Ich distanziere mich!

Gestern las ich folgende Meldung in den Medien:

„Bundesinnenminister de Maizière appelliert an alle Muslime, sich vom islamistischen Terrorismus zu distanzieren. Gleichzeitig warnte er davor, Menschen muslimischen Glaubens unter Generalverdacht zu stellen“.

Dieser Innenminister gehörte immer schon zur rechten „Law-and-Order-Fraktion“, aber inzwischen ist er nicht nur ein sturer Hardliner, sondern er ist gefährlich. Gefährlich im Sinne von geistiger Brandstiftung. Was er mit seinen zwei Sätzen anrichtet an Meinungsmache, hätte Göbbels nicht besser gekonnt. Seine Aufforderung an alle Muslime, sich vom Terror zu distanzieren, impliziert, dass diese dem Terror nahe stehen. Denn sonst müssten sie nicht auf Distanz gehen. Er stellt also alle Angehörige einer Religion unter Generalverdacht und tut damit genau das, was er in seinem zweiten Satz dann angeblich verhindern will. Er betreibt pure Hetze und äußerst gefährliche Propaganda, die dazu führt, dass das friedliche Zusammenleben zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen, wie wir es beispielsweise in Dortmund praktizieren, gefährdet wird.

Ja, es wird Zeit, sich zu distanzieren. Und zwar von solchen Propaganda-Ministern wie de Maizière einer ist. Und nicht nur von ihm und seinen Machenschaften. Ich distanziere mich also!

Ich distanziere mich von der üblen Hetze gegen Muslime.

Ich distanziere mich von der Kriegstreiberei einer Ursula von der Leyen.

Ich distanziere mich von menschenverachtenden Ausdrücken wie „Flüchtlings-Tsunami“.

Ich distanziere mich von der Idee einer Alternativlosigkeit.

Ich distanziere mich von Gaucks Begriff der „Verantwortung“, denn damit sind Militäreinsätze gemeint.

Ich distanziere mich vor allem von der dauernd praktizierten Verknüpfung humanitärer Werte und Christentum. Wenn wir humanitäre Werte in unserem Land leben können, haben wir die der Aufklärung zu verdanken und können sie nicht wegen, sondern TROTZ des Wirkens christlicher Kirchen genießen.

Ich distanziere mich von einem Friedensnobelpreisträger, der tagein, tagaus mit Drohnen Menschen ermordet.

Ich distanziere mich von „meiner“ Regierung, die diesem Morden nicht nur tatenlos zusieht, sondern mit der Basis in Ramstein noch Beihilfe leistet.

Ich distanziere mich von Frau Merkel, die dem Diktator vom Bosporus bei seinen Machtansprüchen Schützenhilfe leistet.

Ich distanziere mich von einem System, in dem das Geld das Maß aller Dinge ist.

Und natürlich solidarisiere ich mich mit meinen muslimischen Mitbürgern und distanziere mich vom Terrorismus – vom Terrorismus jeglicher Couleur, sei er islamistisch, neofaschistisch oder schlicht kapitalistisch.

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Eine Antwort zu Ich distanziere mich!

  1. Anonymous schreibt:

    Ach, was spricht mit dieser Artikel aus der Seele. Diese Phrasen und kalkulierten Äußerungen schaffen ganz latent ein Klima der Angst, des Argwohns und der Homogenisierung (kulturell, religiös, finanziell etc.) Aber sie werden es nicht schaffen die Menschen zu spalten… Und sie werden mit ihrer gekonnten Polemik nicht die Gefühle ausschalten, die Menschen nunmal verbinden. Es gibt so viele Beispiele für ein friedliches Zusammenleben… NEIN, sie werden ein neues 1930-1945 nicht erreichen!!!

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