Militärparaden zur Feier des Kriegsendes

Am Donnerstag, den 3. September, feierten die Chinesen den 70. Jahrestag des Kriegsendes. Sie taten dies mit einer riesign Militärparade. 70 Salutschüsse, 12.000 Soldaten, 200 Flugzeuge und weiß der Himmel welche Raketen und Panzer da an den Staatsgästen vorbeirollten. Erinnern können wir uns daran, dass Russland sowas ähnliches machte am 9. Mai. Recherchen ergeben, dass in Frankreich der 8. Mai Feiertag ist. Francois Hollande legte am Grab des unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Keine Militärparade. In London wieder ein wenig mehr. Neben Veteranen des zweiten Weltkriegs zogen auch Angehörige der Streitkräfte an der Queen vorüber. Am Himmel über London flog die Air Force zur Feier des Tages.

 

Aber wie absurd ist das? Wie unsinnig? Sie feiern das Kriegsende. Das ist schön und gut. Aber sie feiern es mit Kriegsgerät. Sie zeigen Waffen und Soldaten, mit denen sie Krieg führen können. Mit Panzern und Raketen könnten wir doch allenfalls einen Kriegsbeginn verherrlichen. Was wäre das ein Bild, marschierte die Bundeswehr am 1. September mit Pauken und Trompeten durch Berlin! Besondrs die Polen wären hellauf begeistert. Um deren Freude komplett zu machen, marschieren parallel zur Bundeswehr die roten Armeen in Moskau. Uns wird schnell klar, so geht das nicht. Andersherum geht es aber auch nicht. Sie können nicht mit Kriegsgerät das Kriegsende feiern. Friedensfeste mit Musik, Tanz, Luftballons und fröhlichen Menschen wären doch dazu viel eher geeignet. Wenn die Staatenlenker eine Parade brauchen, ließe sich sicher was mit Sambagruppen und Luftschlangen organisieren. Möglichst international könnten solche Feste sein. Um zu zeigen, dass sich die Menschen verschiedener Länder eben nicht mehr totschießen möchten. Dass sie nicht gegenseitig mehr ihre Städte zerbomben und Äcker niederbrennen möchten. Das wollen wir doch an einem Gedenktag ausdrücken, der an ein Kriegsende erinnert.

 

Um nochmal deutlich zu machen, wie verquer die jetzige Art des Feierns ist, stellen wir uns doch mal vor, wir feiern das Ende einer Hungersnot. Dann fahren wir mit Traktoren durch die Hauptstadt. Angehängt sind Wagen voller Getreide, das wir anzünden. Fleisch, das längst ungenießbar ist,wird durch die Straßen getragen. Berge von Äpfeln werden zermatscht und weggeworfen. Niemand würde auf solch eine Idee kommen. Aber wir würden das Ende einer Hungersnot mit Methoden feiern, die zu Hunger führen.

 

Oder wir feiern das Ende einer Überflutung, in dem wir Breschen in die Flussdeiche sprengen. Dann kommt das Wasser mal wieder in die Stadt. Ist doch hübsch – wie damals. Dies wird niemand tun, weil es einfach absurd ist. Genauso absurd ist es, ein Kriegsende mit Militärparaden zu feiern.

 

Manch einer mag die USA bei all diesen Kriegsende-Feierlichkeiten vermisst haben. Die waren doch auch im zweiten Weltkrieg dabei. Stimmt. Aber die USA befinden sich leider in keiner Zeit „nach dem Krieg“. Bspw. fliegen sie regelmäßig Bombenangriffe auf ehemals syrisches und irakisches Territorium. Je nach Bedarf kreuzt auch mal eine Kampfdrohne über Pakistan oder Afghanistan auf, um angebliche oder tatsächliche terroristische Führungskräfte zu töten. So gesehen sind die US-Amerikaner ein armes Volk. Sie befinden sich permanent im Krieg ohne Aussicht auf ein Ende. Aber noch viel ärmer, und dies ist das schlimme, sind all die Menschen auf dem ganzen Globus dran, die von den USA angegriffen werden. Denn die USA führen nur Angriffskriege. Kein Mensch greift das Territorium der USA an.

 

Das unterscheidet die westliche Supermacht von den Kraftprotzen in Moskau und Peking. So unsinnig deren Gehabe auch ist. Es ist allemal besser, mit dem Militär nur zu protzen, als es zum Kampf in die ganze Welt zu schicken.

 

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