Saarland

Schon lange gibt es die Idee, Ihnen und uns die Bundesländer der BRD vorzustellen. Anlässlich der Landtagswahl in zehn Tagen fangen wir mit dem kleinsten Flächenland an. Ich habe tatsächlich drei Jahre lang mit einer Saarländerin zusammen gewohnt. Ganz harmlos in der WG in Marburg. Das Verbindendste zwischen uns war die Fernsehserie „Dallas“. Jeden Dienstag um 21.45 Uhr hatten wir Termin bei ihr. Denn sie hatte einen eigenen Fernseher auf dem Zimmer. Barbara hieß die Mitbewohnerin. Sonst weiß ich noch von ihr, dass sie der einzige Schlagerfan unter uns zehn Schüler_innen war. Beeindruckend war, wenn sie mit daheim telefonierte. Sie brauchte nicht leise zu sprechen, denn wir konnten fast nichts verstehen. Das sollte eine Art Deutsch sein? Ich glaube, ich habe dieses Bundesland nie betreten. Nicht einmal als Torballspieler. Als bekannte Saarländer fallen mir zwei Männer und eine Frau ein. Erich Honnecker kam von dort. Seines Zeichens immerhin Staatsratsvorsitzender der DDR bis fast zur Wende. Dann Oskar Lafontaine. Immerhin mal SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat 1990, obgleich die Sozis das heute kaum mehr wissen wollen. Denn Oskar wechselte bekanntlich zu den Linken. Und dann haben wir als berühmte Tochter des Landes die Eurovisionssängerin Nicole. „Ein bisschen Frieden“ trug Deutschland den Sieg ein, eher Jahrzehnte später Lena Meier-Landruth folgte. In der Bundesliga spielten immerhin schon drei Saarklubs: Borussia Neunkirchen, 1. FC Saarbrücken und der FC Homburg. Letzterer wurde durch Trikotwerbung für Kondome bekannt. Soweit meine ganz persönlichen Gedanken zum Saarland.

Wikipedia weiß zu berichten, dass das Saarland an Rheinland-Pfalz, Frankreich und Luxemburg grenzt. Knapp eine Million Menschen leben dort. Die Landeshauptstadt heißt Saarbrücken. Erst 1957 trat das Saarland nach einer Volksabstimmung der BRD bei. Derzeit regiert dort eine schwarzrote Koalition unter Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Die Sitzverteilung sieht so aus: CDU 19 Mandate, SPD 18, Linke 8, Piraten 3 und Grüne 3. Es hätte also auch eine hauchdünne rotrote Mehrheit gegeben. Doch mit Oskar L. an der Spitze ging das für die Sozis natürlich nicht.

Nun hofften wir, auf der Saarland-Seite einen begeisterten Text zum Land zu finden. Das klappt aber nicht. Unter dem Stichwort Tourismus steht: “ Das Saarland ist kein klassisches Reiseland. Das hat einen Riesenvorteil: Die Gegend ist nicht überlaufen, und es gibt viel Spielraum für eigene Entdeckungen. Dazu laden eine unverbrauchte Landschaft und eine reiche Kulturgeschichte ein. Und übrigens: Wir können auch Berge und Strand!“ Es folgt ein Fotowettbewerb. Besucher sollen Bilder machen von Orten, die ihnen gut gefallen haben. Also sozusagen kostenloses Outsourcen der Eigenwerbung. Irgendwie seltsam. Wir erfahren noch, dass es viele Mundarten gibt. Vielmehr bietet der Punkt „Land und Leute“ nicht.

Die offizielle Hymne heißt Saarlandlied. Manchmal sind solche Texte ja ganz putzig. Schauen wir mal!

Saarland-Lied

(Text: Gerhard Tänzer, Melodie: K. Hogrebe)

Ich rühm‘ dich, du freundliches Land an der Saar, von friedlichen Grenzen umgeben. Nie wieder bedrohe dich Krieg und Gefahr, in dir möcht’ ich immerzu leben. Und gibst du uns Arbeit, so hat’s keine Not, wir werden die Mühen nicht scheuen, und Feste auch feiern zum täglichen Brot, denn du, unser Land, sollst uns freuen. Die 2. und die 3. Strophe gehören nicht offiziell zum Saarlandlied, können aber ad libitum dazu gesungen werden.

In östlichen Tälern, da brauen wir Bier, im Westen, da keltern wir Weine, inmitten das industrielle Revier, Fabriken für’s Grobe und Feine. Und ringsum die Wälder, die Hügel und Höh’n, der Blick reicht von dort in die Ferne, wir können ganz schnell in ein andres Land gehen und bleiben hier deshalb so gerne.

Wir werken mit Witz, und wir trinken den Wein, und ziehen wir weit weg auf Reisen, dann fasst uns die Sehnsucht, wir möchten daheim auf unsre Art sprechen und speisen. Und ist in der Welt auch nur klein unser Land wir zeigen es gern unsern Gästen, wir wollen es mehren mit Fleiß und Verstand zu seinem und unserem Besten.

Anmerkung: ad libitum bedeutet nach Belieben

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Saarland

http://www.saarland.de/SID-36B8483A-45FB99FA/land_tourismus.htm

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