Anschlagsplanung

Es ist Ende September. Der Spätsommer meint es gut. Die Bürger der so sehr freien Welt liegen n der Sonne oder plaudern im Eiscafé. Im Garten der sächsischen Vertretung in Berlin treffen sich zwei Männer und eine Frau. Ursula von der Leyen strahlt über das ganze Gesicht. Thomas de Maiziere kriegt seine etwas finstere Miene nicht ganz weg. Hans-Georg Maaßen trägt als Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz natürlich ein undurchdringliches Pokerface zur Schau. Er scheucht noch die letzten Spezialisten für Wanzensuche aus dem Garten. Das Trio möchte unter sich sein. Kaffee, Tee, kalte Getränke und Häppchen stehen bereit.

Hans-Georg: Na Frau von der Leyen, was macht Ihnen denn so viel Freude?

Ursula: Ach komm Hans-Georg, wir sind doch unter uns. Also ich habe gerade gehört, dass unsere Abgeordneten doch nach Incirlik dürfen. Wir schieben den Türken ein paar Milliönchen rüber und dann läuft die Sache.

Thomas: Lasst uns mal zur Sache kommen. Ich muss noch ins Pegida-Lagezentrum.

HG: Ach deshalb guckst Du so. Na gut, ich habe uns wie versprochen was vorbereitet. Guckts Euch erstmal an. (Er verteilt je ein dünnes Heftchen an U und T).

U: Hey das ist gut. Ein Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt. Das haut so richtig rein bei den Leuten.

T: Und so kurz vorm Fest. Da sind doch immer alle so gefühlsduselig. Ganz prima ausgewählt. Aber muss es unbedingt Berlin sein?

HG: Na klar, mitten im Herzen der Republik. Außerdem können wir dann jede Panne auf den neuen rotrotgrünen Senat schieben.

T: Ich weiß nicht. Sag mal Ulla, haben wir Angy dann schon weggeputscht?

U: Du bist aber auch vergesslich! Beim Essener Parteitag doch noch nicht. Wir warten bis Februar. Dieser Anschlag hier passt doch gut ins Konzept. Also, wenn ich es recht verstehe, kapern wir einen LKW?

HG: Genau. Wir haben da mehrere Objekte im Auge. Eines dieser Fahrzeuge wird am 19. Dezember sicher in Berlin rumfahren.

T: Was soll mit dem Fahrer passieren?

HG: Kopfschuss. Klarer Fall. Den dürfen wir nicht laufen lassen. Er könnte zu früh Alarm schlagen und die uninformierte Streifenpolizei verständigen.

U: Gibt das nicht Ärger mit den polnischen oder tschechischen Freunden?

HG: Ich denke, das hält sich in Grenzen. Wir streuen so ein Gerücht, als habe sich der Fahrer gewehrt und sei als Held von diesem feigen Islami erschossen worden. Meine Tante will immer schon eine Petition loswerden. Die schlägt ihn dann fürs Bundesverdienstkreuz vor. Ist doch alles sehr pathetisch in dieser Vorweihnachtszeit.

T: Und wer ist dieser Amri? Ist der zuverlässig?

HG: Aber klar. Der hat schon auf Sizilien gesessen. Der weiß, wie die Hasen so laufen. Hier bei uns hat er natürlich auch kein Asyl gekriegt. Wär ja auch noch schöner. (Er lacht höhnisch). Gemeldet ist er bei den rotgrünen Weicheiern in NRW.

T: Oh das ist prima. Da kann ich diesem Jäger mal so richtig einen reinhauen.

U: Ja, aber hält der denn dicht und kann der das überhaupt? Der hat gar keine militärische Ausbildung. Wenn er wenigstens in einem unserer Ausbildungslager in Afrika gewesen wäre.

HG: Einen Laster steuern kann doch fast jeder. Das schafft der schon.

U: Gib mir doch bitte nochmal die Kaffeekanne, lieber Hans-Georg. Mit wie vielen Toten rechnest Du denn?

HG: Zehn oder zwanzig.

Thomas nickt, Ursula trinkt.

HG: Dann nehmen wir erstmal irgendeinen Flüchtling fest. Damit der Zusammenhang mit den Flüchtlingen auch dem blödesten Sozi klar wird. Den lassen wir am nächsten oder übernächsten Tag wieder laufen. Nach zwei Tagen machen wir dann Amri zum Hauptverdächtigen.

U: Informierst Du die belgischen und französischen Freunde, damit sie ihn laufen lassen?

T: Ich glaube, das ist nicht nötig. Womöglich haben die Bedenken. Wenn er sich nicht zu blöd anstellt, kommt er auch so durch. Trotz des herrschenden Kriegsrechts. Dieser französische Käse hier ist echt gut.

Ursula greift zu: Wie verhindern wir, dass er auspackt – Geld oder Kugel?

T (kauend): Kugel finde ich sicherer.

HG: Ich auch. In Turin oder Mailand wird ihn einer meiner Leute liquidieren. Natürlich getarnt als Polizist. Und selbstverständlich noch vor Weihnachten. Damit unsere lieben Landsleute friedlich feiern können.

U: ich werde derweil auf Truppenbesuch sein und bin völlig unbeteiligt. Aber dass wir die Bundeswehr im Innern einsetzen müssen, ist danach doch wohl keine Frage mehr.

T: Und ich werde in der letzten Kabinettssitzung vor dem Fest noch schnell ein paar hübsche Gesetze durchwinken lassen. Hans-Georg, die Idee mit dem Abwehrzentrum gegen Falschmeldungen im Internet ist echt klasse!

HG: Dieses Blogger- und Twitter-Pack kriegen wir auch noch an den Hammelbeinen. Bei Presse, Funk und Fernsehen ist uns das ja schließlich auch gelungen.

U (böse lächelnd): Die Angy wird ihre liebe Not haben, sich aus der Chose mit ihren Flüchtlingen rauszureden. Der dusselige Horst ist doch ein prima Verbündeter für uns. Auch wenn er es gar nicht weiß. Kanzlerin von der Leyen, wie das klingt!

T: Minister für innere und äußere Verteidigung sowie Internetsicherheit Thomas de Maizière – klingt auch nicht schlecht.

HG: Also seid Ihr einverstanden? Wir machen es so. Am 19. Dezember fährt der Amri mit einem Laster auf den Breitscheidplatz in den Weihnachtsmarkt. Der LKW-Fahrer wird sofort erschossen, der Amri erst Tage später in Italien.

U: Ein guter Plan. Einfach und genial. Wir brauchen dringend einen echten Anschlag bei uns.

T: Der IS wird sich schon von selbst dazu bekennen. Immer gern. Dann werden endlich diese Zweifler und Zögerer die Klappe halten.

Gläser klingen aneinander, die Vögel singen, Bienen summen, in der Nähe läutet eine Glocke. Ein friedlicher Nachmittag im schönen Berlin. Von der Sonne gewärmt lehnen sich drei Menschen zufrieden zurück. Und natürlich ist diese Geschichte frei erfunden.

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