DddWnb – Teil 9

Heute geht es um ein Unternehmen, das vermutlich daran gewöhnt ist, von manchen Leuten als überflüssig bezeichnet zu werden. Es handelt sich um den Unternehmensprüfer KPMG. Da wir sie in „So wird der Bock zum Gärtner“ ohnehin am Wickel hatten, soll auch ihr nichtsnutziges bis schädigendes Dasein besonders gewürdigt werden. Wir bemühen Wikipedia, um die Gesellschaft kurz vorzustellen.

„KPMG International ist ein globales Netzwerk rechtlich selbständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- bzw. Managementberatung mit Sitz in Zug und operativer Hauptzentrale in Amstelveen.

Der Name des Unternehmens geht zurück auf seine Gründer Klynveld, Peat, Marwick und Goerdeler. Mit rund 174.000 Mitarbeitern an Standorten in 155 Ländern und insgesamt 24,8 Milliarden USD Umsatz (2014) gehört KPMG zu den sogenannten Big Four unter den internationalen Prüfungsgesellschaften. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 9.600 Mitarbeiter an 25 Standorten; im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 betrug der Umsatz 1,38 Milliarden EUR.“

Was bieten unsere Freunde von KPMG denn so an? Werfen wir einen Blick auf ihre Webseite und klicken auf Dienstleistungen.

„Audit: Wirtschaftsprüfer tragen große Verantwortung. Wir sind uns dieser Erwartungen bewusst.

Tax: Tax steht für die steuerberatende Tätigkeit von KPMG.

Consulting: Fachwissen zu betriebswirtschaftlichen und regulatorischen Themen.

Deal advisory: Transaktionsentscheidungen müssen heute schneller und fundierter getroffen werden.

Services/Branchen-und-Märkte: In unserem Dienstleistungsangebot fokussieren wir uns zusätzlich zu den Geschäftsbereichen auch auf wesentliche Wirtschaftsbranchen und Märkte.

IT-tools für die Praxis: Der intelligente Einsatz IT-gestützter Prüfungstechniken liefert zusätzliches Fachwissen.“

Wir Laien stellen uns vor, dass sich Firmen wie KPMG um die inneren und äußeren Abläufe und Beziehungen eines Unternehmens kümmern. Wir haben so etwas als Arbeitnehmer am eigenen Leib erlebt. In großen und kleinen Firmen. Nicht unbedingt das Wirken von KPMG, aber die Anbieter in dieser Branche dürften alle ähnlich arbeiten.

Im Inneren gilt es, Kosten zu senken. Manchmal gelingt dies durch Optimieren von Arbeitsabläufen. Meist aber bilden die Personalkosten den größten, zumindest aber den am leichtesten zu verändernden Kostenblock. Wieviel kann ich einem Arbeitnehmer zumuten? Was geht noch, wenn ich ihm Hilfsmittel wie Computer oder Roboter an die Hand gebe? Was kann der denn noch so außerhalb seines Arbeitsgebietes oder seiner Arbeitszeit machen? Wir erkennen schnell, auf wessen Seite Firmen wie KPMG stehen.

Solche Anbieter helfen den Firmen bei ihren Steuern. Das ist nett. Das deutsche Steuersystem ist kompliziert genug. Will sich ein Unternehmen an alle Regeln halten, gilt es viel zu beachten. Spannender wird es jedoch, wenn es darum geht, Steuern zu vermeiden. Das geht innerhalb und außerhalb von Gesetzen. Oder in Grauzonen. Ein global operierendes Unternehmenwie KPMG weiß da sicher bestens Bescheid.

Im Falle Rheinland-Pfalz hilft KPMG dabei, einen defizitären Flughafen an den Mann oder die Frau zu bringen. Sie helfen also beim Auffinden von Auftraggebern oder Käufern. Das hat im Falle der chinesischen Firma SYT nicht so gut geklappt. KPMG sitzt aber so fest im Sattel, dass sie weiterhin Partner der Mainzer Landesregierung bleiben und fortgesetzt nach einem Käufer für den Flughafen Hahn suchen dürfen. Was eigentlich die vielen Beamten in den Ministerien machen, bleibt eine unbeantwortete Frage. KPMG kann das vermutlich besser als die.

Jetzt haben wir für Sie noch eine kleine Zusammenstellung von Pannen, die KPMG unterliefen. Sie werden sagen, wer soviel tut, macht automatisch Fehler. Stimmt. Aber übernimmt diese Firma auch die Verantwortung dafür?

Nürburgring: Schon am Nürburgring hatte die KPMG das Land Rheinland-Pfalz beraten. Und auch da hatte das Unternehmen Bewerber empfohlen, die sich später als nicht zahlungskräftig erwiesen. In der Szene wird sich daher gewundert, warum das Land wieder den Zuschlag an die KPMG gegeben habe.

1.7.2016

http://www.allgemeine-zeitung.de/politik/rheinland-pfalz/die-frage-zum-verkaufsflop-hahn-wer-hat-uns-beraten-kpmg-geraet-ins-schussfeld-der-kritik_17042608.htm

 FlowTex-Pleite: die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zahlt an geschädigte Geldinstitute sowie Leasinggesellschaften im Zusammenhang der FlowTex-Pleite 100 Millionen Mark Schadensersatz. Das bestätigten KPMG sowie der Anwalt der FlowTex-Geschädigten, Christian Wolf. Die Leasingfirmen und Banken werfen KPMG fehlerhafte Prüfung der FlowTex-Bilanzen 1997 und 1998 vor

16.05.2001

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/pleiten-kpmg-zahlt-100-millionen-mark-an-flowtex-glaeubiger-124483.html

 Holzmann: Die Holzmann-Krise zieht weitere Kreise. Der finanziell angeschlagene Baukonzern erwägt, den Wirtschaftsprüfer KPMG auf Schadenersatz zu verklagen. Seit Anfang des Jahres ermittelt auch die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen die Wirtschaftsprüfer. Sie wirft den Verantwortlichen vor, sie hätten Konzernabschlüsse testiert, obwohl ihnen bekannt gewesen sei, dass das Unternehmen nicht ausreichend Wertberichtigungen und Rückstellungen getroffen habe

18.02.2000

http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-65182.html

Comroad:  Der Bilanzskandal bei dem Telematik-Anbieter Comroad könnte auch für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ein juristisches Nachspiel haben. Die neue Geschäftsführung von Comroad prüft nach eigenen Angaben derzeit alle rechtlichen Schritte gegen KPMG. Die Prüfer hätten die Bilanzen jahrelang anstandslos testiert und nicht gemerkt, dass seit 1998 wahrscheinlich fast der komplette Umsatz frei erfunden war, sagte ein Comroad-Sprecher am Mittwoch in München.

24.04.2002

http://www.welt.de/print-welt/article385902/Comroad-Bilanzskandal-Nachspiel-fuer-Wirtschaftspruefer.html

Siemens: Jahrelang hat KPMG die Bücher kontrolliert, doch von den schwarzen Kassen wollen die Wirtschaftsprüfer nichts mitgekriegt haben. Das hat Folgen: Siemens wechselt seine Abschlussprüfer aus. Die KPMG war im Zuge des größten Korruptionsskandals in der deutschen Nachkriegsgeschichte unter Beschuss geraten. Kritiker warfen den Wirtschaftsprüfern vor, bei der verbreiteten Praxis der schwarzen Kassen weggeschaut zu haben. KPMG bestreitet die Vorwürfe.

28.11.2008

http://www.spiegel.de/wirtschaft/korruptionsskandal-siemens-setzt-kpmg-vor-die-tuer-a-593406.html

Unsere Lieblingsfrage, ob die Welt ein Ding braucht, ist: Hilft oder nutzt es den Menschen? Nein, dafür ist KPMG gar nicht gegründet worden. KPMG nutzt dem Geld, den Märkten, den Firmen. Sie versucht, das gegen die Menschen gerichtete, kapitalistische Räderwerk zu schmieren. KPMG und ähnliche Firmen stellen nichts her. Sie helfen auch nicht dabei, etwas herzustellen. Werden Arbeitsplätze erhalten, weil es einem Unternehmen nach der Beratung besser geht, sind diese Arbeitsplätze garantiert nicht menschlicher geworden. Im Kapitalismus ist der Erfolgdes einen auf den Misserfolg des anderen Unternehmens gegründet. Wer da mitmacht, schafft keine Werte. Wir garantieren, dass genau gar nichts geschehen würde, löste sich jetzt in diesem Augenblick die Branche rund um KPMG einfach auf.

Quellen

https://home.kpmg.com/de/de/home/services.html

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