Wie der Blinde zu reden versucht – (Kapitel 7)

„Deine SMS war eine tolle Überraschung“, sagt Manfred zu Rotraud. Karl-Heinz bringt Manfred zu Rotraud auf einen Kaffee und Kuchen. Da Karl-Heinz schon mal da ist, lädt Rotraud ihn auch gleich ein. Als Manfred und Karl-Heinz am gedeckten Tisch sitzen, meint Rotraud: „Ach, ich ruf schnell mal Theo an. Vielleicht mag er auch einen Kaffee. „Oh ja gerne. Ich komme runter,“ sagt Theo. Zwei Minuten später klingelt er auch schon bei Rotraud. Nun sitzen alle vier am Tisch und Rotraud hört so etwas wie ein Rascheln. Sie fragt: „Was ist das für ein Geräusch?“ „Ich binde Manfred seinen Latz um. Soll ich dir deinen Latz auch gleich umbinden, Rotraud?“, fragt Karl-Heinz. „Hm … äh … ich habe so etwas nicht“, stottert Rotraud verlegen, „aber das ist sicher sehr praktisch. Vor allem im Dienst.“ „Das finden meine Mutter und Sabine auch“, meint Manfred, „wie kommst Du denn ohne klar?“ „Ach, irgendwie geht das schon.“ Nach einer kurzen unangenehmen Pause kommt doch noch ein fröhliches Gespräch zustande. Als der Kaffee getrunken und der Kuchen gegessen ist, gehen die vier zu einem Glas Wein über. Wie das manchmal so ist, wird aus einem Glas Wein eine Flasche und noch eine. Am frühen Abend fragt Rotraud ihren getrennt lebenden Ehemann-Nachbarn: „Theo, bitte würdest du in den Keller gehen und noch etwas Wein hochholen?“ „Na klar“, sagt Theo und geht zur Tür. Karl-Heinz ruft hinterher: „Warte Theo, ich komme mit und helfe dir tragen.“ Und beide ziehen los. Aber nicht in den Keller, sondern nach oben in Theos Wohnung. „Na ja“, denkt sich Rotraud, „Hauptsache, die kommen mit Nachschub wieder.“ Manfred und Rotraud sind bei Mineralwasser so ins Gespräch über alte Zeiten vertieft, dass sie gar nicht merken, wie die Zeit vergeht.

Irgendwann klingelt es bei Rotraud. „Wir haben den Wein gefunden“, verkünden die beiden älteren Herren in feucht-fröhlicher Stimmung und gehen in Rotrauds Wohnung zu Manfred. Kurz darauf läutet es abermals. Manfred drückt auf seine Uhr. „Es ist 22.15 Uhr“, sagt die Uhr. Manfred und Karl-Heinz ziehen schuldbewusst ihre Köpfe ein. Hatten sie Sabine doch versprochen, zum Abendessen wieder zu Hause zu sein. Da steht Sabine auch schon aufgebracht vor der Tür. „Wo ist mein Mann? Wo ist mein Schwiegervater?“, herrscht sie Rotraud an. Sabine will schon in die Wohnung stürmen, aber Rotraud versperrt den Weg und fragt: „Wer sind Sie? Und würden Sie bitte etwas leiser sprechen, manche Nachbarn wollen um diese Zeit schon schlafen.“ Sabine beruhigt sich etwas und sagt: „Ich bin Sabine und Manfred ist mein Mann.“ Karl-Heinz und Manfred stehen schon aufbruchbereit im Wohnzimmer, als Rotraud und Sabine hereinkommen. Als Sabine die beiden schuldbewussten Gesichter sieht, beginnt sie likörselig und friedlich zu grinsen und sagt: „Ihr seid mir schon zwei Superhelden, dann lasst uns mal nach Hause gehen.“ Im Aufbruch begriffen fragt sie Manfred: „Sag einmal Manfred, warst du letztens auch hier? Du weißt schon, als du so spät nach Hause kamst.“ „Ja“, antwortet Manfred und gleichzeitig sagt Rotraud: „Nein. Nicht, dass ich wüsste.“ Theo ist geistesgegenwärtig. Vielleicht kommt ihm solch eine Situation auch bekannt vor: „Nun geht erstmal nach Hause, Kinder. Darüber könnt Ihr morgen noch reden.“ Manfred stützt sich auf Karl-Heinz, denn Sabine ist zurückgewichen. „Es war ein schöner Abend. Vielen Dank. Bald machen wir das mal bei uns“, verabschiedet sich der ältere Borkenstock und zieht den jüngeren hinter sich her. „Entschuldigen Sie bitte“, murmelt Sabine und verlässt ebenfalls die Wohnung. „Konntest Du nicht den Mund halten?“, fragt Theo seine getrennt lebende Ehefrau. „Nein, so blöd war ich früher mal. Soll er doch sehen, wie er klarkommt. Hier war Manfred jedenfalls nicht.“

Etwa eine Woche ist seit Gertrudes Sturz auf der ungesicherten Treppe vergangen. Das neue Geländer ist längst installiert. Allerdings ohne Gurt. Und dieses Defizit ist nicht das einzige, das Manfred in den zurückliegenden Tagen zu spüren bekommen hat. Vergnügt und locker-leicht war es zwischen ihm und Sabine ja selten zugegangen. Aber so still und kalt wie seit diesem Unfall war es noch nie. Die vertraute halbe Stunde morgens ist gestrichen. Manfred hat versucht, Sabine zu unterstützen und die Zeitung auch ohne Gurt zu holen. Doch er hatte sich bei den Treppenstufen verzählt und fiel schon vorm ersten Absatz vornüber. Kopfüber direkt in die weich gepolsterte Frau Borgstein-Waldschmidt hinein. Die alte Lehrerin rettete nicht nur ihren Nachbarn vor Schlimmerem, sondern hatte auch schon die Zeitung dabei. Die bringt sie jetzt jeden Morgen. „Als Christenmensh muss man doch helfen“, sagt sie immer. Um seine Kleidung muss sich Manfred jetzt halbwegs selber kümmern. So kommt er auf die Idee, alles dort hinzulegen, wo er es wiederfindet. Den Schlafanzug zum Beispiel ins Bett. Früher hatte er alles irgendwo hingelegt. Sabine war ja da. Die restlichen Notwendigkeiten erledigt Sabine souverän. Karl-Heinz stellt wenige Ansprüche. Er hat in der Ehe gelernt, bescheiden zu sein. Seit Gertrudes Unfall hat er auffällig gute Laune. Und das kommt vermutlich nicht nur von der Besserung seiner beiden Knie. Die strapaziert er nicht mehr jeden Morgen vor dem Antlitz der Mutter Maria. Mit etwas schlechtem Gewissen, „aber das Fleisch ist schwach“, sagt er sich. So kommt Karl-Heinz manchmal schon früh die Treppe hoch und holt Pfiffi zur Morgenrunde ab. Die führt beide in den Park und dann zum Bäcker an der Ecke. Dort gibt es ein verbotenes Mettbrötchen für den Menschen und ein ebenso verbotenes Würstchen für die Vierbeiner. Beide kommen dann sehr zufrieden zum Frühstück mit Sabine und Manfred. Dort ist neuerdings Schmalhans Küchenmeister. Sabine hat in einer ihrer Selbsthilfegruppen von einer neuen Ernährung gehört. Die soll die Seele stärken. Sabine hält das für dringend erforderlich. Deshalb gibt es am Morgen nach dem vielen Wein zum Beispiel Bulgurküchlein. Mundgerecht und frisch aus dem Ofen. Manfred verbeißt den Schmerz, als er hungrig zugreift. „Vorsicht mein Schatz, die sind noch heiß“, säuselt Sabine. Manfred ist beinahe glücklich. Sie hat zu ihm gesprochen. Das kommt nicht mehr so oft vor seit neulich. Dieses Schweigen ist es, das Manfred am meisten zu schaffen macht. Und nicht nur Sabines, sondern auch Rosas Schweigen. Eine winzige SMS hatte er bekommen: „Bin voll im Stress. Küßchen R.“ Vor Wut nennt er sie im Geiste jetzt nur noch Susanne. Das klingt nicht so sexy. Es hilft aber nicht. Karl-Heinz murmelt etwas von verdorbenem Magen wegen gestern und verschmäht die Küchlein. Er hat ja bereits gefrühstückt und vertieft sich in die Zeitung. „Manfred, hast Du schon gehört, dass Hummels‘ Frau hinter dem Wechsel steckt?“, fragt er seinen Sohn, um das Schweigen zu übertönen. „Hat mir gestern eine Kundin erzählt. Eine Frau Doktor sowieso. Die wollte, dass wir die Straße sperren, damit er nicht weg kann.“ „Manfred, vergiss den Erbsenpudding nicht. Der ist sehr wichtig für Dich“, mahnt die Gattin. Manfred langt tapfer zu. Zum Glück landet die Hälfte auf dem Latz. „Was hat Rotraud denn für einen Latz?“, fragt Sabine hämisch und knotet den weißen Stoff mit roten Punkten los, um ihn in die Wäsche zu verfrachten. „Die hat keinen“, kommt es hinter der Zeitung hervor, „diese Frau soll zehn Millionen mehr gefordert haben“, fügt Karl-Heinz hinzu. Doch das Ablenken wirkt nicht mehr. Manfred haut mit der Faust auf den Tisch und schreit: „Verdammt, ich halte das nicht mehr aus hier! Sabine, was willst Du eigentlich?“ Manfreds Kaffeetasse fällt um und tränkt die restlichen Küchlein. „Was hast Du denn auf einmal, lieber Manfred?“, fragt Sabine scheinheilig. „Ich gehe dann mal besser“, murmelt Karl-Heinz im Aufstehen. Keiner beachtet ihn. Außer Pfiffi, der Gewitter nicht mag und mitgeht. „Du redest überhaupt nicht mehr mit mir“, sagt Manfred schon wieder ruhiger. Doch, jeden Tag“, sagt Sabine, „und abends mit mir selbst.“ „Und mit er Flasche“, entfährt es Manfred. „Ach ach, haben der Herr Blinder mal wieder gute Ohren?“, versucht Sabine zu kontern, weil sie sich ertappt fühlt. „Ach nein. Ja. Ist doch egal. Was ist denn los?“, stammelt Manfred. „Das fragst Du noch! Bleibt bis Mitternacht weg und legt sich dann wie ein unschuldiges Baby ins Bett. Nein, er wird gebracht. Von Mama. Und als die unten liegt, gibt es ja noch die Nachbarin. Alle helfen dem armen Blinden.“ Und wer hilft mir, liegt Sabine auf der Zunge. Doch es kommt nicht raus. „Ich weiß, dass ich nicht so selbständig bin wie Rotraud oder so.“ „Darum geht es ja gar nicht. Doch irgendwie auch. Aber wo warst Du und wo kommt der Labello her?“, sprudelt Sabine hervor. „Von Petra“, lügt Manfred tapfer. „Und wie kommt er in Deine Jacke?“ „Ich weiß nicht.“ „Und wieso sagst Du, dass Du bei Rotraud warst und das stimmt gar nicht. Rotraud oder Petra oder wen haben wir noch im Angebot?!“, faucht Sabine. Manfred schweigt. Ihm fehlt die Übung, die vielleicht ein Theo hat. „Geh mir aus den Augen“, zischt Sabine nach einigen Minuten der absoluten Stille. Sogar die Wanduhr hatte aufgehört zu ticken. Vorsichtig erhebt sich Manfred und schleicht in sein Zimmer. Heute ist Samstag und er hat frei. Manfred sucht nach Pfiffi. Doch der sonst so tröstliche Hund ist auch weg. Ganz allein und in aller Stille sitzt er da auf seiner Matratze. Seine Zimmertür hat er blockiert. So hört er durch den Spalt wenigstens das Geschirr klappern. Ein Lebenszeichen in dieser sonst toten und kalten Wohnung. Manfred hat keine Lust, zu lesen oder Radio zu hören. Wie soll er das Sabine bloß sagen? Was war das überhaupt mit Susanne? Nie haben sie über … gesprochen. Selbst in Gedanken tut er sich schwer mit dem kleinen Wort Sex. Als er ungefähr 16 Jahre alt war, hatte er mit einer Mitschülerin im Internat ein bisschen zu küssen versucht. Da war seine Mutter von den Betreuern herzitiert worden. Gertrude hatte ihn umgehend mit zu Pfarrer Seelighaus genommen. Beide hatten ihm erklärt, dass der liebe Gott dies nicht will. Erst in der Ehe. Um seinen Glauben zu festigen, hatte Manfred zwei Stunden auf den Steinstufen vorm Altar knien müssen. Dann hatte ihm Pfarrer Seelighaus kaltes Weihwasser in den Nacken gegossen. „Zum Zeichen der Reinigung“, sagte er feierlich. Dann hatte ihn Gertrude zurückgebracht und ihm aufgetragen, ihr immer zu erzählen, wenn ein Mädchen sich nähert. Das war nie wieder passiert. Als er dann ein Mann war und heiratete, dachte Manfred, das ginge nun von selbst. Aber nichts ging. Zweimal war Sabine vergebens zu ihm gekommen. Danach breiteten beide den Mantel des Schweigens darüber. Manfred ist fassungslos darüber, was da neulich mit Rosa geschehen war. „Jetzt nenne ich sie schon wieder Rosa“, schimpft Manfred vor sich hin. Da klingelt sein Telefon. Ist sie das endlich? Doch es meldet sich Rotraud und fragt, ob es gestern noch Ärger gegeben habe. „Nein, aber heute“, sagt Manfred. „Ist es schlimm?“ „Nein, nicht wegen gestern. Wegen neulich.“ „Au backe, ich komme mal rüber. Dann kannst Du mir erzählen.“ Manfred will widersprechen, doch Rotraud hat schon aufgelegt.

Vor der Haustür trifft Rotraud auf Carlo. Der kommt gerade mit dem Fahrrad vom Einkaufen und fragt aufgeräumt: „Hallo junge hübsche Frau, wollen Sie zu mir?“ „Heute nicht“, antwortet Rotraud schlagfertig, „ich möchte zu Manfred. Calo denkt kurz nach. „Ach zum blinden Herrn Borkenstock. Das hätte ich mir denken können. Warten Sie, ich schließe auf. Halten Sie mal das Rad!“ In seinem Einkaufskorb sucht er nach dem Schlüssel. „Gehört habe ich ihn schon“, meint Rotraud nach einer Weile. „Ganz unten natürlich“, stöhnt Carlo und sammelt die Tiefkühlpizzen vom Boden auf. „Ich fahre immer direkt zum Kühlschrank. Das spart Weg“, sagt Carlo und schiebt Rad und Rotraud ins Treppenhaus. „Erster Stock rechts“, sagt er noch und verschwindet in seiner Wohnung. Als Rotraud klingelt, steht Manfred schon an der Tür. Schüchtern begrüßt er sie. „Guten Tag, Frau … ähm …“, kommt es aus dem Hintergrund. „Frau Steinbruck. Wir kennen uns doch von gestern Abend, oder?“ „Ja, ich bin Sabine Borkenstock. Soll ich sie ins Zimmer bringen?“ „Wieso?“ Rotraud ist irritiert. „Nein nein, Sabine. Ich mach‘ das schon.“ „Manfred geht es nicht so gut, wissen Sie. Da komm‘ ich mal vorbei und muntere ihn etwas auf.“ Sabine sagt mit Grabesstimme: „Na dann viel Spaß.“

„Schlechte Laune, Deine Frau?“, eröffnet Rotraud, als sie auf dem Schreibtischstuhl sitzt. Manfred hockt auf seiner Matratze. „Ja irgendwie schon. Und ich bin nicht ganz unschuldig“, beginnt Manfred. Doch er kann auch Rotraud nicht erzählen, was er mit Rosa erlebt hat. Wie soll er ihr das erklären? Wahrscheinlich wird sie sich als Frau mit Sabine solidarisieren. So erzählt er auch Rotraud die Geschichte von Volker und Petra und dem Besuch bei ihnen, der später wurde. Rotraud ist verständnisvoll und findet, Sabine übertreibt. „Klar hättest Du anrufen können. Aber meine Güte, das kommt halt mal vor in einer Ehe“, meint sie abschließend. Leise hat sie das Gefühl, dass da irgendwas nicht stimmt. Doch ihr reicht diese Version bereits. Ehekrisen hängen Rotraud zum Halse raus. „Da ist mal wieder meine Hilfsbereitschaft mit mir durchgegangen, als ich gesagt habe, dass ich rüberkomme“, denkt Rotraud und verabschiedet sich mit dünnen Aufmunterungsfloskeln von Manfred. Noch ehe der von seiner Matratze hochkommt, ist Rotraud an der Tür. Die ist immer noch einen Spalt offen, weil Manfred ja seinen Hausschuh dazwischen gestellt hatte. Rotraud hört, wie sich ein Mensch im Flur eilig davon macht. „Noch so eine Beziehungskünstlerin“, denkt sie und huscht in den Flur. Sie sagt nichts zu Manfred, der sie einzuholen versucht. Doch Rotraud ist schneller. Auf der Treppe erschrickt sie fürchterlich, als von oben eine Frau schreit: „Vorsicht! Sie sind auf einer Treppe! Sie fallen gleich runter! Warten Sie , ich helfe Ihnen!“ Unten stößt Rotraud mit Carlo zusammen, der neugierig gucken will, was los ist. „Hoppla junge Frau. Lust auf Pizza?“ So langsam wird Rotraud panisch. In was für ein Irrenhaus ist sie hier geraten? Sie schüttelt nur den Kopf und ist zur Tür hinaus, noch ehe die hilfreiche Frau Borgstein-Waldschmidt sie erreicht. „Junger Mann, warum helfen sie der armen blinden Frau denn nicht?“ „Ich glaube, die braucht keine Hilfe.“ Die Lehrerin stürzt zur Haustür. Gegenüber verschwindet Rotraud im Sauseschritt. „Ach du liebe Zeit, alle Heiligen und der Heilige Geist. Hoffentlich geht das gut“, murmelt Frau Borgstein-Waldschmidt. Eine Etage höher sagt Sabine hinter Manfred, der zu Eis erstarrt in der Tür steht: „Soll ich dich zurück ins Zimmer bringen?“ Als Manfred fortdauernd schweigt, verschwindet Sabine im Wohnzimmer. Ihr Lauschangriff auf die beiden Blinden, die sie ja nicht sehen konnten, hatte nichts Neues erbracht. Warum glaubte sie Manfred trotzdem nicht? An sein Smartphone war sie gestern nicht rangekommen. Manfred hatte das Passwort geändert. „Reusi“ klappte nicht mehr. Traurig sagt Sabine zur Flasche: „Lieber Geist, vielleicht redest du ja mit mir?“

Manfred sitzt bewegungslos auf seiner Superspezialmatratze. Er weiß gar nicht, wie lange schon. Auf einmal kommt sein Vater zur Tür herein. Pfiffi ist auch da. „Tut mir leid, mein Junge. Ist etwas später geworden. Und das Mittagessen haben wir beide unten verschlafen. Wir haben nämlich einen riesigen Spaziergang gemacht.“ „Nicht schlimm, Essen fiel aus“, sagt Manfred niedergeschlagen. „Ach komm mein Junge, Gewitter gibt es in jeder Ehe mal. Das geht vorüber. Ich gehe jetzt zu Gertrude ins Krankenhaus. Willst Du mit?“ „Heute nicht, Papa. Sag ihr einen schönen Gruß von Sabine und mir. Wir kommen morgen wieder.“ „Gut, mache ich gern. Und mein Sohn …“ „Ja, Papa?“ „Halt die Ohren steif!“ Damit verschwindet Karl-Heinz. „Ach Pfiffi, was für ein Schlamassel. Ich weiß nicht, was ich machen soll.“ Pfiffi weiß aber sehr wohl, was er will. Nämlich gekrault werden. Manfred wünscht sich leise, mit Pfiffi tauschen zu können. Der kann zwar nicht sprechen, aber er …?“

Lange sitzen sie so da. Pfiffi und Manfred. Da durchbricht das Smartphone die Stille. Eine SMS. Die Sprachausgabe sagt: „Hey mein Süßer. Fahre bis Montag an die Müritz. Willste mit? R“

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