Panarbora – ein Ausflugsziel mit Hindernissen

Ein Radiobericht machte Thorsten auf Panarbora aufmerksam. Klingt nicht allein das Wort schon abenteuerlich? Frei übersetzt „Völlig im Wald“? Es handelt sich bei Panarbora um einen im letzten Jahr eröffneten Park in Waldbröl, der eine Art Mischung aus Jugendherberge und Abenteuerspielplatz darstellt. Panarbora wirbt mit einem Baumwipfelpfad, einem Aussichtsturm, Baumhäusern, einem Labyrinth, einem Barfußpfad und noch einigen anderen Attraktionen.

Angesichts der mühsamen ÖPNV-Verbindungen planten wir für diesen Ausflug die Anreise mit Kleinbus und Familienanhang. Insgesamt drei Kinder und vier Erwachsene machten sich am Sonntag Vormittag auf den Weg ins Bergische Land. Die Fahrt begann wie es sich gehört. Schon vor dem Westhofener Kreuz wurden die Vorräte in Angriff genommen. Sucuk, Käsewürfel, Cabanossi, Tomaten, Gummibärchen und saure Apfelringe fanden großen Anklang. Ein Wunder, dass alle Mägen diese bunte Mischung mitmachten. Wir kamen zügig voran auf der wenig befahrenen Autobahn.

Das Navi führte uns über Landstraßen sicher zum Ziel. Dachten wir. Vorläufiger Halt  der Fahrt war das falsche Ende der Zieleinbahnstraße. Zum Glück fand Susanne auf einem Ausdruck von Google-Earth genau diesen Hinweis. Schilder hatte es nicht gegeben. Schade. In großem Bogen immer rechts herum fuhr uns Marcel doch zum Park. Wir drei Raucher brauchten Zigaretten. Unsere Vorräte gingen zuneige. Wie sehr Panarbora eine Jugendherberge ist, erlebten wir, als wir keinen Nachschub auftreiben konnten. Auch ist das Rauchen auf dem gesamten Gelände verboten. Eine Hinterlassenschaft unserer strengen rotgrünen NRW-Regierung. Nun denn, es musste auch so gehen. „Das sieht aus wie ein Parkhaus“, meinte Titus, als er den Turm zum Wipfelpfad erblickte.

aussichtsturmSpäter verstand ich, was er meinte. In zwölf Spiralen windet sich ein Weg immer in der Runde in die Höhe. Für Sophie und Armin ein Vergnügen, auf und ab zu rennen. Der Wipfelpfad beginnt und endet an diesem Turm. Alles ist barrierefrei. Du merkst nicht, dass Du durch Baumwipfel läufst. Etwa drei Meter breit und mit einem festen Geländer von 1,30 m Höhe zieht er sich dahin. Es fühlt sich an wie auf festem Boden. Für Rollstühle und Kinderwagen ist der Pfad problemlos befahrbar.

baumwipfelpfad

Atmosphäre hat er nicht. Kein leichtes Wanken, kein Rauschen der Baumkronen rings umher. Das hatte ich mir erhofft. Der Ausblick war stellenweise grandios, wie Susannes Fotos zeigen.

aussichtUnser nächstes Ziel war der Irrgarten, den wir uns sehr geheimnisvoll und spannend vorgestellt hatten. Wir fanden den Entwurf eines solchen vor. Die Hecken, die die verschlungenen Pfade des Irrgartens einmal säumen sollen, stellten sich als dürre, maximal hüfthohe Pflänzchen dar, die noch eine Menge Zeit brauchen, um eine optische Barriere zu sein. Das heißt, man konnte die Anlage in ihrer Gesamtheit überblicken, was dem Konzept eines Irrgartens nicht wirklich förderlich ist. Trotzdem schafften wir es, darin ein paar Mal in die Irre zu gehen. Das machte dann schon Spaß. Und kleine Menschen wie Armin und Sophie waren begeistert. Am Ende des Gartens fanden wir eine Art Laubengang, der schon eine gewisse Atmosphäre ausstrahlte. Es handelte sich um einen schmalen Pfad, links und rechts von Weidenpflänzchen gesäumt, die in ca. 2,50 Meter Höhe zu einem Bogen zusammenwachsen und so ein pflanzliches Dach bilden. Dort gefiel es uns gut. Wir waren einen Moment in einer anderen Welt.

laubengang

Leider setzte nun der vorhergesagte Regen ein. Erst kam nur ein leichtes Nieseln und wir dachten, ein Kaffee im Restaurant sei jetzt das Richtige. Um zum ersehnten Heißgetränk zu gelangen, mussten wir mal wieder eine Schranke überwinden. „Behalten Sie bloß Ihre Eintrittskarte!“, müsste groß am Eingang stehen. Denn immer wieder brauchen sie diese, um eine Schranke zu öffnen. Wenig gastlich präsentierte sich die Kantine. Eben Jugendherberge. Ähnlich wie bei IKEA. Immerhin blieben wir trocken, denn draußen tobte sich ein Wolkenbruch aus. Heutige Meteorologen würden Unwetter dazu sagen. Dortmunder Veranstalter auch. Sie würden alles abblasen.

Wir auch. Als es etwas nachließ, besuchten Armin und Sophie noch kurz einen Spielplatz. Dann aber öffnete der Himmel wieder seine Schleusen und wir eilten zum Auto. Marcel ist ein guter Fahrer und so verließen wir diesen Ausflugsort, der einige Wünsche offen ließ. Wir fuhren aus dem Unwetter in die Sonne Dortmunds. Natürlich hatte uns die A45 noch einen kleinen Stau zu bieten. Das ist sie ihrem Ruf schuldig. Die Stimmung war gut. Wir trockneten vor uns hin. Die kleinen Racker schliefen ein. So endete ein schöner Familienausflug.

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