Lückenpresse

Dies ist eine der vielen möglichen Überschriften eines Artikels, der sich mit dem Attentat am Montagabend beschäftigt. Wir haben einige Tage gebraucht, ehe wir zur Feder greifen. Das lag nicht an einem Schockzustand oder so etwas. Vielmehr mussten wir die Ruhe und vor allem die Motivation finden, etwas zum Geschehen zu sagen. Denn vieles von dem, was vorschnelle Politschauspieler und Medienmacher von sich gaben, war entweder unlogisch, unrealistisch oder schlicht dumm. Zum Teil hat es aus unserer Sicht gar nichts mit dem Attentat zu tun. Denn der Flüchtlingsstrom ab vergangenen September hat nichts mit dem Attentat in Berlin zu tun. Möglicherweise fuhr ein Flüchtling aus Tunesien den LKW. Doch kam der nicht über die Balkanroute, sondern aus Italien. Er wäre also auch ohne Merkels Einladung gekommen. Über eine Schengengrenze ohne Kontrolle. Der Zusammenhang zwischen Attentat und Flüchtlingen hat uns von Beginn an massiv gestört. Noch ärgerlicher wurden wir, weil niemand den wahren Zusammenhang herstellte. Nämlich den zwischen dem deutschen Krieg im Nahen Osten und diesem Attentat. Deutschland beteiligt sich aktiv an den Kriegen in Syrien, im Irak und Afghanistan. Was ihn konkret zur Tat bewog, kann uns Herr Amri nicht mehr sagen, wenn er denn der Täter war.

Zwölf Menschen umzubringen, ist eine schreckliche Tat. Da wollen wir nicht missverstanden werden. Wer vor einem ordentlichen Gericht dieser Tat überführt wird, verdient die Höchststrafe. Das sind in Deutschland 15 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Solch ein Mensch sollte sein Leben lang hinter Gittern bleiben. Die Todesstrafe gibt es in Deutschland nicht. Sie wird von unseren Politschauspielern mit Abscheu betrachtet, wenn es darum geht, dass Erdogan sie wieder einführen will. Das ist für die EU eine rote Linie, die den Abbruch der Beitrittsgespräche nach sich zieht. Über den Tod des Herrn Amri haben wir kein einziges Wort des Bedauerns gehört. Es war ungefähr 2011, als die USA Bin Laden in Pakistan töteten. Damals wurde die Regentin dafür kritisiert, dass sie sich darüber freute. Darf eine Christin das? Nur fünf Jahre später fragt kein Mensch mehr danach. Denken wir auch daran, wieviel Aufwand für den Prozess gegen eine Mittäterin des NSU betrieben wird. Seit viereinhalb Jahren verhandeln sie in München gegen Beate Zschäpe. Bei den Kugeln von Mailand oder Würzburg können wir da von einem kurzen Prozess sprechen. Also nochmal fürs Protokoll: Möglichen Täter fassen, vor Gericht stellen und bei Schuld die Höchststrafe verhängen.

Der Blick auf die Opfer fehlt uns die ganze Zeit schon. Sie existieren als anonyme Zahl. Mehr nicht. Sonst sickern ganz langsam ganz wenige Informationen durch. Wie geht es den Verletzten in den Krankenhäusern? Anfangs war von zwölf in Lebensgefahr die Rede. Auch darüber kein weiteres Wort. Wie viele ringen heute noch mit dem Tode? Wie mag es den Angehörigen gehen? Das bleibt außen vor. Passanten werden stattdessen gefragt, wie es ihnen wahlweise auf dem Breitscheidplatz oder irgendeinem anderen Weihnachtsmarkt der Republik geht. Gesendet werden dann die erwarteten Antworten. Zur Auswahl stehen große Betroffenheit bis hin zum Trotz, sich nicht den Absichten der Terroristen zu beugen. Es war niemand zu hören, der sagte, dass ihn das nicht sonderlich interessiere, was in Berlin passiert ist. Natürlich traut sich das kaum jemand, ins Mikrofon zu sagen. Privat haben wir das häufiger gehört.

Gleich am Montagabend nahmen sie einen Pakistani fest. Was uns die Medien nicht so recht verraten wollten, war und ist, warum dieser Mann so sehr verdächtigt wurde. Waren das Hinweise von Zeugen? In einem Interview war von weißen Turnschuhen die Rede, die der Pakistani getragen habe. Andere meinten, die Hunde haben Witterung aufgenommen und eine Spur verfolgt. Oder waren die Hunde wegen möglichen Sprengstoffs vor Ort? Kann auch sein. Von Hunden gleich nach der Tat war die Rede. Zum Glück für sich konnte der Pakistani seine absolute Nichtbeteiligung schnell nachweisen. Wir werfen der Polizei keine Panne vor, wenn sie erstmal den Falschen fängt. Das kann passieren bei einer Fahndung. Die Medien jedoch haben uns unzureichend informiert.

Am Mittwoch tauchten plötzlich die Duldungspapiere des Herrn Amri auf. Ist doch klasse, wenn der Täter seinen Ausweis am Tatort deponiert, oder? Auch zu diesem augenfälligen Umstand wenig bis keine Nachfrage seitens der Medien. Ken Jebsen hat zu der „Marotte“ arabischer Terroristen, ihren Ausweis am Tatort liegen zu lassen, einen wunderbaren Artikel geschrieben. Spätestens nach der Lektüre des Textes ist unser Glaube an einen tatsächlichen Ausweisfund gegen Null tendiert. Sie finden Jebsens Artikel unter folgendem Link:

https://kenfm.de/ausweise-als-beweise/

Warum hat denn die Polizei die Duldungspapiere erst so spät gefunden, wenn es denn wirklich so war? Angeblich sei die Fahrerkabine erstmal versiegelt worden, um keine Spuren zu verwischen. Aber genau das ist Aufgabe der Polizei, Spuren zu sichern und zu finden. Eine deutlichere Spur als eine Art Ausweis kann der mögliche Täter doch gar nicht hinterlassen. Die Fahndung nach Herrn Amri hätte also schon Montagabend anlaufen können.

Was ist eigentlich mit dem polnischen Lastwagenfahrer? Wann und wie wurde der in die Tat verwickelt? Wer und wie hat ihn ungebracht? In spiegel.online finden wir den Hinweis, dass eine Dame für den Polen eine Petition angestoßen hat. Ihm soll das Bundesverdienstkreuz verliehen werden. Er habe für die deutsch-polnische Freundschaft gekämpft und sein Leben gegeben. Die Dame weiß also offenbar mehr als wir. Wir wünschen uns an dieser Stelle eine Petition gegen vorschnellen, populistischen Unfug. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des Mannes.

Die Reaktionen aus der Politschauspielerszene haben wir oben bereits kurz gestreift. Der Zusammenhang zu Flüchtlingen wurde sofort als gegeben angesehen. Herr Seehofer stellte in seiner gewohnt netten Art gleich mal wieder die gesamte Flüchtlings- und Sicherheitspolitik in Frage. Herr Bouillon, Innenminister aus dem Saarland, sprach von einem Kriegszustand, in dem wir uns befinden. Später nahm er das ein wenig zurück. Das Wörtchen Krieg wollten andere wohl gern aus dem Zusammenhang heraushalten. Dann erwogen unsere 17 Innenminister das Schließen der Weihnachtsmärkte. Da können wir nur müde grinsen. Die Schausteller und Einzelhändler wären ihnen aufs Dach gestiegen. Welch ein Umsatzausfall während der letzten Tage vor Weihnachten! Das geht natürlich nicht. Muss aus unserer Sicht auch überhaupt nicht sein. Genausowenig wie das Absperren der Zufahrten mit hübschen Betonklötzen. Noch schlimmer finden wir die Polizisten mit Maschinenpistole im Anschlag. Zum Glück haben die kein verdächtiges Fahrzeug entdeckt. Stellen wir uns nur vor, die ballern los. Wer alles wird dann wohl getroffen? Und unsere Freiheit? Weihnachtsmärkte eingemauert und von halbstarken Maschinenpolizisten bewacht. Die Israelis meinen ja, wir müssten uns in Europa eben umstellen und leben wie sie es mit dem Terror tun. Dieser Unterdrückerstaat hat es nötig, uns Europäern Ratschläge zu geben. Sie haben es ja voll im Griff. Und weil sie so nett mit den Palästinensern umgehen, gibt es dort überall Kontrollen, Misstrauen und Angst. Betonpoller, martialische Polizei oder gar Videoüberwachung sind keine Hilfe, geschweige denn eine Lösung.

Belgien und Frankreich stehen ja immer noch unter Gesetzen des Ausnahmezustandes. Der wird in diesen Ländern auch immer locker verlängert. In Frankreich erstmal bis nach der Präsidentenwahl im Mai. Dennoch scheint Herr Amri mit dem Zug durch diese Länder nach Italien gereist zu sein. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass nach Grenzüberfahrt des jeweiligen Zuges die Ausweise kontrolliert werden. An den großen Bahnhöfen gibt es, wie ebenfalls erlebt, Kontrollen wie am Flughafen. Wie es Herr Amri bis Mailand geschafft hat, ist völlig unklar. Hilft am Ende das ganze Kriegsrecht nichts? Dann sollten wir es einfach sein lassen.

Zum Schluss die Tötung des Herrn Amri in Mailand. Die offizielle Version sagt, er sei bei einer Personenkontrolle nervös geworden und habe geschossen. Ist schon bemerkenswert, dass in einem Mailänder Vorort nachts um halb drei Personen kontrolliert werden. Auch seltsam, dass Amri gleich schoss, nachdem er mehrere Grenzen offenbar profihaft überwunden hatte. Und natürlich wurde er gleich totgeschossen. Tote Attentäter können nicht mehr reden. Ihnen kann alles angehängt werden, das gefällt. Es gibt keinen langen Prozess, bei dem unangenehme Tatsachen ans Licht kommen. Was bleibt, sind die verschärften Sicherheitsgesetze.

Was wir unseren Medien diesmal nicht vorwerfen können, ist, dass sie zu wenig Sendezeit investiert haben. Klar, das böse ZDF hat am Montag erst ab 21.45 Uhr berichtet, weil da noch so ein Film lief. Finden wir völlig in Ordnung. Die ARD war natürlich vor Ort und spekulierte fröhlich vor sich hin. Auch an den Folgetagen gab es Sondersendungen bis zum Abwinken. Doch viele spannende Fragen wurden gar nicht gestellt. Wir haben das aufzuzeigen versucht. In den letzten Tagen lieferten Print- wie Sendemedien den Beweis für ihre Treue zu Regierung, Staat und Mainstream. Sie liefern die Bühne für Betroffenheitsrhetorik und Aktionismuspolitik. Sie übertönen dabei zum Beispiel, welch böses Gesetz am Donnerstag durchs Kabinett ging. Wir kommen an anderer Stelle darauf. Ebenfalls an anderer Stelle präsentieren wir Ihnen eine ganz andere Version der Geschehnisse, die der Mainstream als Verschwörungstheorie und Spinnerei abtun würde. Hinweisen möchten wir zum Schluss auf eine Informationsquelle im Internet, die wir häufig nutzen. Es handelt sich um www.nachdenkseiten.de. Die Macher Albrecht Müller und Jens Berger sprechen selber von einer kritischen Website und halten dieses Versprechen. Die Seite ist barrierefrei und sehr interessant. Auch dort werden besonders unsere Medien kritisch unter die Lupe genommen. Zu Recht. Sind sie es doch, die uns die Geschehnisse auf dieser Welt vermitteln. Und wenn sie das so lückenhaft wie beim vorliegenden Attentat tun, ist das Absicht und nicht hinnehmbar.

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