Rachedurst

Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich von Rachedurst verfolgt. Sehr viele Gedanken habe ich mir bislang nicht darüber gemacht. Er kam einfach nicht vor in meinem kleinen, einfachen Leben. In diesem Jahr 2015 ist dies anders.

 

Anlass war meine Kritik an einer Schaltstelle der Dortmunder Behindertenwelt. Vielleicht der Schaltstelle. Gemeint ist die Behindertenbeauftragte. Drei Berichte in Bild und Text hatte ich ihr gesandt. Berichte über mangelnde Barrierefreiheit und ein Tastmodell, von dem keiner wusste. Ich dachte, das interessiert die Behindertenbeauftragte. Dafür ist sie da. Doch es kam keine Reaktion. Wenigstens eine Eingangsbestätigung hätte ich gern gesehen. Und eine direkte Information, ob und wie und wann es weitergeht. Ich war verärgert. Auf zwei Berichte machte ich die Presse aufmerksam. Übers Ärztehaus DoC berichtete sogar das WDR-Fernsehen. Was sich im Rathaustat, ahnte ich da noch nicht.

 

Stattdessen kamen Anfang August öffentliche Attacken des Vorsitzenden vom Blinnden- und Sehbehindertenverein gegen seinen eigenen Stellvertreter. Haltlos – und kurz darauf musste sich Richard öffentlich entschuldigen. Ich dachte, nach diesem Wutausbruch sei es gut. Doch der Rachedurst war gerade erst geweckt. Mächtig wie er ist wollte er befriedigt werden.

 

Es folgte der Maulkorberlass. Im Vorstand waren sie sich einig. Artikel an die Presse müssen vorher vom Vorstand abgesegnet werden. Zumindest dann, wenn sie sich kritisch mit anderen Institutionen auseinandersetzen. Ein dicker Hund, solch ein Misstrauen innerhalb eines Vorstandes. Ein großer Schluck gegen den Rachedurst. Zumal ich versprach, besonders die Behindertenbeauftragte künftig zu ignorieren. Genau wie ihr BPN.

 

Fünf Tage später der nächste Schluck gegen den Durst. Es war öffentliche Sitzung des BPN. Richard verließ vorzeitig den Saal. Auffällig und vorher nie da gewesen. Kurz darauf kam es zum Tagesordnungspunkt DoC-Ärztehaus. Richards Stellvertreter im BPN, Kai Gungl, meldete sich zu Wort. Er kritisierte, dass sich der BSV Dortmund an die Medien gewandt habe statt vorher das BPN oder die Beteiligten zu kontaktieren. Außer mir war zu diesem Zeitpunkt kein Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenvereins mehr im Saal. Zweck der Übung war nun, mich öffentlich runterzumachen. Hätte ich was zum Thema gesagt, wären Vorsitzender des BPN und Behindertenbeauftragte über mich hergefallen. So aber schwieg ich und dem Vorsitzenden Herkelmann blieben nur ein paar dünne Worte übrig. Dieser Schluck gegen Rachedurst geriet irgendwie in den falschen Hals. Die öffentliche Demütigung blieb aus.

 

Es schien nun gut zu sein. Bis zum nächsten Coup dauerte es etwas länger. Am 4. Oktober trat Richard als Vorsitzender des BSV Dortmund zurück und warf mir als Stellvertreter die Brocken vor die Füße. Nicht ohne mit den Beisitzern vorher verabredet zu haben, mir nur Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Diesen Auftrag erledigten sie. Plan des Rachedürstigen war, mich auf der Mitgliederversammlung am 14. November so richrtig von mehreren Seiten in die Mangel zu nehmen. Es wird um mieses Verhalten gegenüber der Stadt und Unmenschlichkeit gegen die Vorstandskollegen gehen. Stimmung wird gemacht werden und wird bereits gemacht. Denn es gibt keinen Zuspruch von irgendwo in einer schweren Übergangszeit.

 

Ich reite keine toten Pferde mehr. Die Vorstandsarbeit im BSV Dortmund ist ein totes Pferd. Ein kleiner dicker Mann mit Pudel fühlte sich von mir bedroht. Völlig zu unrecht, denn ich wollte seinen Posten nie. Dann kritisierte ich seine Liebste. Von Frau Vollmer bezieht Richard Zuneigung und Anerkennung. Wohl der einzige Quell von Zuneigung in seinem Leben. Deshalb so außerordentlich wichtig. Diese Kritik nimmt mir Richard bis heute übel. Er dürstet nach Rache. Immer noch. Er freut sich auf den 14. November. Doch auch dies wird nur ein kleiner Schluck werden. Denn ich bin gar nicht da. Und ohne mich wird es Richard und seinen Vasallen nicht einmal den halben Spaß machen. Der Rachedurst wird nicht gestillt werden. Leicht kann er sich in Rachsucht wandeln, wenn es nicht längst schon geschehen ist. Wie er mich weiter verfolgen kann, weiß ich nicht. Ich mag mir das nicht ausmalen. Ich geheRichard aus dem Weg, wo es nur geht.

 

Rache ist ein schlechter Begleiter durchs Leben. Sie zieht lauter schlechte Dinge wie Intrigenspiele und das Beeinflussen anderer Menschen nach sich. Dafür geht viel Energie und Zeit drauf, die der Mensch schöner verwenden könnte. Mit Rachedurst ist es wie mit echtem Durst. Er geht nie weg. Er kommt immer wieder. Mit Rachsucht ist es wie mit jeder Sucht. Sie will ständig gestillt werden bis Du sie überwindest.

 

Ich entziehe mich diesem Geschehen. Zu einer der kommenden Mitgliederversammlungen werde ich wieder hingehen. Jetzt ist Abstand nötig. Vorerst werde ich nichts mehr im BSV Dortmund tun. Privat sieht die Sache anders aus. Unsere Anliegen halte ich nach wie vor für wichtig. Vielleicht waren diese viereinhalb Jahre gut dafür, viele Menschen kennen zu lernen. Um etwas zu bewegen, braucht es keine Posten. Diese überlasse ich gern kleinen dicken Männern mit Pudel

 

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