Der Ball

In den IBSA-Regeln sind die wichtigsten Eigenschaften des Blindenfußballs wie folgt festgelegt: Umfang 60 bis 62 Zentimeter, Gewicht 510 bis 540 Gramm, Innendruck 0,4 bis 0,6 Atmosphären, er soll aus Leder bestehen und das Klangsystem muss sich im Innern befinden. Dies sind technische Merkmale. Im folgenden wollen wir zwei Typen betrachten, die zum Einsatz kommen können.

 

Es gibt den international üblichen Ball, der in Brasilien hergestellt wird. Er ähnelt dem im Futsal verwendeten Spielgerät und ist mit Absicht so konstruiert, dass er sich langsamer und kontrollierter bewegt. Damit wird im Futsal dem kleineren Feld Rechnung getragen.

Bei Meisterschaften auf internationaler Ebene kommt bislang ausschließlich diese Kugel zum Einsatz.

Da dieser Ball kaum mehr verfügbar ist, kommt ein Produkt aus Dänemark ins Spiel. Dieser Ball ist etwas größer und verhält sich eher wie ein gewöhnlicher Fußball. Diese Kugel bewegt sich schneller und springt höher vom Boden ab.

 

Beide Bälle entsprechen häufig nicht ganz den Regeln. Aus diesem Grund stellen diese kaum ein Entscheidungskriterium dar. In Deutschland setzt man sich ohnehin in einigen Dingen über die IBSA-Regeln hinweg, was durchaus legitim ist. Insofern wollen wir hier ausschließlich überlegen, welcher Ball dem Sport Blindenfußball gerecht wird.

 

Die kleinere, schwerer wirkende Kugel bewegt sich weitestgehend am Boden entlang. Insofern ist sie leichter zu kontrollieren. An dieser Stelle kommen wir zu der Frage, was den blinden Spielern zuzutrauen ist. Schränkt sie ihre Behinderung derart ein, dass sie das harmlosere Spielgerät benötigen, um attraktives, d. h. auf Leistung basierendes Spiel zu zeigen?

Oder trauen wir den Spielern zu, auch einen springenden Ball zu beherrschen? Das Springen hat den Vorteil, dass die Kugel besser zu hören ist als dann, wenn sie ausschließlich rollt. Dies erleichtert die Kontrolle. Andererseits ist offenkundig, dass ein Ball in der Luft schwerer zu beherrschen ist als am Boden.

 

Wir sollten uns wohl auch in dieser Hinsicht nicht unnötig Grenzen setzen. So wenig wie fliegende Bälle grundsätzlich aus dem Spiel auszuschließen sind, müssen auch springende Bälle nicht vermieden werden. Auch in der Luft lässt sich ein rasselnder Ball stoppen. Die Rede ist ja hier von einer Höhe von i.d.R. maximal 80 Zentimetern. Kopfballspiel ist nach wie vor nicht erforderlich. Dem Spieler werden ein hohes Maß an Körperbeherrschung sowie ein geschultes Gefühl für die Bewegungen eines Balles abverlangt. Lohn dieser höheren Ansprüche ist aber ein Spiel, das dynamischer, spritziger und leichter wirkt. So präsentiert es sich dem Publikum eher als sehenswertes Erlebnis, zumal auch die Torschüsse mit dem geschmeidiger wirkenden Ball effektiver werden. Der Blindenfußball muss sich nicht kleiner – will heißen flacher – machen als er ist.

 

Insofern sollte der Einsatz beider Arten von Ball möglich sein. Ein guter Spieler kann mit jeder Kugel zurechtkommen, solange sie in etwa den Regeln entspricht.

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