Merkels Plan

Am Ende der Geschichte „Merkel lächelt“ fragen wir, ob Herr Sauer den Plan seiner Gattin kannte? Wir wollen mal davon ausgehen, dass es so war. Wie der Plan aussieht, haben wir im genannten Text orakelt. Sehr falsch lagen wir nicht. Was wir nicht wussten, war, dass es den Plan schon seit Anfang Oktober 2015 gibt. Seit damals, als viele noch rätselten, wie sie zur großen Retterin avancieren konnte, was ihren Dreh bewirkt hatte. Eine Welle der Solidarität schwappte durchs Land. Schon damals legte ein Verein namens „Europäische Stabilisierungsinitiative“ der Kanzlerin einen Weg vor, wie sie die Flucht der Abertausenden letztlich regeln könnte.

Der Plan fußt darauf, dass es den ungebremsten Zuzug über den Balkan nicht ewig geben werde. So kam es auch. Gerade in der Nacht zum heutigen 9. März 2016 machte Slowenien seine Grenzen endgültig dicht. Serbien und Mazedonien folgten. Nun sitzen die Leute fest. In Idomeni derzeit in katastrophalen Verhältnissen. Für Merkel sollte Erdogan der Ansprechpartner sein. Umgekehrt für Ankara statt Brüssel auch Berlin. Denn die EU braucht ewig lang, um Entscheidungen zu treffen. So fuhr Frau Dr. Kanzlerin um den 20. Oktober herum nach Ankara. In Deutschland regten sich die Opposition und die Medien auf, Merkel leiste Wahlkampfhilfe für die AKP. Tat sie gern, denn mit Erdogan sollte ja der Plan der ESI umgesetzt werden. Vermutlich sagten die Türken, lass erstmal unsere Wahl vorüber und wir wieder an der Macht sein. So geschah es. Weiterhin sagten sie, es kommt der Winter und die Zahlen sinken ohnehin. Wir überlegen uns das.

Merkel blieb derweil die Aufrechte im zunehmenden Gegenwind der eigenen Leute wie auch diverser Europäer. Schweden knickte ein. Dänemark sehr gern. England blieb abweisend. Die Osteuropäer sowieso. Zuletzt dann Österreich, das dafür sorgte, dass sich die Balkanroute schloss. Merkl fuhr wieder nach Ankara. Dort verabredete sie, dass die Türken den ESI-Plan als den ihrigen der EU vorlegen sollen. Am 18. Februar passte das nicht. Da waren alle mit Camerons Drohungen beschäftigt. Jetzt beim nächsten Gipfel am 7. März passte es. Die Griechen bringen alle Flüchtlinge in die Türkei zurück. Die Türken nehmen sie auf. Im Gegenzug liefern sie auf legalem Weg syrische Flüchtlinge nach Europa. Vorzugsweise nach Deutschland. Oben drauf kriegen die Türken noch ein paar Euros – etwa sechs Milliarden derzeit – und die Visumfreiheit ihrer Bürger für die EU. Die Beitrittsverhandlungen mit Ankara werden neu belebt. So wird es dann wohl am 18. März beschlossen. Welche weiteren Abnehmer in der EU es bis dahin geben wird, werden wir erleben

Woher wir das mit dem ESI-Plan so genau wissen? Nun, wir hätten es alle längst wissen können, hätten wir aufmerksame Journalisten. Die sind leider im politisch-journalistischen Komplex gleichgeschaltet. So hätten wir schon eine Online-Zeitung aus der Schweiz lesen müssen, um den Plan zu kennen. Diese beschrieb den Plan am 6. Oktober 2015 unter:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Der-MerkelPlan-zur-Fluechtlingskrise/story/17353972

Die Regentin blieb bis zum Schluss die Gute. Noch aus dem Abschluss-Dokument vom 7. März „verhandelte“ sie die Formulierung heraus, dass die Balkanroute nun geschlossen sei. Parallel zur Silvester-Ansprache und vielen weiteren schönen Reden trieb sie einen Plan voran, der Flüchtlinge wie Tauschgut behandelt. Sie macht den Deal mit einem Land, das Menschen- und Grundrechte mit Füßen tritt. An dessen Spitze schafft sich Despot Tayip immer größere Macht. Neben den Menschen aus den Kriegsgebieten hat die EU verloren. Die solidarische Tünche fiel ab. Zum Vorschein kam das hässliche Gesicht des Egoismus.

 

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