Platz genug

Heute möchten wir eine Idee vorlegen, von der wir nicht glauben, dass wir sie als erste haben. Dennoch ist sie uns bislang nirgends begegnet. Die gesamte Idee steht im Konjunktiv, weil wir nicht glauben, dass sie Realität wird. 

Die Zahlen schwanken. In Griechenland sollen rund 40.000 Menschen auf die Weiterreise nach Westeuropa warten. Idomeni ist der Brennpunkt direkt an der mazedonischen Grenze. Aber auch in anderen Lagern weiter im Innern wird es nicht viel besser aussehen. Geld ist angeblich genug vorhanden. Die EU hat Griechenland für die kommenden drei Jahre 700 Millionen Euro zugesagt. Nehmen wir mal an, das Geld gibt es. Unsere Idee geht davon aus, dass Griechenland vor den ganzen Krisen sehr viele Touristen beherbergen konnte und wollte. Große und kleine Hotels, Pensionen oder private Zimmer gibt es viele. Wir sind sicher, dass sie für die Zahl von Flüchtlingen mehrfach ausreichen würden. Hier wären die Menschen weitaus komfortabler untergebracht als in irgendwelchen Lagern. Den Vermietern könnte der übliche Tarif für die Wintersaison gezahlt werden. Dafür müssten sie denselben Service leisten wie für Touristen. Die medizinische Versorgung könnte das griechische Gesundheitswesen vor Ort leisten, wenn es entsprechend unterstützt wird. Genau wie viele Hoteliers steckt das Gesundheitssystem in der Krise. Mit Hilfe des EU-Geldes könnte wieder aufgebaut und modernisiert werden. Bleibt zuletzt das Argument, dass viele Menschen nicht weg wollen vom Zaun. Sie fürchten, eine eventuelle Öffnung zu verpassen. Die allermeisten von ihnen haben ein Smartphone. Wir bauen einfach eine What’s App-Gruppe oder sowas für die Flüchtlinge in Griechenland auf. Über diesen Weg werden Informationen verbreitet. Natürlich müssen die Menschen erstmal Vertrauen gewinnen. Kommen aber regelmäßig verlässliche Nachrichten über diesen Weg, wird das Vertrauen wachsen. 

Natürlich ist dies keine endgültige Lösung. Aber den Menschen wäre enorm geholfen. Warten müssen sie ohnehin. Bis sich Berlin, Brüssel, Ankara oder wer auch immer entschließt. Gleichzeitig handelt es sich um ein kleines Konjunkturprogramm für die griechische Tourismus-Branche. Ähnliches könnte in der Türkei geschehen. Dort werden die Touristenzahlen in 2016 erheblich sinken. Russische Reisebüros dürfen die Türkei nicht mehr anbieten. Die Europäer haben Angst vor Bombenanschlägen. Auch hier könnten die Einbußen aufgefangen werden. Selbstverständlich müssen wir den Menschen sagen, dass dies kein Dauerzustand ist. Die Verantwortlichen müssen eben bald einmal zu Lösungen finden. Und zwar zu solchen, bei denen wir noch in den Spiegel schauen können. Die hier geschilderte Zwischenlösung ist offenbar nicht gewünscht. Denn wir haben diese Idee sicher nicht exklusiv für uns.

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