Kleine Fortschritte in der großen Stadt

Gern berichten wir von Fortschritten im Hinblick auf Barrierefreiheit. Wir brauchen ein gutes Gedächtnis, um manche Vorhaben nicht zu vergessen. Denn es dauert alles so seine Zeit. Häufig haben wir uns hier mit dem Ärztehaus DoC an der Kampstraße beschäftigt. Dort durften wir gestern erfreut feststellen, dass nach einem Jahr die Behinderten-Toilette im Erdgeschoss benutzbar zu sein scheint. Die Hinweise auf „Defekt“ sind verschwunden. Ob es an der Infotheke einen Euroschlüssel zum Öffnen gibt, haben wir nicht getestet. Wir wollten unseren positiven Eindruck nicht gefährden.

An der Haltestelle „Reinoldikirche“ wurde dieser gute Eindruck weiter genährt. Es gibt dort die sogenannte Verteilerebene. Hinauf aus diesem ersten Untergeschoss führt eine Wendeltreppe an die Oberfläche. Wie ihre Verwandte im DoC-Haus ist auch diese für blinde und sehbehinderte Menschen gefährlich. Wer sie mit dem Stock unterläuft, kann mit der Nase gegen das Metall stoßen. Sehr schmerzhaft, wie ich aus eigener Erfahrung sagen muss. Rund um die Treppe hat die Stadt nun ein Geländer angebracht. Sowohl in Fuß- wie in Hüfthöhe verläuft ein waagerechter Holm, der das Unterlaufen verhindert. Den unteren sollte der Stock erwischen. Der obere bremst uns auf jeden Fall ab. Ein Unterlaufen ist nicht mehr möglich.

Geländer Reinoldikirche

Geländer Reinoldikirche

Das Geländer sperrt natürlich nur den Bereich ab, über dem die Treppe in Menschenhöhe aufsteigt.

Im Naturkundemuseum hatten wir ein äußerst konstruktives Gespräch mit zwei Mitarbeiter_innen. Am 23. Juli hatten wir dem BPN das Feld überlassen. Mit den Menschen Vollmer, Zeuch, Schmidt und Herkelmann können wir beim besten Willen nicht mehr zusammenarbeiten. Umso schöner war es, noch einmal ins Museum eingeladen zu werden. Derzeit ist es eine Baustelle. Die Wiedereröffnung ist vielleicht 2018 oder 2019 zu erwarten. Wir dürfen sagen, die Barrierefreiheit im Naturkundemuseum ist ernst gemeint. Wir hoffen sehr, dass wir hier das zweite Museum mit dieser Auszeichnung in Dortmund haben werden. Das Mondo mio im Westfalenpark würden wir als den Vorreiter bezeichnen. Dort arbeiteten wir sehr gut mit der – inzwischen leider verstorbenen – Leiterin, Frau Limmer, zusammen.

Weniger gute Nachrichten gibt es vom einzigen Tastmodell unserer Stadt am Phönixsee. Vier Beschriftungsbleche fehlen. Eines davon liegt auf dem Modell. Die anderen sind nicht auffindbar. Ob dies auf Vandalismus oder mangelnde Verarbeitung zurückzuführen ist, wissen wir nicht. Vor gut einem Jahr versuchten wir, rauszukriegen, wer für dieses Modell zuständig ist und sich ggf. um Reparaturen kümmert. Dies gelang uns nicht. Die Behindertenbeauftragte war es jedenfalls nicht. Schade um dieses nützliche Modell.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Barrierefreiheit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s