Flexible Bootsfahrt

Eine Flut von Wörtern gießen die Medien über uns. Weil sich in Bratislava die 27 EU-Regierungschefs getroffen haben. Aus diesen tausenden von Wörtern haben wir die Überschrift destilliert. Wieder einmal ist es nämlich bezeichnend, wie wenig mit diesen vielen Worten gesagt wird. „Das war der erste Gipfel ohne die Briten“, heißt es. Es ist erstaunlich still geworden um den Brexit. Erinnern wir uns an das Getöse der EU-Bürokraten am 24. Juni. „Sofort“ oder „ganz bald“ sollten die Briten sich erklären. Derzeit rechnen wir mit Januar oder Februar, dass eventuell der ominöse Brief aus London kommen könnte. War jetzt auch gar kein Thema mehr. „Das Donauschiff habe eine deutsche Flagge gehabt“, heißt es ach so symbolkräftig. Doch die deutsche Führung sei nicht mehr so deutlich wie noch zu Zeiten der „Euro-Rettung“. Klar, die Staaten haben ja auch Fakten geschaffen. Sie nehmen einfach keine Flüchtlinge. Erst recht nicht nach Vorgaben aus Brüssel. Eine schöne Gemeinschaft ist das. Die EU-Außengrenzen, jaja, also die wollen sie jetzt ernsthaft stärken. Jeeps für Bulgarien, aha. Und sonst? Irgendwie wollen sie das ja bereits seit langer Zeit. Doch Griechenland und Italien sind nach wie vor ziemlich allein mit ihren Flüchtlingen. Sie werden gerettet. Ja und dann? Bei aller Mühe blickst Du nicht durch. Zum einen ist vom Geist von Bratislava die Rede. Zum anderen von kleinen Schritten, die auch umgesetzt werden. Damit der EU-Bürger wieder Vertrauen gewinne. Großer Geist und kleine Schritte passen nur so wenig zusammen. Geld gegen die Jugendarbeitslosigkeit soll es geben. Ja fein, und was machen wir mit dem Geld? Auf uns wirkt die EU kopflos. Ein Kuddelmuddel hochbezahlter Politschauspieler, die wenigstens um gute Laune bemüht sind. Das hat nichts mit dem Fehlen Englands zu tun. Mit denen war es auch nicht besser. Am Ende heißt es, es sei ja nur ein informeller Gipfel gewesen. Beim „richtigen“ Gipfel in Brüssel im Oktober werden sie vielleicht konkreter. Zum Beispiel steht ja die Frage an, ob die Türken visumfrei in die EU kommen dürfen. Das ist Teil des EU-Deals gegen die Flüchtlinge. Wir dürfen gespannt sein, ob sie sich im Oktober überhaupt mit dieser Frage beschäftigen.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Zeitgeschehen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s