Die AG Kommunikation des BPN braucht Ideen

Wir haben doch noch das Protokoll ausgegraben, auf das uns die Behindertenbeauftragte der Stadt so freundlich hingewiesen hat. Wir erzählen davon in „Zähes Ringen um magere Antworten„. Nach wie vor geht es um die gegründete AG Kommunikation im behindertenpolitischen Netzwerk. Was macht die AG und wer macht mit? Leider, liebe Leserin, wird dies auch in diesem Protokollauszug nicht beantwortet. Deutlich wird, dass unser BPN dringend Hilfe braucht. Doch vorgreifen wollen wir nicht. Lediglich die genannten Personen stellen wir vor. Frau Christiane Vollmer ist Behindertenbeauftragte der Stadt Dortmund und Geschäftsführerin des BPN. Herr Richard Schmidt ist stellvertretender Vorsitzender des BPN. Aufmerksamen Lesern ist er schon häufiger als „Pudelmann“ begegnet. Frau Sterling-Meyer, Herr Kai Gungl und Herr Dieter Baier sind Mitglieder des zehnköpfigen BPN. Herrn Böhle kennen wir nicht. Die Sitzungen des BPN sind öffentlich und so scheuen wir uns nicht, auch das Protokoll einer solchen Sitzung zu veröffentlichen. Hier der Auszug des Protokolls zur Sitzung am 20.09.2016.

4. AG Kommunikation

Herr Baier berichtet von der Aufgabe, das Behindertenpolitische Netzwerk präsenter zu machen und darzustellen, u.a. mit Logos, Slogans und Claims. Dazu sollen Entwürfe eingebracht werden. Das genaue Verfahren soll noch besprochen werden. Gleichzeitig soll ein Image-Film vom Behindertenpolitischen Netzwerk von Studierenden der WAM gedreht werden. Herr Schmidt konkretisiert, dass es um Ideen für Slogans usw. geht. Die Jury wird nicht wissen, von wem welche Idee stammt. Herr Gungl ergänzt, dass der Wettbewerb erst im Dezember starten wird; Vorschläge werden bei der Behindertenbeauftragten abgegeben und von den Studierenden der WAM für die Jury weiter vorbereitet. Herr Böhle erfragt die Zusammensetzung der Jury und die Vergabe-Kriterien. Herr Schmidt stellt klar, dass es nicht um einen Profi-Wettbewerb geht, die Preise sind als Anerkennung für die Mitwirkenden gedacht. Frau Vollmer stellt fest, dass alle Menschen, auch Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, mitmachen können. Auch „nur“ Ideen sind gefragt. In die Jury sollten auch Leute z.B. von der FH für Design tätig sein. Die WAM-Studierenden werden einen größeren Beitrag zur Wettbewerbsorganisation leisten. Herr Schmidt weist auf die Verabredung hier, vermehrt sogenannte Nachberichterstattungen anzubieten. Das Konzept ist aktuell an dem Punkt, Themen für die Öffentlichkeitsarbeit der verabredeten Zielgruppen zusammenzutragen. Frau Sterling.-Meyer erfragt die Aufgabe der AG Kommunikation und bietet Vorschläge für die Öffentlichkeitsarbeit an. Herr Schmidt weist darauf hin, dass die AG mit ihren Aufgaben im Behindertenpolitischen Netzwerk beschlossen wurde. An dem Konzept wird neben der sonstigen Tätigkeit im Netzwerk gearbeitet, es ist noch nicht fertig. Die AG berichtet regelmäßig in den Sitzungen des Netzwerks und des Vorstandes. Frau Vollmer begrüßt es, wenn – wie von Frau Sterling-Meyer vorgeschlagen – Ideen aus dem Netzwerk in die AG eingebracht werden. Frau Sterling.-Meyer ist sehr interessiert an visueller Kommunikation und noch auf der Suche nach den richtigen Adressaten für manche Anliegen.“

Vielleicht sind Sie ja schlauer als Wir und verstehen den Text? Erstmal festzuhalten ist, dass auch in diesem Protokoll die Mitglieder der AG nicht genannt werden. Die Auskunft des Büros war also falsch. Aber was – um der Gespenster willen – soll die AG denn tun? Einen Film drehen. Aha, welchen Inhalts? Vermutlich erarbeiten dies die Student_innen der WAM. Was „claims“ sind, wussten wir nicht. Unten erfahren wir Aufklärung durch Wikipedia. In Jack Londons Romanen waren das abgesteckte Teile von Goldfeldern in Alaska. Logos und Slogans kennen wir natürlich. Soll das BPN jetzt wie Aldi oder Lidl beworben werden? Nach dem Motto „Hier wird Ihnen geholfen“? Wir halten ja nicht viel vom BPN und dessen Arbeit. Dass sie sich selber auf so ein Niveau begeben möchten, ist neu. Wie gesagt, es handelt sich um ein Gremium, dass dem Stadtrat beigeordnet ist und dort Rede- und Eingaberecht hat.

Wir haben da eine etwas altertümliche Sicht der Dinge. Solch ein Gremium muss durch sein Tun überzeugen. Durch gute Arbeit, Ideen und Aktionen wird so ein Gremium bekannt. Unsere Ruhr-Nachrichten würden berichten. Genau da liegt das Problem! Mit konkreter Arbeit oder gar Aktionen beschäftigen sich die alten Damen / Herren des Netzwerks nicht mehr. Begehungen ohne Folgen sind die heftigsten Aktivitäten. Aufgabe der AG ist also, aus fast nichts eine Werbebotschaft fürs Gremium zu basteln. Ist nicht ganz ungewöhnlich. Machen Parteimanager auch. Hier auf kommunaler Ebene könnte es jedoch passieren, dass es peinlich dilettantisch wird. Ein Erfolg wäre es zuerst, wenn die AG für fehlerfreie Protokolle sorgt. Am 8. November tagt das BPN. Die AG steht auf der Tagesordnung. Vielleicht schauen wir trotz großer Abneigung mal rein.

“ Der englische Begriff Claim wird im Marketing, vor allem in der Werbung, häufig in derselben Bedeutung wie Slogan verwendet. „Claim“ wird ausschließlich in Deutschland als Bezeichnung eines Werbeslogans benutzt; in England kennt man diesen als „Endline“ oder „Strapline“. Er bezeichnet einen fest mit dem Unternehmens- oder Markennamen verbundenen Satz oder Teilsatz, der Bestandteil des Unternehmenslogos oder Markenzeichens sein kann. Mitunter gibt es auch „Kampagnen-Claims“, die nur für die Dauer einer Werbekampagne verwendet werden. Ein Claim kann mehrere Funktionen haben: Er kann die Positionierung eines Leistungsangebotes oder einer Marke, ein zentrales „Versprechen“ oder einen Produktnutzen, eine Mission, eine Vision oder das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens oder der Marke kommunizieren. Der Begriff leitet sich aus der früher in Nordamerika und Australien verwendeten Bezeichnung Claim für ein abgestecktes Grundstück ab.“

Da waren wir mit Jack London doch auf der richtigen Spur.

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