Reise nach Lichtendorf

Im gleichen Zug wie zwei Tage zuvor nach Soest ging es los. Nur bis Sölde diesmal, dessen Bahnhof an Kurl erinnert. Von der Sorte Kurl wird es noch einige in Dortmund geben. Hinweise zur Bushaltestelle gibt es dort nicht. Dennoch brachte uns ein Bus nach Lichtendorf. Zur Stätte meines Martyriums beim Zahnarzt. Die ließen wir rechts liegen und langten nach kurzem Suchen bei Kathrin und Klaus an.

Auch hier wurden wir herzlich und zugewandt empfangen. Ich traf „alte“ Bekannt_innen wieder. Anke war schon zu meinen Anfängen vor 20 Jahren in der Dortmunder Gruppe, Ulrike bei Stippvisiten vor zehn Jahren. Weit gereist war Dagmar, die aus dem Sauerland kam. 

Nach ausführlichem Chanten und dem Gongyo kam das Studium. Das Gongyo ist das Gebet der SGI-Buddhisten. Im Studium hörten wir, dass der Buddhismus das Schiff ist, mit dem wir über das Meer des Leidens fahren können. Das Meer des Leidens ist das Leben. Am anderen Ufer des Meeres wartet die Erleuchtung. Wir alle sind eingeladen, mit auf diesem Schiff zu fahren und zu rudern. Unser Glaube besteht aus den drei Teilen Praxis, den Glauben selber leben und ihn weitertragen in die Welt zum Ziel des Weltfriedens. So können wir in uns und anderen die Buddhaschaft hervorholen. Mir gefällt dieses Bild eines Schiffes sehr gut. Ich mag Schiffe. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir das Leiden nicht aus der Welt schaffen können. Wir haben aber in uns selbst das Potential, das Schiff zu besteigen, um über das Meer zu fahren und nicht in ihm mitzuschwimmen. Gegen Ende stellten wir uns die Frage, was denn mit der Buddhaschaft der Täter von Köln an Silvester los war? Sie war zum Zeitpunkt der Taten sicherlich tief verborgen und die Dunkelheit, wie die Buddhisten das nennen, hatte die Oberhand. Sehr menschenfreundlich finde ich nun folgenden Gedanken. Wir verurteilen die Taten, nicht die Menschen. Weil diese Menschen die Buddhaschaft in sich tragen, sind sie verehrungswürdig. Wie alle Menschen. Sind sie jedoch der Tat überführt, eines Tages, dann können sie nach irdischen Gesetzen natürlich bestraft werden. Weiterhin bleiben sie verehrungswürdig. Diese Trennung zwischen Tat und Mensch verhindert automatisch, dass alle Nordafrikaner unter Generalverdacht gestellt werden. So geschieht es ja in Teilen der Medien. 

Mit Kaffee und Tee rundeten die Gastgeber den schönen und interessanten Nachmittag ab. Vielleicht werden Susanne und ich ja Mitglieder in der Dortmunder Gruppe? Bemerkenswert am Rande ist, dass die Künstlerinnen immer noch da sind. Nicht dieselben Menschen, wohl aber diese Berufsgruppe.

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