Ab in die gefährliche Heimat!

In der vergangenen Woche wurden 34 afghanische Männer von Frankfurt nach Kabul geflogen. Auf Staatskosten, denn es handelte sich um abgelehnte Asylbewerber. Vor allem Bayerns Innenminister Herrmann war aus dem Häuschen. Sein NRW-Kollege Jäger kam schon kleinlauter daher und sprach von nur ganz besonderen Fällen, in denen abgeschoben werden soll. Grundsätzlich ist gegen Abschieben nichts zu sagen. Wer sich ohne Recht in Deutschland aufhält, kann in sein Heimatland zurückgebracht werden, wenn er nicht freiwillig geht. Politisches Asyl kann nur der beanspruchen, der daheim verfolgt wird und um Leib und Leben bangen muss. Für bittere Armut ließe sich das auch sagen, die gilt aber nicht. Die ist nämlich nicht so direkt gewalttätig. Wer hier bei uns straffällig wird, missachtet das Gastrecht in besonderer Weise. Nur der Verdacht reicht aber nicht. Es muss schon ein rechtskräftiges Urteil vorliegen. Soweit die Situation hier bei uns in Deutschland. Nun ist noch wichtig, in welches Land abgeschoben wird. Die geflohenen Menschen dürfen dort natürlich nicht gleich wieder der Verfolgung ausgesetzt sein, vor der sie flohen. Wir sprechen dann von sicheren Herkunftsländern. Afghanistan gehört offiziell zu diesem schönen Kreis. Sie haben sich mit dem Machthaber in Kabul auf eine Rücknahme von Bürgern seines Landes verständigt. Das gleichzeitige Versprechen von Milliarden-Hilfen hat damit nicht so direkt was zu tun. So sagen sie uns. Unser Bundesinnenscharfmacher de Maizière hat in der lieben Bundesregierung durchgesetzt, dass diese zumindest Teile von Afghanistan für sicher hält. Das Auswärtige Amt unter unserer künftigen Bundeskutte Steini hat das wohl nicht mitgekriegt. Oder das Land ist für Deutsche gefährlicher als für Afghanen. Oder Deutsche sind schützenswerter. Lesen Sie selbst, wie die Experten fürs Auswärtige im Außenministerium die Lage beurteilen. Warum erhebt der ach so beliebte Steini nicht seine Stimme?

Landesspezifische Sicherheitshinweise – Reisewarnung

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Für zwingend notwendige berufliche Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden.

Es wird empfohlen, sich bei Reisen nach Afghanistan möglichst schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste (http://elefand.diplo.de/) einzutragen.

In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und andere Gewaltverbrechen kommen.

Im Januar 2016 gab es in unmittelbarer Nähe des Flughafens Kabul eine heftige Detonation, bei der über 50 Zivilisten verletzt wurden. Im April 2016 wurden bei einem Anschlag gegen ein Regierungsgebäude in Kabul 80 Menschen getötet und über 340 teilweise schwer verletzt.

Nach dem Ende der internationalen militärischen Unterstützungsmission ISAF haben die afghanischen Sicherheitskräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung übernommen, sehen sich jedoch einer starken Insurgenz gegenüber und haben die Lage nicht überall unter Kontrolle.

Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Von Überlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden müssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu übernachten.

Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

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