Die Sendung mit der Maus – Bananenrepublik

Hier ist die Sendung mit der Maus.

Liebe Kinder, heute hört ihr die Geschichte von der BRD, die von der Bundes- zur Bananenrepublik wird.

Dies ist der Wolfgang. Mit Nachnamen heißt er Schäuble und ist 74 Jahre alt. Als Sternzeichen hat er die Jungfrau und wurde im schönen Freiburg geboren. Das hören wir heute noch an seinem Akzent. 2001 wollte er Vorsitzender der CDU werden. Das ging nicht, weil er Schwarzgeld angenommen hatte. Für seine Partei. So kam Angela Merkel auf den Unionsthron. Wolfgang ist jetzt Finanzminister. Er hütet das Geld der BRD. Die BRD nimmt Steuern und Abgaben ihrer Bürger ein und gibt sie zur Erledigung ihrer Aufgaben wieder aus. Im kommenden Jahr sind das geplant 329 Milliarden Euro. Der Wolfgang ist also ein ganz wichtiger Mann.

Das ist der dicke Sigmar. Er heißt mit Nachnamen Gabriel, ist Vorsitzender der SPD und stammt aus dem netten Städtchen Goslar in der Nähe des Harzes. Ich war einmal dort, als es in Strömen goss. Der dicke Sigmar ist weder sonderlich sozial noch demokratisch. Die 57jährige Jungfrau entscheidet gern allein. So zum Beispiel fand er die Vorratsdatenspeicherung oder das Abkommen Ceta total gut. Beide Male zwang er seine Partei, das auch gut zu finden. Auch EDEKA findet er gut. Deshalb entschied er, dass die Kaisers/Tengelmann kriegen. Vor 12 Jahren war er maßgebend an der Agenda 2010 beteiligt. Besonders sozial fiel die nicht aus. Als Wirtschaftsminister ist der dicke Sigmar natürlich auch ganz wichtig. So reist er gern in ferne Länder wie China und Iran, um dort milliardenschwere Verträge einzufädeln. Unter seiner Regie stiegen die deutschen Rüstungsexporte stetig an. Im kommenden Jahr könnte er Kanzlerkandidat spielen. Wir glauben das aber nicht.

Dies ist der Alexander. Er stammt aus Peißenberg in Bayern. Sein Nachname lautet Dobrindt und er ist ein 46 Jahre alter Zwilling. Also als Sternzeichen. Alexander gehört zu einer etwas komischen Partei. Die gibt es nämlich nur in Bayern und heißt CSU. Das U steht für Union genau wie bei der CDU. Die beiden tun sich im Bundestag immer zusammen, weil sie dann stärker sind. Ganz schön schlau von denen, oder? Denn sonst würde sich um die CSU keiner kümmern. Der Alexander ist natürlich auch ganz wichtig. Er wurde von München nach Berlin geschickt, um die Ausländer-Maut einzuführen. Das ist so eine Bierzelterfindung der CSU. Überhaupt spielt das Brauchtum bei den christlich-Sozialen eine große Rolle. Bei ihren Versammlungen trinken sie möglichst viel Bier. So entstand die Ausländermautidee bei etwa 1,5 Promille. Egal, offiziell ist der Alexander für den Verkehr zuständig. Also jetzt nicht, was Ihr denkt. Sondern die Autobahnen, Wasserstraßen und Schienen. Neuerdings auch die Datenkabel. Und weil wir heute von den Autobahnen erzählen wollen, ist eben auch der Alexander dabei.

Das sind die deutschen Autobahnen. Sie sind 13.000 Kilometer lang und 300 Milliarden Euro wert. Die Autobahnen gehören dem Staat, also uns allen. Diese Straßen sind teuer. Sie zu bauen und besonders, sie instand zu halten, kostet eine Menge. Gleichzeitig sind sie natürlich total nützlich. Wir können auf ihnen ziemlich schnell überall hinfahren in Deutschland. Wenn nicht gerade Stau ist. Den verursachen häufig die Lastwagen, die massenweise Güter hin und her fahren. Täten sie das jedoch nicht, könnten wir nicht 40 verschiedene Joghurts im Supermarkt kaufen. Unsere drei wichtigen Minister haben sich überlegt, dass die teure Unterhaltung der Autobahnen dem Steuerzahler nicht länger zuzumuten ist. Sie wollen eine GmbH gründen. Das kennen wir aus dem BWL-Unterricht. Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Diese Gesellschaft gehört dem Staat, also wieder uns. Sie heißt Infrastruktur GmbH. Weil sie nicht nur die Autobahnen kriegt, sondern vielleicht auch Schulen, Universitäten oder Theater. Die GmbH kriegt die Autobahnen geschenkt. Sie muss sich dann aber darum kümmern. Wer Chef dieser Gesellschaft wird und wie das vonstatten geht, wissen wir noch nicht. Das wollten wir gestern zwei andere Leute von der CDU fragen. Doch die waren gar nicht am Phönixsee. Vielmehr der Nikolaus mit seinem großen Sack. Und so eine unwichtige Person aus der CDU, die keine Ahnung hat. Die ist Sozialpädagogin und kann nichts dafür. Aber wir schweifen ab.

Unsere GmbH hat jetzt die Autobahnen und deren Brücken am Bein. So eine Brücke geht irgendwann kaputt und muss repariert werden. In Deutschland betrifft das viele Brücken. Die Gesellschaft nimmt sich jetzt zum Beispiel eine Brücke vor. Das Reparieren kostet eine Milliarde Euro. Die Gesellschaft hat aber gar kein Geld. Deshalb muss sie es sich leihen. Dazu geht sie nicht zur Sparkasse wie Eure Eltern, wenn sie ein neues Autokaufen wollen. Sie geht an die Börse. Dort gibt es die Märkte. Auf den Marktplätzen sitzen die reichen Investoren. Das sind Banken, Versicherungen, dubiose Fonds oder Stiftungen reicher Leute, die darin ihr Geld verstecken. Von Stiftungen haben wir Euch ja neulich erzählt. Unsere Gesellschaft leiht sich die 1 Mrd Euro nun an der Börse auf den Märkten von den reichen Leuten für zehn Jahre. Damit reparieren sie jetzt die Brücke. Das ist toll. Wir Bürger zahlen nix und fahren fröhlich über den Fluss.

Ganz so ist es leider nicht. Die reichen Leute kriegen nämlich Geld dafür, dass sie unserer Gesellschaft Geld leihen. Sagen wir mal 3 %. Das sind 30 Mio Euro pro Jahr. Das Geld dafür kriegt die Gesellschaft vom Bundeshaushalt, also von Wolfgang. Wenn die Gesellschaft nach zehn Jahren die 1 Mrd Euro zurückzahlen muss, ist der Wolfgang nicht mehr da. Dann ist er 84 Jahre alt und in Rente. Ihr wisst ja, Politiker gehen frühestens mit 80 in Rente. Jetzt kann der Wolfgang also so tun, als koste ihn die Brücke nur 30 Mio im Jahr statt der 1 Mrd, die die Reparatur kostet. Da finden sich unsere drei Minister also ganz toll. Das ist natürlich ein Bluff, weil das Geld ja irgendwann zurückgezahlt werden muss. Wir Bürger müssen dann die 1 Mrd Euro schultern plus 300 Mio, die über die Jahre an Zinsen anfallen. Für uns also ein dickes Minusgeschäft.

Für unsere drei Minister nicht. Die 1 Mrd Schulden tauchen nicht im Bundeshaushalt auf, weil die ja die Gesellschaft macht. Die GmbH gehört zwar dem Staat, taucht aber nicht im Haushalt des Staates auf. So vermeiden unsere drei wichtigen Minister, Schulden für die Reparatur unserer Autobahnen im Haushalt zu haben. Die drei freuen sich und stehen bei der Journallie gut da.

Die reichen Leute auf den Märkten an der Börse freuen sich auch. 3 % Zinsen kriegen sie bei keiner Organisation, bei der die Rückzahlung garantiert Ist. Leihen sie zum Beispiel direkt dem deutschen Staat Geld, kriegen sie fast gar keine Zinsen. Für die reichen Leute ist es also auch ganz prima, wenn sie ihr Geld der Gesellschaft für Infrastruktur leihen können. Die freuen sich

Politiker und reiche Leute freuen sich, wir Bürger zahlen drauf. Statt 1 Mrd Euro kostet uns die Reparatur der Brücke 1,3 Mrd Euro. Wir normalen Leute gucken also in die Röhre. Weil die Politiker nicht mehr in unserem Sinne handeln, wie sie das ursprünglich mal tun sollten. Sie verfolgen jetzt ihre eigenen Interessen und die der reichen Leute. Was sollen wir jetzt machen? Andere Politiker wählen. So ist es in der Demokratie vorgesehen. Früher ging das. Heute aber gibt es keine anderen Politiker mehr. Sie haben noch unterschiedliche Farben und Parteinamen. Aber sie tun alle das gleiche. Unser Trio aus Wolfgang, dem dicken Sigmar und dem hinterweltlerischen Alexander beweist das. Was können wir also machen? Früher gab es die Medien, die solchen Unsinn angeprangert haben. Die heutigen Journalisten sind derart mit den Politikern befreundet, dass sie das nicht mehr machen. Außerdem gehören die Medien den reichen Leuten, die das mit der Gesellschaft ja toll finden. Was könnten wir sonst noch machen? Demonstrieren. Aber erstens sind viele von uns sehr bequem geworden und zweitens verschleiern Politiker und Medien die ganze Sache, so gut sie können. Sie lenken uns ab. Zum Beispiel mit einem Burkaverbot oder dem Abschaffen des Doppelpasses. Wenn, dann sollen wir vor der russischen Botschaft gegen Aleppo demonstrieren. Was bleibt uns? Liebe Kinder, wir wissen es nicht. Gelernt haben wir heute aber, warum eine Republik, die von reichen Leuten und willfährigen Politikern regiert ist, Bananenrepublik heißt. Wie in Staaten Afrikas oder Südamerikas, wo Bananen wachsen, haben die Menschen nichts zu sagen und dürfen für die Reichen bezahlen.

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