unsere Politiker längst eine Lösung ersonnen. Die Bundesfernstraßengesellschaft. Schauen Sie sich mal die Bananenrepublik in unserem Blog an. In diese private Gesellschaft wird das Eigentum an den Autobahnen überführt. Dorthin fließen die Maut-Einnahmen. Mit privat geliehenem Geld wird die Gesellschaft die Straßen und Brücken instand halten. Für das geliehene Geld zahlt sie prima Zinsen, sonst kriegt sie es nämlich nicht. Die Schulden dieser Gesellschaft tauchen nicht im Bundeshaushalt auf. Die Zustimmung der Länder zu diesem gigantischen Outsourcen erkaufte sich die Regierung mit dem neuen Länder-Finanzausgleich. All das verschweigt uns der Autor. Er unkt rund um die Maut, während sie nur ablenkt vom eigentlichen Vorgang. Und die RN unterstützen dieses Ablenken gern.

 

„Geringe Halbwertszeit

Eins muss man Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt lassen. An Ausdauer und Durchsetzungskraft mangelt es ihm nicht. Mag der CSU-Politiker sein Lieblingsprojekt auch holprig auf den Weg gebracht haben am Ende hat er erreicht, was er wollte. Die PKW-Maut kommt. Ab 2019 werden Autofahrer auf deutschen Autobahnen zur Kasse gebeten. Der Widerstand der Länder ist am Ende zusammengebrochen.

Mit Zuckerbrot und Peitsche hat der Verkehrsminister die Mehrheit im Bundesrat gegen ein Vermittlungsverfahren organisiert. Manch einer der Ministerpräsidenten dürfte sich seine Zustimmung auch im Zuge der weiteren Verkehrsplanung vergolden lassen. Die Beteuerungen, dass deutsche Autofahrer angesichts einer Kompensation bei der Kfz-Steuer nicht stärker belastet werden, haben nur eine sehr geringe Halbwertszeit. Wenn Dobrindts Maut-Konzept am Ende keine nennenswerten Einnahmen erzielt oder gar mehr kostet als es einbringt, wird es sehr schnell Veränderungen geben, die die Autofahrer teuer zu stehen kommen. Schließlich werden dringend Milliarden benötigt, um die marode Verkehrsinfrastruktur zu sanieren und die Verkehrswege auszubauen. Dabei leisten sie bereits über Mineralölsteuer, Kfz- und Mehrwertsteuer seit Jahrzehnten einen gewaltigen Beitrag zu den Staatseinnahmen.

Mit ihr werde es keine Maut geben, hatte Kanzlerin Angela Merkel noch unmittelbar vor der Bundestagswahl 2013 versichert. Ein Wahlversprechen, das sie aus Rücksichtnahme auf die Schwesterpartei CSU gebrochen hat. Auf die Versicherungen, dass die PKW-Maut deutsche Autofahrer auf Dauer nicht teuer zu stehen kommen wird, darf man dann auch nicht bauen.

Andreas Herholz“

Artikel vom 01.04.17

 

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Medienhaus_Lensing#Umstrukturierung

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