Müngstener Brückenpark

Müngstener Brücke

Vorbildlich ist der Park für blinde und sehbehinderte Besucher erschlossen. Entlang der Wupper hat der Brückenpark so einiges zu bieten.

Von der Bushaltestelle führt ein Leitsystem zum taktilen Übersichtsplan. Wir wollen hier gar nicht in Einzelheiten gehen, sondern nur sagen: Der Plan ist einfach gut gemacht. Dass überhaupt einer da ist, empfindet ein Blinder aus Dortmund als sensationell.

Übersichtsplan Müngstener Brückenpark

Entlang des Weges bieten sich dem sehenden Besucher immer neue Ausblicke auf die Müngstener Brücke. Sie ist mit 107 Metern auch heute noch die höchste Stahlgitterbrücke Deutschlands. Sie ist 465 Meter lang. Die Brücke wurde am 15. Juli 1897 dem Verkehr übergeben. Die Baukosten betrugen 2,6 Millionen Mark. Pferdefuhrwerk und Postkutsche erledigten bergauf und bergab mühsam den Transport. So war die Herstellung der Eisenbahnverbindung zwischen den beiden bergischen Städten Solingen und Remscheid eine große Erleichterung. Betrug die Entfernung in der Luftlinie nur 8 Kilometer, so konnte man sich bis zur Errichtung der Brücke mit der Bahn nur auf einem 44 Kilometer langen Umweg erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit der Züge auf der Brücke ist auf 80 Stundenkilometer beschränkt.

Wer in Begleitung und gut zu Fuß ist,kann etwa auf Höhe des Ausflugslokals zum Bahnhof Scharberg hinaufsteigen. Dieser liegt direkt hinter der Brücke. Ein steiniger Serpentinenweg führt hinauf. Gesäumt wird der Weg von einigen Spielereien für kleine und große Kinder.

Ein Stück vorm Lokal stößt der blinde Besucher auf ein Prunkstück der Inklusion. Das dreidimensionale Tastmodell des Bergischen Landes mit Wupper und Brücke ist ein Blickfang für Auge und Finger. Das Modell ist hervorragend gemacht und bietet einen Überblick über Landschaft und Lage des Brückenparks.

Tastmodell

Die Wupper ist hier sehr flach. Auf den Uferwiesen ist Gelegenheit, sich auszuruhen oder die Füße ins Wassr zu stecken. Kinder spielen oder füttern die Enten. Wenn ein Zug über die Brücke fährt, ist deren Höhe akustisch zu erahnen. Nach Unterqueren der Brücke kann der Besucher auf eine Art beschriftete Grabplatte steigen. Auf diese Weise erfährt er die Lösung eines Rätsels. Den Abschluss des diesseitigen Uferweges bildet eine Schwebefähre. Mit ihr wird der Fluss überquert und der Wanderer kann seinen Weg am jenseitigen Ufer fortsetzen.

Zu erreichen ist der Brückenpark z.B. vom Wuppertaler Hauptbahnhof aus. Von dort fährt die ABR S7 nach Remscheid-Güldenwerth. Von hier aus fährt die Buslinie 658 über gewundene Straßen zum Brückenpark.

Die taktilen Pläne und Modelle sind vorbildlich gemacht. Mitten im Bergischen Land finden sich solche Schmuckstücke. Am gerühmten Phönixee Dortmunds fehlt so eine Übersicht noch immer.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Erlebnisberichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s