Wider die Angst

Wir in der Redaktion haben keine gestiegene Angst vor Terror. Wir hoffen, unseren Lesern und den meisten Menschen in Deutschland und Europa geht es genauso. Doch wir haben so unsere Zweifel. Deshalb legen wir dar, warum wir keine Angst haben.

So beginnt unser Text vom 25. Juli dieses Jahres. Und es ist auch heute, fünf Monate später, immer noch so. Zwei Tage nach einem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. Diesmal waren die Hauptdarsteller der Betroffenheit Kutte Gauck, Regentin Angy, Bundesinnenscharfmacher de Maizière und Berlins Regierender Müller. Die Stadt im Schockzustand, das Land in tiefer Trauer. Zum Glück haben wir davon im wahren Leben nichts bemerkt. Alle wuselig wie immer, um die Kühlschränke zu füllen und den freien Platz unterm Weihnachtsbaum. Was sich möglicherweise verändert, ist das Bild auf den Weihnachtsmärkten. Ist es nicht allerliebst, wenn uns statt des Nikolaus ein grimmiger Polizist mit Maschinenpistole im Arm an jedem Eingang zum Markt begrüßt? Liebe Leser_innen, wir wollen unseren Worten vom Juli nichts weiter hinzufügen.

Durch den Terror taucht fraglos eine neue Todesursache auf. Bis vor zwei Jahren musste sich niemand ernsthaft vor herumfliegenden Kugeln fürchten. So wurde die Lage empfunden. Doch war schon dies ein zutiefst menschlicher Irrtum. Denn die Anschläge auf New York, Madrid, London und Djerba waren dem Vergessen anheim gefallen. Das ist und war gut so. Der Mensch vergisst seit jeher das, was für sein Fortleben nicht so wichtig ist. Und so gerieten diese Anschläge im Laufe der Jahre in Vergessenheit.

Im Januar 2015 wurden in Paris in erster Linie Journalisten erschossen. Im November sollte es gegen Fußballfans gehen. Das klappte nicht. Wohl aber 130 Konzert- und Cafébesucher wurden getötet. Es folgten der Flughafen von Brüssel, die Promenade von Nizza und die Einkaufspassage in München. All diese Ereignisse nahmen breiten Raum in unseren Medien ein. Darum schienen sie wichtig zu sein. Die Politschauspieler reagierten massiv. Hollande befand sich am Tag nach Paris „im Krieg“, Sarkozy sogar im „totalen Krieg“. Schlimmer geht’s nimmer. Was Goebbels 1943 im Berliner Sportpalast mit seinem „Totalen Krieg“ meinte, ist Herrn Sarkozy offenbar nicht bekannt oder sein Hirn ist komplett vernebelt. Die Franzosen waren nicht die einzigen Politschauspieler, die heiß liefen. Bayerns Innenminister war z.B. froh, dass der Täter in Würzburg einfach so erschossen wurde. Als Innenminister ist Herrmann eigentlich Bayerns oberster Hüter des Rechtsstaates, der keine Hinrichtung kennt.

Wichtiges Element bei diesen Anschlägen sind Facebook und Twitter. Diese Dienste laufen erst recht heiß. Den Spekulationen ist Tür und Tor geöffnet. Jeder kann mitmachen. Und es erstaunt uns schon, welche Phantasie mancher Mensch angesichts sehr dünner Fakten entwickelt. Bösartige sind unterwegs und verbreiten absichtlich Falschmeldungen, um mal einen Polizeieinsatz vorm eigenen Wohnzimmerfenster zu erleben oder einfach nur so. Die sog. sozialen Medien sind der geeignete Untergrund, um Hysterie zu erzeugen.

Diese Atmosphäre macht vielen Menschen Angst. Angst können die Mächtigen dazu nutzen, ihre Macht zu vergrößern. Stückchen der eigenen Freiheit werden gegen mehr angebliche Sicherheit eingetauscht. Dabei gibt es seitens der Sicherheitsorgane nur einen wirksamen Schutz. Verdächtige, und wirklich nur die, im Auge behalten. Doch Menschen wie die jungen Leute in Würzburg oder München waren gar nicht verdächtig. Gegen ihre Pläne und Taten gibt es keinen polizeilichen Schutz. Militärischen erst recht nicht. Der ist in Deutschland auch nicht erlaubt. Kriegsministerin von der Leyen versetzte am Abend von München Feldjäger verfassungswidrig in Bereitschaft. Wir sind sicher, sie hätte sie auch eingesetzt. Wenn wir also erkennen, dass es keinen polizeilichen Schutz gibt, können wir dieses Thema doch fallen lassen. Weder der Wunsch noch die Forderung danach haben Sinn.

Ganz eindeutig spricht auch die Statistik gegen große Angst vor Terror. In diesem Jahr sind etwa 30 Deutsche durch Terror umgekommen, nehmen wir die in der Türkei dazu. Wir müssen ja nicht sagen, wie viele Deutsche jährlich durch bspw. Krankenhauskeime ums Leben kommen.

Sie werden sagen, bleib uns doch mit Deiner Vernunft weg! Wir haben einfach Angst. Angst ist ein mächtiges Gefühl. Jedoch meinen wir, dass wir Angst nicht hilflos ausgeliefert sind. Nur solange sie quasi diffus vor sich hin wirken darf, ist sie so mächtig. Holen wir sie aber hervor und gucken mal, wovor wir eigentlich genau Angst haben, wird sie schon kleiner. Indem wir uns unserer Angst widmen, können wir sie bezähmen. So kommen wir nämlich zu den realen Gegebenheiten und weg von der Hysterie. Niemandem wollen wir seine Angst absprechen. Das steht uns nicht zu. Wir wollen ihnen aber Hoffnung machen, dass sie diese Angst bezähmen können. Es lohnt sich. Denn ohne Angst leben wir freier und schöner. Und das wollen wir doch?

Wenn sie nun fragen, ob wir Neunmalklugen eine Antwort auf die Frage haben, wie Terror weniger werden kann und verschwindet, dann können wir Ihnen sagen: Ja. Gerade heute lasen wir einen Text von Peter Vonnahme. Der Richter im Ruhestand führt aus, wie es durch Beenden der Kriege und einen anderen Umgang z.B. mit dem Islam zum inneren Frieden kommen kann. Sie finden den Artikel unter

http://www.nachdenkseiten.de/?p=34333#more-34333

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