Kokerei Hansa

Als der Himmel über der Ruhr noch nicht wieder ganz blau war, hatte die Kokerei in den 60er- und 70er-Jahren ihre beste Zeit. In Zusammenarbeit mit Tosulit wurde für dieses Industriedenkmal eine spezielle Führung für blinde und sehbehinderte Besucher entwickelt.

Kokerei Ausblick

Noch bis 1992 wurden auf der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde täglich Tausende Tonnen Koks produziert und die Maschinen standen niemals still. Heute kann das Industriedenkmal auf dem Erlebnispfad „Natur und Technik“ erkundet werden. Dabei gehen die Besucher auf Entdeckungstour und erhalten spannende Einblicke in die Welt von Kohle und Koks.

In Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur hat Tosulit für dieses Industriedenkmal eine spezielle Führung für blinde und sehbehinderte Besucher entwickelt.

Hier ist es von Vorteil, dass auf so einer Kokerei (fast) alles angefasst werden kann, ohne dass es kaputt geht. Dabei erkennt man schnell die Dimension der ehemaligen Industrieanlage: Kleinere Schrauben haben immerhin einen Durchmesser von 5 cm.

Gleich zu Beginn des Rundgangs begrüßt uns „Hans A“ in seiner stabilen Hitze-Schutzkleidung. Der Anzug war nötig, um im Laufenden Betrieb Koksofenkammern reparieren zu können. Im Eingangsbereich stechen wir dann, wie damals die Koker, die Uhr und gehen hinaus aufs 1.400 m x 700 m große Gelände. Bald erreichen wir die sogenannte Schwarze Seite, auf der die Kohle angeliefert und zu Koks verarbeitet wurde. Über einen schmalen Pfad, der entlang des ehemaligen Förderbandes führt, geht es hoch hinauf in den etwa 40 Meter hohen Sortenturm.

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Hier wurden die Kohlen gemahlen, gemischt und gebunkert. Weiter geht es zum benachbarten Kohlenturm und durch einen begehbar gemachten Kohlenbunker. Groß und zum Teil sehr hoch sind die Räume und Hallen. Es ist spannend, sich vorzustellen, wie hier einst alles rumpelte und rauchte.

Von der Schwarzen Seite geht es weiter zur Weißen Seite mit den chemischen Anlagen. Diese dienten der Gewinnung und Verarbeitung der Nebenprodukte, die bei der Koksproduktion entstanden.

Zum Abschluss der Führung erwartet die Besucher dann noch ein technikhistorisches Highlight: Die Maschinenhalle mit ihrem einmaligen Ensemble von fünf einst dampfbetriebenen Kompressoren, von den einer im Schaubetrieb in Bewegung gesetzt werden kann.

Auf dem gesamten Rundweg kommt man an zahlreichen Arbeitsplätzen der früheren Kokerei vorbei und erfährt einiges über ihren Arbeitsalltag auf Hansa. Während der Führung wird viel Wissen vermittelt und es wird nie langweilig, auch ohne etwas zu sehen. Es gibt Kohle-Granulat und Koks zu fühlen, die Wucht mancher Bauteile und Maschinen zu ertasten und die Dampflok zu besteigen.

Kokerei 2015 Dampflok

Hinweise zur Führung

Blinde und sehbehinderte Besucher werden in Kleingruppen über das Gelände geführt. Eine Anmeldung im Vorfeld ist notwendig. Der Kohleturm ist nicht leicht begehbar. Die engen Treppen sind zum Teil sehr steil, haben allerdings alle ein Geländer. Ein wenig mobil sollten die blinden und sehbehinderten Besucher schon sein. Denn die 40 m Höhenunterschied, die es über die Rampe hinaufgeht, geht es über Treppen auch wieder hinunter.

Kontakt

Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

Emscherallee 11

44369 Dortmund

Tel. 02 31 – 93 11 22 – 0 (Verwaltung); 02 31 / 93 11 22 – 33 (Infopunkt)

Mail: info@industriedenkmal-stiftung.de

Internet: www.industriedenkmal-stiftung.de

Die Stiftung selber schreibt zur Kokerei:

„Die Kokerei Hansa bietet als begehbare Großskulptur faszinierende Einblicke in die Geschichte der Schwerindustrie des vergangenen Jahrhunderts. Die 1928 in Betrieb genommene Großkokerei war ein wichtiger Teil in der Verbundwirtschaft der Dortmunder Montanindustrie. Von den benachbarten Zechen bezog sie die Steinkohle und lieferte den daraus produzierten Koks und das Kokereigas an Dortmunder Hüttenwerke. Darüber hinaus wurden aus dem Gasgemisch, das bei der Verkokung entstand, wichtige Grundstoffe für die chemische Industrie gewonnen.     Seit 1998 stehen die wichtigsten Produktionsbereiche der Kokerei (wesentlicher Bestand von 1928) unter Denkmalschutz. Die Anlage befindet sich in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kokerei ihre Geschäftsstelle betreibt.

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