Psi – unterirdisch – oder völlig normal?

Kennen Sie das auch? Sie fahren in eine ihnen völlig unbekannte Gegend und denken: hier war ich schon einmal. Die Landschaft kommt ihnen sehr bekannt vor.

Vor einigen Jahrzehnten hatte ich dieses Erlebnis des Öfteren. Während ich so durch die unbekannte und doch irgendwie bekannte Landschaft fuhr, stellte sich mir die Frage „Habe ich früher schon einmal gelebt? Und war ich in dieser Zeit hier?“ Häufig schweiften meine Gedanken zu einigen seltsamen Erlebnissen aus meiner Vergangenheit ab.

Hierzu muss ich etwas weiter ausholen. Meine Eltern kauften Mitte der Sechziger Jahre in einer neu erbauten Siedlung ein Haus in einem Dorf. Dieses Haus stand, wie noch sechs andere Häuser am Rand eines Waldes. In diesem idyllisch gelegenen Haus wohnten meine Eltern, meine beiden älteren Schwestern unser Schäferhund und ich.

Eines Tages schickten meine Eltern mich in den Keller, um irgendetwas zu holen. Auf dem Rückweg, ich war noch im Kellerflur, sah ich durch die offene Tür in einen Raum. Dort standen wie bei uns üblich, ein Regal voll mit Einweckgläsern, ein großer Tisch und andere Dinge. An diesem bewussten Tag, ich war elf Jahre alt, befand sich ein Mann in diesem Raum und sah sich dort um. Der Mann war vielleicht etwas größer als mein Vater. Der Mann war schlank, hatte ein bräunlich kariertes Hemd und eine hellbraun-beigefarbene lange Hose an. Er wirkte nachdenklich. Ich hatte den Eindruck, als ob er nach langer Zeit wieder in dem Keller war und sich nun umsah, ob sich etwas verändert hätte. Dieses alles geschah in einem kleinen Augenblick. Als ich registrierte, dass dieser Mann gar nicht in das Haus meiner Eltern gehörte und ich ihn auch sonst nicht kannte, war ich schon an der offenen Tür vorbei. Ich ging noch einmal zurück und sah genau in den Raum. Hm, der Mann war weg. Komisch, dachte ich und tat dieses Ereignis als Irritation ab.

So ca. ein Jahr später, es war an einem Schultag. Die Schule war zu Ende und ich befand mich auf dem Heimweg. Die kürzeste Strecke des Schulweges führte zuerst ein ganzes Stück eine Straße bergan, oben angekommen ging es über einen Sportplatz und anschließend in den Wald einen Berg hinab, nun noch eine kleine Straße überqueren und weiter durch den Wald den Berg hinauf. Dann war ich schon zu Hause. Also, ich war auf dem Heimweg und hatte den Sportplatz hinter mir gelassen. Nun ging es in den Wald. Neben mir im Gebüsch ging ein Mann in geduckter Haltung. Er ging ein kleines Stück im Gebüsch neben mir, dann bekam ich Angst und rannte los. Ich rannte so schnell mich meine Füße trugen. Völlig außer Atem zu Hause angekommen war von diesem Mann nichts mehr zu sehen.

Einige Jahre später, ich war 17 oder 18 Jahre alt. Es war Samstagnacht, Wochenende und im Nachbardorf fand ein Discoabend statt. Dort trafen sich die jungen Leute aus den umliegenden Dörfern. Jeder kannte jeden. Nach einem schönen durchtanzten Abend brachte mich ein Bekannter mit dem Auto nach Hause. Zumindest war das der Plan. Der Bekannte fuhr mit mir wie erwartet und erhofft in den Wald, nahe bei meinem Elternhaus. Es kam natürlich zu einer netten Knutscherei. Als der Bekannte mehr wollte als knutschen, stieg ich kurzerhand aus dem Auto aus und begab mich auf den Heimweg, es war ja nicht weit, allerdings so ca. 2 Uhr morgens. Als ich ein gutes Stück durch den Wald gegangen war, sah ich einen Mann im Wald. Er machte nichts. Er stand nur da und sah mich an. Dieses Mal ging ich ruhig weiter, denn ich kannte diesen Mann schon. Ich hatte ihn schon zweimal vorher gesehen.

Wieder einige Jahre später. Ich hatte mittlerweile eine eigene Familie und wir wohnten in einem Reihenhaus in Bayern. In diesem Haus war immer jemand, der nicht zur Familie gehörte, anwesend. Nicht, dass ich diese Person jemals gesehen hätte, nein vom Gefühl her war da ständig jemand, der nicht dazugehörte. Das war irgendwie beängstigend.

Wie ich schon erwähnte, wohnten wir in einem Reihenhaus. Hinter diesem Reihenhaus gab es einen kleinen Garten. Dieser Garten wurde links, rechts und zum Ende des Grundstücks durch einen Maschendrahtzaun von den anderen Gärten getrennt. Eines Vormittags im Winter, es lag hoch Schnee. Unsere Kinder waren schon in der Schule und im Kindergarten, da sah ich vom Balkon herunter in den Garten. Was ich da sah, schockierte mich. In den Gärten rechts und links waren noch keinerlei Spuren zu sehen. Nur in unserem Garten führte eine Fußspur vom linken Gartenzaun zum rechten Gartenzaum. Das waren keine Kinderfüße, die diese Spur hinterlassen hatten. Diese Fußspur war nur in unserem Garten, weder rechts noch links ging es weiter. Die Spuren waren auf beiden Seiten wie abgeschnitten.  Das war irgendwie gruselig.

Etliche Jahre später: In Düsseldorf ging ich mal mit meiner Tochter in eine Ausstellung. Wir sahen uns viele alte Bilder an. Auf einem Bild war ein Haus, recht groß. Vor dem Haus gab es einen Ziergarten. Rechts neben dem Haus und davor war eine Mauer zu sehen. Neben der Mauer lief ein kleiner ausgetretener Pfad entlang und daneben ein kleines Wäldchen. Das Bild stammte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Meine Tochter und ich sprachen über das Bild. Ganz in Gedanken verloren sah ich mir das Bild noch einmal an und beschrieb ihr die Landschaft außerhalb des Bildes. Ich deutete auch außerhalb des Bildes an, was ich in Gedanken sah. Ganz entsetzt war meine Tochter, als ich zu ihr sagte: “Guck mal, den Weg neben der Mauer bin ich so oft langgegangen.“ Als ich bemerkte, was ich da gesagt hatte, war ich mindestens so entsetzt wie sie.

In den letzten vierzig Jahren wohnte ich in vielen Wohnungen. Es waren fast zwanzig. In fast allen dieser Wohnungen fühlte ich noch mindestens eine oder mehrere Personen die nicht zum Haushalt gehörten. Manchmal waren diese Personen beängstigend, manchmal nicht. Gesehen habe ich diese Personen nicht. Bis auf meine letzte Wohnung, dort waren viele Personen. Sie gingen nur über einen kleinen Flur. In einem anderen Teil der Wohnung nahm ich sie nicht wahr. Manchmal sah ich sie auch. Dann wirkte der kleine Flur wie eine belebte Einkaufsstraße. Ich sah die Leute nicht klar oder deutlich. Es waren schwach bunte Schatten. Gekleidet waren die Leute völlig anders als wir es kennen. Sie hatten alle eine Art langen Mantel in unterschiedlichen ganz schwachen Pastellfarben an. Alle trugen sie eine Kopfbedeckung.

In meiner aktuellen Wohnung ist niemand. Nur auf dem Dachboden ist jemand, der riecht. Nicht gut, nicht schlecht, einfach anders.

Oh, ich hatte noch viele andere Wahrnehmungen, die ich aber hier nicht aufschreiben möchte. Manchmal frage ich mich, ob mir diese oder ähnliche Dinge nur allein passieren. Oder ob bei mir im Oberstübchen irgendetwas falsch gepolt ist. Viele Dinge sind mit Logik wahrscheinlich nicht nachvollziehbar. Ich für mich bin froh, dass meine Wahrnehmungen im Laufe der Jahrzehnte weniger geworden und dadurch nicht mehr so beunruhigend sind.

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