Füßeküssen

Unsere Regentin wurde ja schon mit mehreren Staatsmännern in näheren Kontakt gebracht. In ihren ersten Jahren soll sie gute Verbindungen zu Wladimir Putin gehabt haben. „Weil sie Russisch kann“, hieß es. Das allein wird es wohl nicht gewesen sein. Leider ist dieser Gesprächsfaden abgerissen. Ein Dialog mit Moskau ist ausgesprochen wünschenswert. Dann trat Barack Obama auf den Plan. Ihm sagten Manche ein besonderes Verhältnis zu Merkel nach. Er verlieh ihr zum Beispiel die Freiheitsmedaille. Die ist in den USA wohl die höchste Auszeichnung für Staatsgäste. In den letzten ein oder zwei Jahren trat ein dritter Mann in Merkels Leben. Sie hat schon so ihren eigenen Geschmack. Recep Tayip Erdogan – hat es Merkel angetan, wenn wir an dieser Stelle mal reimen dürfen.

Normalerweise kümmern wir uns selten um das Privatleben unserer Politschauspieler. Da müssten wir dann auch häufiger die Gala oder Bunte konsultieren. Das ist unzumutbar. Auf Merkels Verhältnis zu Recep Tayip kommen wir nur zu sprechen, weil sie ja die Regentin ist und ihre Bundesregierung im Fall Armenier-Resolution und Incirlik eine so jämmerliche Rolle spielt.

Anfang Juni verabschiedete der Bundestag mit großer Mehrheit eine Resolution, in der der Umgang mit den Armeniern im Osmanischen Reich während des ersten Weltkrieges als Völkermord bezeichnet wird. Vertreter der Bundesregierung wie Merkel, Steinmeier oder Gabriel waren leider verhindert und nahmen nicht an der Abstimmung teil. Merkel lässt jedoch wiederholt ausrichten, dass sie in der Fraktion für die Resolution gestimmt habe. Erster Akt ihres Eiertanzes. Die Türken reagierten sauer und verboten u.a. wegen der Resolution den Besuch von Bundestagsabgeordneten in Incirlik. Dass so etwas unter NATO-Verbündeten toleriert wird und keine Rüge aus Brüssel hervorruft, ist erstaunlich. Vor einigen Tagen gab es früh morgens Gerüchte, die Bundesregierung wolle sich offiziell von der Armenier-Resolution des Bundestages distanzieren. Das tat sie dann nicht. Seibert wies jedoch ausdrücklich darauf hin, dass dieser Beschluss des Parlaments für die Regierung nicht bindend sei. Stimmt. Doch wer wollte das wissen. Zweiter Akt des Eiertanzes. Für uns Zusammenhangdeuter ist klar, dass die frühe Meldung lanciert war. Sie diente als Grundlage dafür, sich eben nicht offiziell zu distanzieren. Darüber war die Mainstream-Journallie dann sehr glücklich. Der Türke hörte die Botschaft wohl. Irgendwie hatte sich Merkel dann doch distanziert. Und außerdem war sie im Juni gar nicht dabei. Wenige Tage später traf unsere Regentin ihren aktuellen Favoriten persönlich. In der chinesischen Provinz war G20-Gipfel. Hier vollbrachte Merkel eine akrobatische Meisterleistung, die in Rio für Aufsehen gesorgt hätte. Sie küsste Recep Tayip mal wieder die Füße. Das ist nicht neu. Sultane haben sowas gern. Während des Küssens, also mit der Nase am Boden, wedelte unsere biegsame Christunionierte dem lieben Freund mit einem Scheck vor der Nase herum. Der ist auf 60 Mio Euro ausgeschrieben und von Ursula von der Leyen unterzeichnet. Da Merkel in dieser Woche im Bundestag schon wieder dummes Zeug erzählen konnte, dürfen wir davon ausgehen, dass sie ihre Akrobatik in China gut überstanden hat. Die Investition in Incirlik wurde dann auch öffentlich gemacht. Was da genau gebaut werden soll, blieb unklar. Das Fundament für ein neues Flugfeld. Ein mobiler Gefechtsstand, der, weil er mobil ist, ja kein Fundament braucht. Unterkünfte für unsere Jungs im Feld der Ehre. Bislang wohnen die, laut Aussage von Verteidigungspolitikern, in geliehenen Baracken. Das ist natürlich auch kein Zustand. Für unsere Steuermillionen müssten die Parlamentsarmisten schicke Häuschen kriegen können. Es fragt leider niemand, was 250 Soldat_innen dort in Incirlik machen, um sieben Flugzeuge zu benutzen. Das sind pro Flugzeug 37 Mann/Frauen. Und das sind nur Aufklärer. Was würden wir erst für Bomber brauchen? 73 Mann/Frauen vermutlich. Egal, die 60 Mio für Incirlik sind locker drin im Militärhaushalt. Und da ließ der Sultan seine Zufriedenheit mit dem deutschen Verhalten verkünden. Sein Außenminister Cavusoglu durfte sagen, dass, wenn sich die Deutschen weiterhin so gut benehmen, alles wieder gut werde. Jetzt dürfen die Bundestagsabgeordneten voraussichtlich auch nach Incirlik und gucken, dass die Soldat_innen ihre schmucken Häuschen kriegen. Dann werden sie die Verlängerung des Einsatzes Ende des Jahres brav abnicken. Denn Sie wissen ja, wir haben eine Parlamentsarmee. Da nickt nicht der König, sondern 600 Knallerbsen.

Eine Pikanterie noch zum Schluss. Weil wir uns gerade wieder so lieb haben. Die Tornados der Bundeswehr in Incirlik bomben ja nicht, sondern helfen dabei. Indem sie Fotos von Syrien machen. Und zwar ganz tolle mit Hightech. Auf den Fotos sehen dann die befreundeten Mörderpiloten, wo der IS steckt. Das können die von oben erkennen. Diese Bilder kriegen dann auch die Türken. Das sind ja unsere NATO-Freunde. Und die gucken auch nur danach, wo der IS sitzt. Wenn sie auf den Fotos ihre anderen Feinde, die mit dem Westen befreundeten Kurden, erspähen, kneifen die Türken ganz schnell die Augen zu. Sie würden nie auf die Idee kommen, mit Hilfe deutscher Bilder Kurden zu bombardieren. Das haben sie uns versichert. So etwas sagen deutsche Politikschauspieler im Radio, ohne dass ihnen die Stimme versagt. So verlogen ist das deutsche Vorgehen. Sie lügen, ohne rot zu werden. Und sie wissen, dass alle wissen, dass sie lügen.

 

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