Geriatriebesuch des Behindertenpolitischen Netzwerks (BPN)

„Behindertenpolitisches Netzwerk Gast in der geriatrischen Klinik des Klinikum Dortmund

Im Rahmen der Inklusionsvereinbarung zwischen dem Behindertenpolitischen Netzwerk und dem Klinikum Dortmund waren Vertreter_innen des Netzwerkes in Begleitung der Inklusionsbeauftragten Andrea Zeuch und der Behindertenbeauftragten Christiane Vollmer auf Einladung des Arbeitsdirektors Ortwin Schäfer in der geriatrischen Klinik zu Gast. Nach einem sehr interessanten Austausch mit Klinikdirektor Dr. Ralf Jelkmann zur Geriatrie im allgemeinen und der Arbeit in der neuen Klinik im besonderen wurden zwei der Stationen im alten Dudenstift besichtigt. Im sog. „BVB-Zimmer“ entstand dabei das Foto. Über das Thema Fußball und besonders BVB – so berichtete Jelkmann – sei es möglich, auch mit alten Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich sehr in sich zurückgezogen hätten.

Die Vertreter_innen des Behindertenpolitischen Netzwerks waren von der Geriatrie sehr angetan. Insbesondere die Ausstattung und vielfältige Therapiemöglichkeiten waren beeindruckend. So äußerte sich Friedrich-Wilhelm Herkelmann, Vorsitzender des Behindertenpolitischen Netzwerks nach dem Besuch: „Mit den Grundsätzen geriatrischer Arbeit ist es möglich, alten Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderung ein medizinisch begleitendes Angebot zu machen, dass ihre Lebensqualität spürbar verbessert. Wir wünschen uns Möglichkeiten, dieses Angebot auch für lebensjüngere Menschen mit Behinderungen zu öffnen, besonders für die Gruppe der Menschen mit Frühdemenzen. Für diesen Wunsch fanden wir ein offenes Ohr beim Klinikdirektor Dr. Jelkmann, der diese Klinik mit viel „Herzblut“ leitet. Wie der Wunsch erfüllt werden kann, wird eine Aufgabe des Behindertenpolitischen Netzwerks in der nächsten Zeit sein.“

Soweit der Newsletter des BPN vom Juni 2016. Gefühlsmäßig sagen wir, dass sich das Gremium da einer recht kniffligen Aufgabe widmet. Sie müssen Institutionen identifizieren, in denen frühdemente Menschen Aufnahme finden. Entscheidend wird sein, wie gut die dort Verantwortlichen für Anregungen des BPN ansprechbar sind. Solche Anregungen müssen erstmal erarbeitet werden, vermuten wir. Die liegen nicht in der Schublade. Aus dem Bericht geht bspw. nicht hervor, ob die Geriatrie im Klinikum auch auf andere Behinderungen wie Blindheit oder Hörverlust eingeht. Und falls ja, wie sie das tut. Im positiven Falle kann das BPN davon etwas übernehmen. Wer aus dem 20köpfigen Gremium wird sich darum kümmern? Vielleicht hilft uns bei der Antwort ein kurzer Blick in die Geschichte.

In der vorigen Wahlperiode existierte im BPN die Projektgruppe Gesundheit. Deren größter Erfolg war das Unterzeichnen der Inklusionsvereinbarung mit dem Klinikum im Dezember 2012. Diese Vereinbarung gab dem Thema auch BPN-intern Auftrieb. Auf bis zu zehn Personen wuchs die PG an. Darunter eine Ärztin sowie einige Menschen mit viel Erfahrung im Gesundheitswesen. Im Laufe der Zeit traten Konflikte im Hinblick auf die Arbeitsweise der Gruppe auf. Sie zerfiel. Das führte dazu, dass gegen Ende der Wahlperiode ein Auftrag extern vergeben wurde. Wer das entschied und wer ihn bezahlte, blieb im Dunkel. Es ging um den Aufnahmeprozess von behinderten Patienten ins Klinikum. Ein Projekttag wurde initiiert. Vom Ergebnis des Tages ist uns nichts bekannt. In der neuen Wahlperiode des BPN ab Mai 2014 besteht die PG Gesundheit praktisch nur noch aus deren ehemaligem Leiter, Herrn Siegfried Volkert. Herr Volkert rückte gleichzeitig als viertes Mitglied in den BPN-Vorstand auf. Seither ist es ruhig geworden um die PG Gesundheit. Die Station für Augenheilkunde wurde bspw. renoviert, ohne das BPN im Hinblick auf Barrierefreiheit zu beteiligen. Aus den lokalen Medien erfahren wir von weiteren Neubauplänen, die 30 Mio. Euro kosten sollen. Darunter ein neuer OP, der im Hinblick auf Barrierefreiheit sicher nicht interessant ist. Jedoch beinhalten diese Pläne noch genug Bereiche, in denen eine Mitwirkung der Behindertenvertreter wünschenswert ist. Dass dies ein Mann allein stemmen kann, ist kaum zu erwarten. Wir hoffen sehr, dass sich das Gremium überhaupt kümmert und genug ehrenamtliches Engagement vorhanden ist, um dies zu tun. Wir werden alle Bemühungen im Rahmen der Inklusionsvereinbarung weiterhin aufmerksam und motiviert verfolgen. Den Vertretern der Sache behinderter Menschen und insbesondere Herrn Volkert wünschen wir weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit. Sie wird nicht einfach werden. Denn erstes Ziel der Klinikleitung ist wirtschaftlicher Erfolg. Darin wird sie von der Dortmunder Kommunalpolitik unterstützt. Der Sparzwang wird somit als alternativlos postuliert und gern über die Interessen der Menschen gestellt. Es trifft die Belange von Mitarbeitern, Patienten und zuletzt auch die Belange der behinderten Menschen.

Quelle: Newsletter des BPN, Juni 2016

 

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