Gar kein Fortschritt im DoC

Von der Barrierefreiheit im Ärztehaus an der Kampstraße berichteten wir hier Mitte November. Erfolg hatten wir bis dahin mit den Sitzmöbeln, die unter die Wendeltreppe gerückt worden waren. So können wir diese mit dem Langstock nicht mehr unterlaufen. Auf entsprechende Wunden an der Stirn verzichten wir sehr gern. Der zuständige Gebäude-Manager Wimmeler verwies uns auf ein Gespräch mit der Bauleitung, das er organisieren wolle.

Im Januar erhielten wir eine Einladung für den 20. Januar. Herr Wimmeler teilte mit, dass sich zwischenzeitlich auch die Behindertenbeauftragte der Stadt, Frau Christiane Vollmer, eingeschaltet habe. Wir nennen Frau Vollmer der Einfachheit halber die „amtlich anerkannte Kompetenz“. Wir ahnten nichts Gutes. Denn von der amtlich anerkannten Kompetenz waren wir nicht informiert worden. Obgleich sie von unseren Aktivitäten wusste. Wir dachten uns, wenn die Behindertenbeauftragte kommt, sind wir überflüssig. Mit ihrer amtlich bescheinigten Kompetenz wird sie die Dinge an sich reißen. Wir sagten unser Erscheinen ab.

Und es kam, wie es kommen sollte. Die amtlich anerkannte Kompetenz tauchte mit einer zehnköpfigen Mannschaft auf. Verstärkt durch den Vorsitzenden des BPN, Friedrich-Wilhelm Herkelmann, und seitens des BSV Dortmund von Manuela Kürpick, die vorher nie etwas mit dem Gebäude zu tun hatte. Zugegen waren auch Vertreter der Bauleitung und der Eigentümer. Die Mannschaft des BPN fand Widrigkeiten, die wir nicht mehr kannten. Die Treppe sei unterlaufbar. Dann fanden sie welche, die wir für unwichtig hielten. Die Trittkanten der Wendeltreppe seien nicht sicher. Wir waren davon ausgegangen, die wird von Blinden und Sehbehinderten gar nicht genutzt. Ein Leitsystem könnte sie daran vorbei zum Infopunkt oder zum Aufzug führen. Der Aufzug war nach wie vor zu leise, die Eingangstür verspiegelt und die Treppe zum Seitenausgang ohne Markierung. Fortschritt gleich null!

Das wohl städtisch zu verantwortende Kunstwerk vorm Seitenausgang wurde nicht erwähnt. Das ist mit dem Stock ebenfalls unterlaufbar und die Stirn knallt gegen eine Metallkante. Wir hatten das BPN in Bild und Wort informiert. Vielleicht fürchtet die amtlich anerkannte Kompetenz um ihr Ansehen, wenn sie städtische Fehlgriffe anprangert. Wer ärgert schon gern seinen Arbeitgeber?

Woher wir das alles wissen, wo wir doch nicht dabei waren, fragen sie sich zurecht. Es steht fast alles im Internet unter

http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/menschen_mit_behinderungen/netzwerk/rundbrief_bn_mb/rundbrief_bn_mb.html

Anderes hat uns ein Mäuschen geflüstert. Übrigens verkündete o.g. Friedrich-Wilhelm Herkelmann noch bei der BPN-Sitzung am 18.08.15, der BPN-Vorstand werde sich mit der Stadtspitze diesbezüglich ins Benehmen setzen. Was daraus wurde, wissen wir nicht.

Kalter Kaffee, werden Sie sagen. Stimmt. Kommen wir zur Gegenwart und zur Zukunft. Unter o.g. Adresse finden wir das Ergebnis der Veranstaltung am 20. Januar. Wir zitieren:

„Verabredet wurde, dass für eine nachträglich barrierefreie Gestaltung Kontakt zur Agentur barrierefrei NRW aufgenommen wird und gemeinsam für eine Anbindung des DOC-Ärztehauses an das Blinden-Leitsystem der Kampstraße über das Grundstück des DOC-Ärztehauses eingetreten wird.“

Formulieren können sie im Büro der amtlich anerkannten Kompetenz. Es bleibt nämlich völlig ungesagt, wer sich jetzt kümmert. Der Vorstand des BPN? Die amtlich anerkannte Kompetenz als städtische Beauftragte persönlich? Etwa ein Aktivist aus den Reihen der aufgebotenen Mannschaft? Wir wissen es nicht. Und wir sollen es wohl auch nicht wissen.

Mit der Agentur Barrierefrei ist das so eine Sache. Die sollte zum Beispiel auch den Streit zwischen dem BSV Dortmund und dem Tiefbauamt der Stadt Dortmund zu lösen helfen. Im vergangenen Jahr ging es heiß her um die Lautstärke des Tackerns unserer Ampeln usw. Wir waren direkt beteiligt und merkten nichts vom Wirken der Agentur. Ob sie was wirkte und wenn ja, was, das wissen wir nicht. Es handelt sich um eine ehrenwerte Organisation mit guten Zielen. Damit wir uns da nicht missverstehen. Sie wird von der amtlich anerkannten Kompetenz oder dem BPN nur offenkundig missbraucht als Feigenblatt für eigene Untätigkeit bzw. Hilflosigkeit. Was soll denn die Agentur jetzt machen? Noch einmal die Defizite aufzeigen, die längst bekannt sind? Oder hat sie Einfluss, den die amtlich anerkannte Kompetenz und das BPN nicht haben?

Die Gegenseite kann gut mit dieser Vereinbarung leben. Sollen sich da ruhig mal welche einsetzen. Dieser Vereinbarung stimmen wir gern zu, werden die sich denken. Wer sich da wie bei wem für was genau einsetzt, bleibt ja völlig offen. Eine typische BPN-Lösung. Wir tun so, als ob wir was tun. Und wenn sich nichts bewegt, war eben nichts zu machen.

Vielleicht haben wir noch ein, zwei Ideen, wie das Boot zum Schaukeln gebracht werden kann. Wir werden unser Engagement nicht vergessen. Obgleich wir dadurch bei der Amtlich anerkannten Kompetenz und dem BPN-Vorstand zu personae non gratae wurden. Sicherlich eine Auszeichnung, wenn wir bedenken, wen dieser Bannstrahl sonst so traf.

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