DoC – Barrierefreiheit im Ärztehaus

Fast kein Fortschritt im DoC

Von der Barrierefreiheit im Ärztehaus an der Kampstraße berichteten wir Ende Juni auf der Vereinsseite des BSV Dortmund. Dort schreiben wir nicht mehr, sondern hier für Tosulit. Am 25. Juni 2015 fanden wir nichts von dem umgesetzt, was wir im Arbeitskreis Barrierefreies Dortmund im Mai 2012 mit dem planenden Architekten besprochen hatten. Die Ruhr-Nachrichten und der WDR interessierten sich für dieses Thema. Es kam zum Gespräch mit dem zuständigen Gebäude-Manager, dem Architekten Herrn Wimmeler. Er machte uns wenig Hoffnung auf Besserung. Am 12. November stellten wir fest, Herr Wimmeler hatte recht. Wir fassen kurz zusammen.

Das Positive vorweg. Unter die gefährliche Wendeltreppe wurden Sitzmöbel gerückt. So kann diese mit dem Langstock nicht mehr unterlaufen werden. Kopfverletzungen bleiben aus. Diese Maßnahme erfolgte sehr zeitnah zu unserem Besuch.

DoC Wendeltreppe

Relativ leicht und kostenarm umsetzbar schienen uns zwei weitere Maßnahmen. Nach wie vor steht der Besucher am Haupteingang vor einer spiegelnden Glasfront. Für sehbehinderte Menschen wären hier farbige Markierungen der Tür in Abgrenzung zu den anderen Scheiben wertvoll.

DoC Eingangstür

Nach wie vor flüstern die Aufzüge. Herr Wimmeler sagte uns seinerzeit, dass sonst nicht zu unterscheiden sei, ob der eigene oder ein anderer Fahrstuhl spricht. Unsere Vermutung ist eher, dass die Ruhe im DoC nicht gestört werden soll. Vorauseilende Rücksicht könnte dies sein, die nicht nötig ist. Gebrauchsfähig ist diese Sprachausgabe jedenfalls nicht. Sie flüstert! Atmet nur ein Mitfahrgast etwas lauter, ist von der Sprachausgabe nichts mehr zu hören. Wir fordern die Zuständigen dringend auf, die Sprachausgabe auf Zimmerlautstärke zu steigern.

Vier Stufen führen aus der Eingangshalle hinab zum Seitenausgang. Wieder fehlt jeder Kontrast.

DoC Treppenstufen

Auch hier wäre es kein großer Aufwand, Stirn- und Trittkanten mit dunkler Rutschhemmung zu versehen. Zwei Fliegen wären mit einer Klappe erledigt. Das Fluchttreppenhaus nahe den Fahrstühlen stehe unter Denkmalschutz, sagte Herr Wimmeler. So bleibt es grau in grau.

Grau scheint eine Modefarbe 2015 zu sein. Denn auch die Behindertentoilette ist entsprechend beschriftet. Etwas dunkler auf etwas heller. Wie im Café Orchidee. Doch der Clou kommt erst noch. Die Toilette ist nicht nutzbar. Statt einer Klinke finden wir ein Loch.

DoC Behinderten-WC

Dies scheint ein Dauerzustand zu sein. Herrscht er doch schon seit August. Auf Nachfrage sagt uns der Mann am Infoschalter, dass im 1. Stock eine Behindertentoilette sei. Ob die im Erdgeschoss jemals in Betrieb gehe, wisse er nicht. Dennoch eine interessante Frage.

König all der Maßnahmen zur Barrierefreiheit ist vielleicht das Leitsystem. Es führt eines entlang der Kampstraße am Ärztehaus vorüber. Die Abzweigung zum Haupteingang fehlt noch immer. Für Innenräume, also bspw. von der Tür zum Infoschalter oder von dort zu den Aufzügen, gibt es verhältnismäßig einfache Systeme. Diese bestehen zum Beispiel aus einem schmalen Teppichstreifen, der den Boden nicht anrührt und dennoch seinen Zweck erfüllt. Ein anschauliches Beispiel findet jeder im Jobcenter am Südwall.

Alles in allem ist es ziemlich enttäuschend, was wir in diesem öffentlich zugänglichen Gebäude vorfinden. Wie so häufig helfen die Vorschriften wenig. Es liegt eher an den entscheidenden Menschen, die nicht wollen. Am fehlenden Wissen kann es nicht liegen. Darum bemühen wir uns nach Kräften. Wer genau die entscheidenden Menschen sind, wissen wir nicht. Letztlich wohl die Eigentümer. Sicher können auch die Mieter ein gewichtiges Wort mitreden. Oft genügt eine Stimme mit etwas Einfluss, um die Sache in Bewegung zu setzen.

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