Rippen-Autobahn ins Fußballmuseum

Sicher wollen auch einmal blinde und sehbehinderte Besucher_innen unser neues Fußballmuseum in Dortmund besuchen. Sind sie irgendwie im Eingangsbereich unseres Hauptbahnhofs angekommen, geht es ihnen gut. Denn hier beginnt ein Leitsystem, das bis an den Kassenschalter des Museums führt. Die Stiftung DFB-Fußballmuseum und die Stadt haben ihre Versprechen gehalten.

Im Bahnhof heißt es generell, den Langstock gut festzuhalten. Viele Mitmenschen richten ihre Augen nach oben, um wichtige Informationen über ihre Züge zu erhaschen. Haben wir den Stock also im Griff und das Leitsystem gefunden, können wir Fahrt aufnehmen. Der Rippenstreifen führt durch die linke Seite der Eingangshalle am Infopoint der DB vorbei, auf den ein Noppenfeld hinweist. Ruckzuck sind wir draußen. Links geht es zu den Taxen. Für die, die doch nicht ins Museum wollen. Bitte nicht die zweite Abzweigung nach links benutzen, denn die führt mitten in den Fahrradständer. Es handelt sich um eher schwierig zu tastende Rippen, weil das System in den Boden eingelassen ist, so dass die Rippengipfel gerade auf Umgebungsniveau liegen. Auf Begleitstreifen wurde seinerzeit noch nicht geachtet. So fehlt auch der optische Kontrast. 

Wir Fußballbegeisterten laufen jedoch weiter geradeaus auf den Wall zu. Hier finden wir einen barrierefreien Übergang mit Mittelinsel. Alle Zusatzeinrichtungen, die wir testeten, funktionierten. Nach der Querung des Walls nehmen wir die Rippen-Autobahn wieder auf. Doch nicht mit vollem Tempo auf die Treppen zumarschieren! Bald folgt die Abbiegung nach rechts. 

Nach einigen Metern bremst uns wieder ein Aufmerksamkeitsstreifen. Ein paar Stufen geht es aufwärts. Auch oben stoppt ein Noppenstreifen den Stockläufer und bewahrt ihn vorm überraschten Abwärtsstolpern. Nun geht es aber mit Rippenbegleitung Richtung Eingang. Ein Blechmülleimer wird kurzerhand von der Autobahn geräumt. Fast können wir mit den smartphonenden Teenies Schritt halten. Durch die Eingangstür führt uns das Leitsystem bis vor den Empfangsthresen. Die hübsche Empfangsdame kann mit dem Lob über solch ein gutes Leitsystem noch nichts anfangen. Vielleicht nach der nächsten Schulung. 

Ein erfreulicher erster Eindruck. Die Gestalter dieses Fußballtempels haben ihre Zusage eingehalten und das Leitsystem in den Museumsvorplatz integriert. Bald werden wir dieses Schmuckstück der Dortmunder Museumslandschaft auch einmal von innen besichtigen.

 

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