DddWnb – Teil 6

Unter diesem Kürzel möchten wir von Dingen erzählen, die die Welt nicht braucht. Heute geht es um zwölf U-Boote, die Australien im Rahmen eines Aufrüstungsprogrammes in den kommenden Jahren bauen und in Dienst stellen will. Bislang machen sechs australische U-Boote die Weltmeere unsicher. Diese werden dann außer Dienst gestellt. Ob sie weiterverkauft werden können, wissen wir nicht. Auf dem Gebrauchtmarkt für Unterwasserfahrzeuge kennen wir uns nicht so gut aus.

Das gesamte australische Aufrüstungsprogramm soll bis 2025 134 Milliarden Euro kosten. Daran haben die zwölf Boote einen Anteil von 35 Milliarden Euro. Das sind alles Planzahlen. Nehmen wir die Bundeswehr als Erfahrungsgrundlage, sollten die Australier locker mit den doppelten Kosten rechnen. Unsere Medien berichten in erster Linie darüber, dass ThyssenKrupps Marine-Sparte den Auftrag nicht bekommen hat. Vielmehr geht er an die französische Firma DCNS, die zu zwei Dritteln dem Staat gehört. Gebaut wird allerdings auf einer Werft in Australien.

Überhaupt nicht diskutiert wird die Frage, wofür Australien diese Aufrüstung braucht. Mit der Frage kommen wir etwa zwei Monate zu spät. Am 25. Februar berichtete zum Beispiel tagesschau.de dieses hier:

„Die groß angelegte Aufrüstung war noch vom inzwischen aus dem Amt geworfenen Premier Tony Abbott angestoßen worden, heute wurde sie von Abbotts Nachfolger, Malcolm Turnbull, verkündet und von Verteidigungsministerin Marise Payne begründet: „Australiens starkes Netzwerk mit vielen regionalen militärischen Beziehungen wird immer wichtiger, um den Herausforderungen zu begegnen und um Australien auch für die Zukunft richtig zu positionieren“, sagte Payne. „Wir können unsere Zukunft am besten in engerer Zusammenarbeit mit unseren globalen Partnern schützen.““ Offenbar ist das südchinesische Meer der Zankapfel, um den es geht. „Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs wird dort abgewickelt. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. China beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen, aber nur etwa 220 Kilometer von der philippinischen Küste entfernt liegen. Hinter der Aufrüstung steckt auch die immer engere Zusammenarbeit zwischen Australien und den USA. Washington unterhält seit längerem einen Stützpunkt im australischen Darwin, die US-Amerikaner sind immer wieder im Südchinesischen Meer unterwegs, um die Schifffahrtswege gegen die chinesischen Hegemonialansprüche zu verteidigen.“

Mit kurzen Worten – es geht mal wieder ums Geldverdienen. Die Rohstoffvorkommen sollen für US-amerikanische und australische Firmen gesichert werden. China soll möglichst wenig Zugriff bekommen. Weil Diplomatie, also das Miteinander-Reden, gerade keine Konjunktur hat, wird erstmal aufgerüstet.

Gerade U-Boote sind eine hinterlistige Waffe. Aus dem Verborgenen heraus sollen sie in dieser Region vor allem Handelsschiffe des Gegners versenken. Nazi-Deutschland hat bspw. versucht, die Versorgung der britischen Insel durch amerikanische Hilfslieferungen per U-Boot-Krieg zu unterbinden. Dies gelang letztlich nicht. Es kostete aber viele Menschenleben, weil auch auf Passagierschiffe gefeuert wurde.

Wer oben mitgerechnet hat, weiß, dass es mit den U-Booten ja nicht getan ist. Auf tagesschau.de erfahren wir etwas über die weiteren Pläne: „Drei Marine-Zerstörer, neun Fregatten sowie zwölf Patrouillenboote. Australien rüstet seine Seestreitmacht massiv auf. Das Land reagiert damit auf die zunehmenden Spannungen im Südchinesischen Meer und will grundsätzlich die eigene militärische Position in der asiatisch-pazifischen Region stärken.“

Wollen sie denn wirklich Krieg um diese Meeresregion führen oder glauben sie daran, dass sie diese Militärgerätschaften brauchen, um besser reden zu können? Aus unserer Sicht ist dieses Denken krank. All diese Schiffe braucht Australien nicht. Die Welt auch nicht. Denn sie wird dadurch unsicherer und aggressiver. Mit einem Bruchteil der geplanten Ausgaben könnte sich Australien spürbar an der Hilfe für Menschen überall auf dem Globus beteiligen. Auch im Nahen Osten. Doch davon hören wir hier nichts. Diese Aufrüstung der australischen Marine qualifiziert sich auf jeden Fall für ein Ding, das die Welt nicht braucht.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Zeitgeschehen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s